Michael Häupl und Erwin Pröll sind zwei Politiker, die ihre parteiübergreifende Männerfreundschaft zu zelebrieren pflegen. Zu deren eigenem wie des Publikums Vergnügen. Und zum Missvergnügen der jeweiligen Parteichefs. Was das Publikum wieder vergnügt. Jetzt werden wir wieder Zeugen einer ihrer Spiegelfechtereien. Zuerst rückt Erwin Pröll aus, um „seine“ Niederösterreicher, die übermütigerweise nach Wien mit dem Auto fahren, vor einer weitergehenden Wiener Abzocke beim Parken zu schützen. Nützt Pröll im anschwellenden Landtagswahlkampf. Am nächsten Tag rückt Häupl aus. Er besänftigt, eine Ausweitung des Pickerls auf ganz Wien komme für ihn nicht infrage (und ist also bis zur nächsten Wahl politisch tot). Nützt Häupl in der Abgrenzung vom entfesselt agierenden Koalitionspartner. Die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou ist brüskiertes Opfer der Männerfreundschaft. Und ihres eigenen Agierens, ohne durchsetzbares, stringentes Gesamtkonzept, von oben herab. Geglückte Politik sieht anders aus.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.10.2012)















