26.05.2013 09:19 Merkliste 0

Sie nennen es „Pluralismus“

ULRIKE WEISER (Die Presse)

Der SPÖ-Zwist ist beruhigend. Zumindest für den Wähler.

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Journalisten sind (zu) zynisch und geben Politikern lieber Haltungsnoten statt mit ihnen über Sachpolitik zu reden: So wird oft geklagt, seit Stronachs Medienauftritt gern auch branchenintern. Insofern: Reden wir anlässlich des nahen SPÖ-Parteitages einmal nicht über Werner Faymann oder sein Nichterscheinen vorm U-Ausschuss. Reden wir stattdessen über „Inhalte“ – die sind bei der SPÖ ja lustig genug. In der Partei gehen die Meinungen von Wehrpflicht bis Studiengebühren nämlich gerade wild durcheinander. (Der Zwist um die direkte Demokratie sei nur am Rande erwähnt – das Thema hat die SPÖ ohnehin verschlafen.)

Das Bröckeln der Disziplin ist für die Parteispitze zwar ein Desaster, aber eigentlich ist es eine gute Nachricht: Denn es zeigt mit Zeitverzögerung, dass auch der Wiener Bürgermeister nicht aus einer Wahlkampflaune heraus einen Ideologiewechsel verordnen kann. Und man darf weiter vermuten: Dass viele in der SPÖ ihre eigene Meinung ausgerechnet bei einer Volksbefragung entdecken, die für die Partei im Hinblick auf die Wahl wichtig ist, hat nicht nur mit Bürgerkriegshistorie oder Profilierungswünschen zwischen Salzburg und Steiermark zu tun. Diese „Rücksichtslosigkeit“ zeugt vom Frust-Rückstau in einer hierarchischen Partei. Daher ist es nicht ganz richtig, wenn die SPÖ mit verbissenem Lächeln nun von „Pluralismus“ spricht, tatsächlich geht es um ein Strukturproblem.


Für den Bürger ist der rote Zwist insofern beruhigend. Beunruhigend ist nur, dass er uns überrascht. Und dass der Heeres-Ideologie-Schwenk der ÖVP in die umgekehrte Richtung so still verlaufen ist, ist vor diesem Hintergrund fast ein wenig gruselig.

 

ulrike.weiser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)

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8 Kommentare

die roten sind diejenigen, die das land an die wand fahren!

wie lange noch müssen wir faymann & co ertragen?

Die SPÖ

zieht doch nur das durch was Schüssel in Brüssel zu gesagt hat. Eingliedern in eine Europaarmee, Beitritt zur NATO, Angriffsheer für die Boutles-Groups.......und das alles mit einem Berufsheer, weil die Euroarmee aus einem Berufsheer besteht! so wie

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Re: Die SPÖ

warum sollte das mit dem Militär funktionieren, was beim Geld nicht funktioniert?

die journalisten haben von anfang an verschlafen, dass die mehrheit in der spö pro-wehrpflicht war und ist

da recherche aber voll fad ist und es einfacher ist faymann/darabos/hundstorfer/laura-presseaussenndungen zusammenzufassen ist das bild einer monolithischen partei erzeugt worden, die dem chef folgt, egal wohin. hat wohl auch was mit vorurteilen in der "presse" zu tun ("die sozis folgen der parteilinie, eh klar").

weiß eh sie sind überlastet und alles, aber sehr schwierig wäre es wohl nicht gewesen, die stimmungslange jenseits des faymann-bunkersd herauszufinden, oder?

Re: die journalisten haben von anfang an verschlafen, dass die mehrheit in der spö pro-wehrpflicht war und ist

und wie? mit einer Meinungsumfrage in den Politbüros?

Re: Re: die journalisten haben von anfang an verschlafen, dass die mehrheit in der spö pro-wehrpflicht war und ist

einfach mal mit wem anderen reden als mit laura und werners pressesprechern. ist zu viel verlangt von der "vierten gewalt", diesen beinharten rechercheuren diesen furchtlosen kontrolloren der macht bei dieser qualitätszeitung, ich weiß eh...

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast: Leser
06.10.2012 14:51
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Re: Re: Re: die journalisten haben von anfang an verschlafen, dass die mehrheit in der spö pro-wehrpflicht war und ist

Und mit wem, bitte? Vielleicht mit Cap, Pendl, Kräuter...? Das ist zwar genauso gut wie echtes Kabarett, bringt allerdings sachlich nichts.

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Re: Re: Re: Re: die journalisten haben von anfang an verschlafen, dass die mehrheit in der spö pro-wehrpflicht war und ist

an muss nicht die Mächtigen fragen, wenn man die Meinung der nicht Mächtigen wissen will.
Aber dasist Mühsam, wenn es parteiintern keine Meinungsbildenden Veranstaltungen gibt.

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