20.05.2013 00:55 Merkliste 0

Frieden? Ach so...

WG (Die Presse)

Jetzt hat also die EU den Friedensnobelpreis.

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Jetzt hat also die EU den Friedensnobelpreis. Nämlich weil sie bzw. ihre Vorgängerin „EG“ so toll für Aussöhnung, Demokratie, Menschenrechte (und eben Frieden) nach all den großen Kriegen in Europa gesorgt habe.

Das ist natürlich nicht alles allein den Eliten und denen in Brüssel zuzuschreiben. Andererseits ist das Raunzen gegen diese Entscheidung in jenen Schichten in Österreich, die die EU in etwa so lieb haben wie Kanzler Faymann den U-Ausschuss, auch nervig, aber die können nix anderes. Dass aber Briten-Premier David Cameron zur Verleihung des Preises, der indirekt ja auch sein Land ehrt, stoisch schweigt, ist irgendwie befremdlich: So, als habe sein Königreich, das seit 1973 im Klub ist, von dem Ganzen nichts gehabt. Aber das ist wohl typisch britisch, und die Briten halten vom Kontinent ja so viel wie die Schotten von den Engländern.

Nun ergab indes eine Umfrage, dass nur ein müdes Viertel der EU-Bürger die Union überhaupt mit „Frieden“ verbindet, hingegen steht sie für 41 Prozent für Reisefreiheit. Tja, das hat man von dem ganzen Frieden: Viele wissen nicht mehr, was Krieg denn ist. Und wenn man etwas zu lange hat, schätzt man's nimmer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2012)

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11 Kommentare
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Literaturnobelpreis und Friedensnobelpreis


Sind diese beiden Nobel-Preise wirklich gleichwertig mit den Nobelpreisen für Physik, Chemie usw.

Nein, sie sind es nicht.

Sie sind jedoch sehr wertvoll, weil sie zeigen, nach welche Kriterien Nobelpreise tatsächlich vergeben werden.

Gast: schlÄchter
16.10.2012 08:20
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sg redakteur wg!

da vermischen sie in wenigen zeilen jetzt sehr viel:
1. die rolle der EU zur friedenssicherung in europa: welchen frieden-WKII, wiederuafbau, balkankrieg...?
die rolle der usa und insb. der französisch-deutsche ausgleich (de gaulle!!!) kann man der Eu nur bedingt zurechnen, die gab es damals nicht.
balkan? da hat die Eu eigentlich versagt....
2. die rolle GBs und deer USA: splendit isolation - tradition, bremsklotz, polit- und wirtschaftl.sonderbeziehung zum immer noch angel-sächsich geprägten großen transatlantischen bruder,€ - krise, usa-einmischung über bankendebakel und ratingpolitik.
3. schottisches unabhänggkeitsstreben,
4. friedensverwöhnte europäer

ja alles hängt zusammen-aber wesentlich komlizierter und die rolle der Eu mit der friedenssicherung in europa zusammenzubringen ist mmn wirklich wohlwollend mit 41% zu bewerten, denn eine immer wieder gerade von den Eu-mächtigen ins souiel gebarchjte grenzenlose Eu-.ausweitung (stichwort türkei- ukarine, georgien oder gar russlandbeitritt) sowie die moralinsaure und zunehmedne wekltfremde geforderte gem. außenpolitik angesichts der weltweiten entwicklungen (BRIC-staaten-verschiebung der usa-interessen in den pazifik) sowie eine unverantwortliche sculdenpolitik gefährdet wohl eher den frieden ?

m fragenden g
s.


Gast: Lukas
14.10.2012 11:26
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Cameron sollte nicht schweigen

er sollte öffentlich sagen, daß er die Verleihung dieses Friedensnobelpreises für ein unnötiges Kasperltheater hält. Das würde wenigstens der Wahrheit entsprechen.

Das kleine Wörtchen "zu"

"Und wenn man etwas zu lange hat, schätzt man's nimmer."

