25.05.2013 10:18 Merkliste 0

Echte Männer oder Mimosen?

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Auch wenn sich Leo Windtner wehrt – den Sieg in Kasachstan darf man durchaus verlangen.

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Österreichs Fußballnationalmannschaft hat zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Deutschland einen guten Eindruck hinterlassen, wegen der Niederlage war der Auswahl von Marcel Koller auch niemand gram. Da und dort konnte man zumindest Sympathiepunkte sammeln, in der Tabelle aber findet so etwas keinen Niederschlag. Im heutigen Duell mit Kasachstan in Astana aber steht Österreich unter Siegzwang. Für den Fall eines Punkteverlustes würde man möglicherweise entscheidend ins Hintertreffen geraten, die Zähler wären nur schwer gegen eine andere Nation wieder gutzumachen.

Kasachstan liegt in der Weltrangliste auf Platz 147, will Österreich ernsthaft um ein Ticket zur WM-Endrunde 2014 in Brasilien mitspielen, dann müssen gegen den Außenseiter sechs Punkte her. Wenn die Mannschaft nicht mit dem nötigen Ernst an die Sache herangeht, den Gegner auf die leichte Schulter nimmt, wird es ein böses Erwachen geben. Dann würde selbst Marcel Koller beinahe vor einem Scherbenhaufen stehen.

ÖFB-Präsident Leo Windtner meint es mit der Mannschaft vielleicht gut, wenn er sich dagegen wehrt, einen Pflichtsieg zu verlangen. Ein Zwang, sagt er, wäre kontraproduktiv, man soll die Spieler nicht unnötig unter Druck setzen. Aber Sie irren, Herr Präsident. Denn sollte die Mannschaft aus lauter Mimosen bestehen, dann wird sie die Qualifikation garantiert nicht schaffen.


wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2012)

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1 Kommentare

Ein Sieg - was denn sonst!

Sie wollen sich für die WM qualifizieren - was soll also das Gesudere, daß man keinen Zwang ausüben soll? Political correctness hat im Fußball nichts verloren, da geht es nur ums Gewinnen!

Und übrigens: die Hymne sollten sie schon singen, unsere Starkicker!

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