Augenauswischerei“ ist wohl der treffendste Ausdruck für die jetzt so bejubelte Reform der Einheitswertbesteuerung in der Landwirtschaft. Auch nach der „Reform“ werden neun von zehn Bauern keine detaillierte Einkommensteuererklärung legen müssen, obwohl sie über die dazu nötigen Daten verfügen. Hoffentlich. Denn ein Betriebsführer, der nicht einmal auf Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben zurückgreifen kann (und damit über den ökonomischen Zustand seines Betriebs völlig im Dunkeln tappt), wäre wohl besser beraten, den Hof in fähigere Hände zu übergeben.
Schon klar: Die Subventionen aus Steuergeld an die Landwirtschaft sind mehr als zwanzig Mal so hoch wie deren Gesamtsteuerleistung. Es ist im Prinzip also egal, von welcher öffentlichen Tasche man in die andere umschaufelt. Aber vielleicht ist die Missachtung der Betriebswirtschaft, wie sie aus der Pauschalierung durchblitzt, ein Teil des Problems? Schon einmal darüber nachgedacht, liebe Agrarfunktionäre?
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2012)















