Der internationale Radsport befindet sich in Aufruhr, die Causa Lance Armstrong lässt sich eben nicht so einfach mit der Aberkennung seiner Tour-Titel für beendet erklären. Zwei Tage nach dem endgültigen Fall des Superstars wurde nun in Paris der Parcours der 100.Auflage der Tour de France im Sommer 2013 präsentiert. Die Etappen, die da zu bewältigen sind, verbreiten schon beim Anblick der Distanzen und Höhenprofile Angst und Schrecken. Insgesamt drohen an 21Wettkampftagen 3360 Kilometer, daran hat man sich eh schon gewöhnt. Eine Jubiläumsauflage muss aber natürlich schon auch das eine oder andere Schmankerl bieten. Entschärfen kommt nicht infrage, ein Anstieg nach Alpe d'Huez reicht einfach nicht, da sollen sich die „Helden der Landstraße“ doch zweimal hinaufquälen. Und ohne Mont Ventoux geht bei der Tour sowieso nichts.
Der Tour-Chef nahm bei der Präsentation die Fahrer und die Teamchefs in die Pflicht, gegen Doping werde man auch weiterhin strikt vorgehen. Aber systematisches Doping wurde nicht nur im Rennstall von Lance Armstrong betrieben. John Fahey, Chef der weltweiten Anti-Doing-Agentur, ahnt Böses: „Es gab eine Zeit, da gehörte Doping für jeden Fahrer dazu.“ Der gesamte Radsportweltverband hat sauber versagt.
wolfgang.wiederstein@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2012)















