26.05.2013 04:43 Merkliste 0

Dschingis Khan der Eurozone

MICHAEL LACZYNSKI (Die Presse)

Deutschlands Finanzminister will, dass sich die Welt vor dem EU-Kommissar fürchtet.

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Es war wohl kein Zufall, dass Wolfgang Schäuble seine Vorstellungen zu einer Neuorganisation der europapolitischen Krisenfeuerwehr ausgerechnet auf dem Rückweg aus Fernost geäußert hat. Man kann getrost davon ausgehen, dass der deutsche Finanzminister während seines Aufenthalts in Tokio, Bangkok und Singapur von besorgten asiatischen Kollegen bekniet wurde, endlich durchzugreifen und jenen großen und erlösenden Wurf zu wagen, der die europäische Malaise ein für alle Mal aus der Welt schafft.

Dass derartige Wunschvorstellungen mit der komplexen Realität der Eurozone im Jahr vier der Krise wenig zu tun haben, tut wenig zur Sache. Schäuble hat den Heimflug jedenfalls dazu genutzt, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. So wünscht er sich für die Eurozone eine Art Dschingis Khan – einen „gefürchteten“ Währungskommissar, der im Alleingang gegen Reformverweigerer in die Schlacht ziehen soll und von einem muskulösen EU-Parlament sekundiert wird – frei nach dem Motto „getrennt marschieren, vereint schlagen“.

Dass derartige Vorschläge in Paris nicht gut ankommen werden, liegt auf der Hand – schließlich reagiert die französische Regierung auf alle Versuche, die nationalen Handlungsspielräume einzuschränken, allergisch. Das weiß auch Schäuble. Warum macht er sie trotzdem? Wohl um das Feld für die kommenden Krisenberatungen abzustecken. Denn je größer dieses Feld, desto mehr Manövrierraum hat Berlin – auch für das eine oder andere Rückzugsgefecht, das in den Verhandlungen mit Paris wohl notwendig sein wird.

 

michael.laczynski@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2012)

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8 Kommentare

Alter

Herr Schäuble hat wohl ein Alter erreicht, indem es ihm wohl nicht mehr vergönnt sein wird, der Nachwelt ein positives Andenken an ihn zu hinterlassen.

Rückzugsgefecht? NIEMALS!!!!

vorwärts, über den rhein! richtung paris!

so wie 1871!

die frechen franzosen müssen mal wieder eins aufs maul bekommen!
und die briten gleich dazu!

das deutsche wirtschaftswunder

wäre mit einem dschingis khan wohl nicht möglich gewesen.
denn anstelle des erhobenen zeigefingers auf grund der massiven defizit-überschreitung durch schröder&co hätte herr khan diese wirtschaftliche gesundung nach den vorstellungen eines schäuble umgehend abgewürgt.

Gast: fi ha
16.10.2012 19:27
4 0

jössas, ein wahnsinniger.

er wird wohl das militär brauchen wenn er in eine schlacht ziehen will. aber das wird er - und leider nicht nur er - nicht überleben.

sollte man nicht endlich erwägen, uns vor ihm und ihn vor sich selbst zu schützen?

Antworten Gast: Meinninger
17.10.2012 07:56
0 6

Re: jössas, ein wahnsinniger.

die Österreicher werden bald die Wahl haben,.. einerseits nationalistische Heilsbringer, allesamt weltfremde Demagogen und unverantwortliche Populisten, die das Blaue vom Himmel versprechen, und Österreich zurückführen in die wenig zukunftstauglichen Regionen des Balkans,..Ungarn ist für sie ein leuchtendes Beispiel,..(auch Kärnten)
oder in eine verkleinerte, schlagkräftige Kern-Europa Union ohne Provinzkaiser und rechte Versager,denn die werden dort nichts zu melden haben,..ob allerdings Europa auf Österreich angewiesen ist, das ist zu bezweifeln,..denn der Alleingang würde ein bitteres Erwachen bewirken,.. denn dann ist Schluss mit fetten Pensionen
billigem Gesundheitswesen und die Agrarsubventionen wird dann halt der Frank Stronach oder der Strache aus der eigenen Tasche zahlen,..wers glaubt wird selig.

Antworten Antworten Gast: mu hu
17.10.2012 18:48
0 0

Re: Re: jössas, ein wahnsinniger.

LOL
deine "verkleinerte, schlagkräftige Kern-Europa Union" wird diese suizidöse kernspaltung nicht überleben.
adieu barroso, rompuy und ihr untalentierte eurolichtgestalten!

europa wird das nicht stören.
europa war immer schon größer und besser als diese erbärmliche EU und ihr vorbild udssr und wird das auch immer sein.

Re: jössas, ein wahnsinniger.

bin auch der Meinung, dass diese EU/Euro Wahnsinnigen unter Sachwalterschaft zu stellen sind.

Antworten Antworten Gast: Tourist
16.10.2012 22:07
2 1

Re: Re: jössas, ein wahnsinniger.

Unter Sachwalterschaft gehoert der Schaueble. Diese Schwachmaten meinen tatsaechlich der Sozialstaat haette Irland und Spanien in pleite getrieben.

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