Die Punkterichter gaben US-Präsident Barack Obama die besseren Haltungsnoten nach dem dritten TV-Duell gegen Mitt Romney. Und tatsächlich hinterließ der Amtsinhaber erneut einen weitaus wacheren Eindruck als beim ersten Aufeinandertreffen, das er in einem tiefschlafähnlichen Zustand verbracht hatte. Obama beherrschte die außenpolitisch geprägte Debatte in souveräner und schlagfertiger Manier; ihm glückten die besseren Sager, die dann sogleich per Twitter und YouTube auf Weltreise geschickt wurden.
Abseits stilistischer und tonaler Nuancen waren inhaltlich jedoch kaum Unterschiede zwischen den Präsidentschaftsbewerbern zu bemerken. Beide blieben pragmatisch und weitgehend visionslos. Romneys taktisches Hauptanliegen war es, sich nicht ins radikale Eck abdrängen zu lassen und den würdigen Präsidenten in spe zu geben. Das gelang ihm, wenngleich er es etwas übertrieb mit der Zurückhaltung.
Letztlich ist diese TV-Diskussion für den Wahlausgang irrelevant. Entschieden wird das Rennen nicht in der außenpolitischen, sondern in der wirtschaftlichen Arena. Und deshalb hat Romney immer noch gute Chancen.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2012)















