23.05.2013 05:01 Merkliste 0

Das falsche Programm

RAINER NOWAK (Die Presse)

Der ORF reagiert auf den Bescheid der Medienbehörde, wie man mit schlechtem Gewissen reagiert.

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Bestürzt“ sei er. Man werde sich gegen das Urteil der „staatlichen Behörde“ „zur Wehr setzen“. Und: Das Gutachten, auf das sich die Behörde stütze, sei „wissenschaftlich fragwürdig, methodisch verfehlt und inhaltlich falsch“. Eigentlich fehlte nur das Wort „Politjustiz“ und Alexander Wrabetz hätte wie einer jener Politiker geklungen, die wegen Korruption angeklagt werden.

Aber wenigstens versucht der ORF-Direktor nicht den Bescheid der unabhängigen Medienbehörde, die den ORF kontrollieren muss und soll, zu verharmlosen. Er geht zwar in die nächste Instanz, spielt also auf Zeit, weiß aber wie jeder ORF-Zuseher: Dieser Sender hat ein ernstes Problem mit seinem Programm.

Schwarz auf weiß hält die Behörde fest, dass weder ORF eins noch ORF2 ein öffentlich-rechtliches Vollprogramm böten. Vor allem auf ORF eins war und ist der Anteil reiner Unterhaltung, für die man Geld, aber keine Gebühren verlangen kann, viel zu hoch. Ohne den neuen, schwach dotierten ORF III wäre der Staatssender überhaupt in der Krise.

Das alles wird eine Änderung des Programms und des Selbstverständnisses der ORF-Manager unumgänglich machen. Die Journalisten des Senders können sich freuen und ihre Chefs festnageln: Der Anteil an Information und Kultur im Programm muss steigen. Das sollte zu mehr Selbstbewusstsein führen. Nicht nur in den Verhandlungen mit der ORF-Spitze, sondern auch gegenüber den ORF-Kommissaren von SPÖ und ÖVP.


rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)

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5 Kommentare
Gast: WalterGraz
07.10.2012 15:26
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ORF Gebühren

Dem ORF stehen die Zwangsgebühren zu da er ja ein dementsprechendes Programm machen muß. Jetzt mußte man die Zwangsgebühren für den zeitraum zurückklagen da der orf seinen Auftrag nachweislich nicht erfüllt hatte.

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Der ORF..

steht für staatlich finanzierte Niveaulosigkeit.
Das Publikum ist auch nicht viel besser, sonst hätte nicht jeder Schmarrn so hohe Einschaltquoten.

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Der ORF sollte bei unveränderten Programminhalten alle Sendeanlagen abbauen

seine jeweilige Produktionen auf Datenträger speichern und per Post an die jeweiligen Parteiorganisationen versenden.

Da können sich dann die beamteten Politschranzen in geschlossenen Kinosälen vor Begeisterung über die Darstellung ihrer eigenen Brillanz einen von der Palme wedeln - und die Öffentlichkeit hätte ihre Ruhe. Kaufmännisch würde das den Steuerzahler erheblich entlasten - und die Politiker hätten eine, für die Öffentlichkeit ungefährliche und kostenneutrale Beschäftigung.

Gast: Anmerkung
06.10.2012 04:48
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Hinter den Kulissen heißt es ...

... der ORF nehme sich die Kritik zu Herzen. Im Programm soll vor allem die pädagogische Komponente verstärkt werden. Ein Sprachkurs für Nordkoreanisch soll nicht nur neue Zuseherschichten erschließen, sondern vor allem auch ein Modul im Rahmen der obligatorischen betrieblichen Fortbildung darstellen. Aus der Hofburg soll ein Angebot für die Schirmherrschaft vorliegen.

Dem Unwissen vieler Fernsehzuschauer über das österreichische Justizwesen soll mit einer Serie unter dem Titel "Meine coole Tante Charlie" entgegengewirkt werden.

In den "Tollen Tricks" werden die okidoki-Zuschauer demnächst "Nikis neue Homepage" sehen können. Wie immer sollen die Kinder dazu angehalten werden, aus einfachen Materialien kostengünstig schöne Dinge zu basteln.

Ob allerdings der Film "Werner darf nicht reden" zur Ausstrahlung kommen wird, ist fraglich. Nicht nur, weil die "Action"-Elemente die neue ORF-Bildungsbegeisterung konterkarieren könnten, sondern vor allem wegen einiger bedenklicher Szenen, in denen die Hauptperson einem Gefängniswärter ausgeliefert ist.

Gast: UKW
06.10.2012 03:30
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Weg mit den Zwangsgebühren!

Soll doch die SPÖ den Rotfunk aus der Parteikassa finanzieren.

Barbara Karlich Show und Seex and the City braucht kein Mensch. Eigentlich braucht im Internetzeitalter kein Mensch mehr einen Sender wie den ORF. Und einen staatlichen Zwangsgebührensender schon gar nicht.

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