Zu lange? meint WG wir hätten bereits ZU lange Frieden innerhalb EU-Europas?

Wahrscheinlich meint sie/er es nicht, gesagt hat sie/er es aber.

Aber auch was man schon lange hat, schätzt man nicht mehr so.
Das "zu" ist also für die Aussage gar nicht nötig.


Antworten Gast: Descartes
14.10.2012 21:11
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Re: Das kleine Wörtchen "zu"

wegen Buchstabenreitern wie Ihnen sind einst Kriege ausgebrochen.

Re: Re: Das kleine Wörtchen "zu"

Präzision ist der einzige Schutz eines Autors, nicht missverstanden zu werden. Und nicht einmal der ist sicher.

Nicht wegen welcher wie mir sind einst und werden auch künftig Kriege geführt worden/werden, sondern wegen jener, die den Grund für das Missverständnis nicht erkennen und nicht thematisieren - sondern annehmen, dass gilt, was der Autor irrtümlich geschrieben hat.
; )
Und warum sollte man von einem Journalisten nicht zur Abwechslung ein wenig Präzision verlangen?

Antworten Antworten Antworten Gast: Descartes
15.10.2012 08:48
0 0

Re: Re: Re: Das kleine Wörtchen "zu"

gut argumentiert, Respekt!

Dennoch bleibt immer der auch von Ihnen erwähnte Relativierungseinwand: Man kann alles missverstehen, wenn man nur will, Präzision ist eben kein Totalschutz.

Gast: tigerenter
13.10.2012 18:53
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ja gut, daß sich die regierungen nicht mehr gegenseitig umbringen wollen ist gut.

andererseits erwartet man heutzutage auch nichts anderes von halbwegs gebildeten europäischen erwachsenen ohne gröbere geisteskrankheiten.

aber die menschen spüren daß es kein friedensangebot von der EU an sie gibt.
ganz im gegenteil.
mit giftlampen, verbot der behaglichkeit, sozialer kälte, zerstörung der arbeitsplätze, zerstörung der gesunden landwirtschaft und lebensmittelherstellung, mißachtung der menschenrechte, ausspionieren der privatsphäre, vorratsdatenspeicherung, acta, indect, terrorgesetzen, mißbrauch von steuergeld, zerstörung der spareinlagen, .....
fühlt man sich nicht wie im frieden. man wird schikaniert, bedroht, verfolgt, verletzt, beraubt und hat keine friedlichen, nämlich demokratischen mittel irgendetwas daran zu ändern.

also wenn die EU von der bevölkerung mit frieden assoziert werden will muß sie zuallererst ihr aggressives verhalten gegen die bevölkerung einstellen.

Sehr kompakt.

So viel dummes Zeug kann kaum noch kompakter ausgedrückt werden.
Es ist schon ein paar hundert Jahre her, dass die Regierenden im Feldzug ganz vorne standen; und fielen. Zuletzt haben sie sich in der "Wolfsschanze" und ähnlich kruden Betonburgen verschanzt und das Volk krepieren lassen.
Die EU ist gewiss verbesserungsfähig, doch ist das kein Grund, sie zu verteufeln. Wo sind, bitte, Ihre brauchbaren Vorschläge?

Antworten Gast: kraank
13.10.2012 23:48
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Re: ja gut, daß sich die regierungen nicht mehr gegenseitig umbringen wollen ist gut.

So gemütlich möchte der Syrer auch leben. Was für ein Terror gibt es denn überhaupt hier? Kranker.

Antworten Antworten Gast: Gast: Leser
14.10.2012 16:33
4 1

Re: Re: ja gut, daß sich die regierungen nicht mehr gegenseitig umbringen wollen ist gut.

Den Terror gibt es schon: den Meinungsterror; was bzw. wer sich nicht der verordneten p.c. unterwirft, wird gnadenlos verfolgt, großteils auch schon gerichtlich.

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