24.05.2013 05:43 Merkliste 0

Sie haben einen Auftrag

GEORG RENNER (Die Presse)

Die Politik tritt „Beauftragten“ eine ureigene Aufgabe ab.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Soll es in einer Großstadt jemanden geben, der nachdenkt, wie man Universitäten in das Stadtleben einbindet? Natürlich. Wie man Radfahrer fördert? Unbedingt! Wie man Fußgängern das Leben erleichtern kann? Keine Frage.

Dass Wien nun aber reihenweise „Beauftragte“ einstellt, die nur über ihre Themen philosophieren, Ansprechpartner für Betroffene sind und deren Wünsche weiterreichen, stellt eine Kapitulation der Politik dar. Denn tatsächlich verfügt die Stadt mit 100 Gemeinderäten über einen Thinktank, dessen Mitglieder genau das tun sollten. Jeder Mandatar – schon dem Wortstamm nach ein „Beauftragter“ – hat Standpunkte einzufangen, Interessen abzuwägen und dafür zu sorgen, dass die Stadt nicht an den Menschen vorbeiverwaltet wird.

In einer großzügig geförderten Parteiendemokratie kann es nicht zu viel verlangt sein, dass sich Mandatare auf komplexe Themen spezialisieren und sich eine Meinung dazu bilden. Das an Externe auszulagern zeigt, wie wenig sich die aktuelle Politik selbst zutraut. So sehr, dass man fast vermuten könnte: zu Recht.

 

Mail: georg.renner@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

8 Kommentare

Sehr richtig.

Auch demokratiepolitisch ist die "Verbeamtung" der Politik bedenklich.

Gast: vandablue
23.10.2012 14:03
3 0

Unnötig wie ein Kropf

Beim Lesen dieses Artimkels in der Presse ist mir übel geworden! Wie viele dieser unnötigen Beauftragten -, müssen wir Bürger noch erhalten? Radfahrer-.Abfall-, Schulschwänz-, Integrations- ? und last but not least nun noch diese Grünin, die mir noch aus dem Jahre 2006 in unangenehmster Erinnerung ist, eine Fußgängerbeauftragte! Sie war diejenige, die damals die Antihundedebatte ins Rollen gebracht hat durch die Initiative "Eltern gegen Hundekot" und dann hat sich die Gemeinde Wien als Abzocker derr Nation mit ernormen Kostensteigerungen und Hundehass säend drangehängt! Es hat noch nie so viele Vergiftungen gegeben, als in der letzten Zeit, der Hass gegen die nicht "existenten" Kampfhunde ist förmlich eskaliert! Jetzt hat diese Obergrünin aus der Brigittenau wieder von sich reden gemacht und scheinbar hat sie in ihrem erlernten Beruf keinen passenden Job gefunden!
Was machen die Mandatare eigentlich außer monatlich ein gerade nicht geringes Gehalt zu kassieren?
Ich bin zwar Fußgängerin, aber von dieser Frau Jens vertreten zu werden, nein danke!

Gast: jederzeit
23.10.2012 12:25
2 0

also sind auch die grünen nicht mehr wählbar, da auch nur abzocker, indem sie versorgungsposten für ihre parteigänger auf steuerzahlerkosten schaffen!!

danke für den wink mit dem zaunpfahl..

Gast: betadonna
23.10.2012 12:23
3 0

diese beauftragten, alle berater etc sollten vom gehalt der mandatare bezahlt werden..

vielleicht kommen diese dann drauf, dass es möglicherweise doch vernünftiger wäre selber ein wenig zu arbeiten, anstatt alles auf externe abzuschieben??

Gast: Externe Berater = Beauftragte
23.10.2012 10:57
6 0

Versorgung

Was unter der schwarz-blauen Regierung die externen Berater waren, die statt der vorhandenen Beamten eingesetzt wurden, sind jetzt bei Rot-Grün in Wien die "Beauftragten".
Unterschied: Die externen Berater kassierten mehr Einzelhonorar, waren aber Selbständige, die "Beauftragten" kassieren weniger, aber dafür dauernd und sind als Angestellte sozialversichert.
Das ist anscheinend ideologisch notwendig.

Antworten Gast: Gast: Leser
23.10.2012 11:49
5 0

Re: Versorgung

Richtig: die Grünen haben bei der Wahl Stimmen und Mandate verloren und sind dafür zur Belohnung vom - ebenfalls "bestraften" Häupl - in die Stadtregierung aufgenommen worden. Daher müssen sie jetzt einigen ihrer arbeitslosen (weil unfähigen) Anhänger gutbezahlte Jobs verschaffen - notfalls, indem diese Jobs neu geschaffen werden: eben diese "Beauftragten". Die Grünen haben offenbar sehr gut von den Großparteien gelernt.

Gast: dfgdfg
23.10.2012 09:27
3 1

Ihr Artikel würde dann stimmen, wenn es tatsächlich um die Übertragung von Aufgaben und Kompetenzen ginge.

Leider handelt es sich ganz offensichtlich um das Versorgen der eigenen Klientel. 100% Korrupt, 0% bis jetzt am Futtertrog gewesen sollten die Plakate lauten.

No na

Wie wäre es mit der Feststellung, dass die sogenannten "Beauftragten" nichts anderes sind als steuerfinanzierte Wärmestuben für verdiente Grüne Wasserträger aus der 2. und 3. Reihe?

Ja genau, jene Grünen, die sich immer als Moralapostel aufspielen und die Gutherzigkeit gepachtet haben.

Mehr Kommentare:

Top-News