Man merkt: der Kärntner Landesrat Dobernig war zu Lebzeiten Jörg Haiders dessen Büroleiter. Wie der frühere Landeshauptmann sucht nun Dobernig, gegen den die Justiz rund um den Hypo-Deal ermittelt (es gilt die Unschuldsvermutung), zur Ablenkung mit den abstrusesten Aussagen nach einem Sündenbock. Noch absurder ist es, dass wie einst bei Vorbild Haider noch immer die Kärntner Slowenen dafür herhalten sollen.
Es ist beschämend, dass ein (Landes)Politiker im 21.Jahrhundert meint, mit Ressentiments gegen eine Volksgruppe Stimmung machen zu müssen. Dann lässt er sich tags darauf dazu herab, die slowenischsprachige Bevölkerung doch als „echte Kärntner“ zu sehen. Wie gnädig! Gerade nach der Lösung für den jahrzehntelangen Ortstafelkonflikt ist der uralte Reflex des Aufhetzens nur mehr eines: echt daneben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2012)















