18.05.2013 21:15 Merkliste 0

Glaubt der ORF an gerechte Watschen?

THOMAS KRAMAR (Die Presse)

„Chili“ war schon lange fällig. Aber es ist niederträchtig, die Attacke auf Heinzl als Begründung zu verwenden.

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Die Einführung von „Chili“ war der schwerste Missgriff der an Missgriffen nicht armen Ära Wrabetz. Dass der ORF um viel Geld ein reines Boulevardformat ankaufte (und damit die bewährten „Seitenblicke“ sinnlos konkurrierte), das war nicht seinem Auftrag gemäß und geschäftlich falsch zugleich.

So wäre es zu jeder Zeit richtig gewesen, „Chili“ einzustellen und Heinzl dorthin zu entlassen, wo er hingehört: auf den Kommerzsendermarkt. Nur nicht gerade jetzt, und nicht mit dieser Begründung: Von einer „Privatfehde“, die „für beide Beteiligten Konsequenzen haben“ müsse, sprach der Finanzdirektor des ORF. Er meinte die verbalen und körperlichen Attacken des „Große Chance“-Jurors Sido auf „Chili“-Moderator Dominic Heinzl. Er impliziert damit, dass Heinzl an dem Schlag, der ihn traf, mit schuld gewesen sei, nach dem volkstümlichen Motto: Die Watschen wird er sich schon verdient haben, dieser Schnösel, wahrscheinlich hat er provoziert oder frech dreingeschaut...

Man kann Heinzl unsympathisch finden. Aber das berechtigt niemanden, auch keinen Ex-Gangsta-Rapper, seine tote Mutter zu beleidigen und ihn zu schlagen. Es ist traurig, dass viele Poster auf diversen Homepages, meist freilich anonym, diese Gewalt akzeptabel oder sogar begrüßenswert finden. Es ist noch trauriger – und feig dazu! –, dass sich offizielle Organe des ORF diesem „Urteil“ des Internet-Mobs anbiedern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)

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12 Kommentare

Diese Causa ist doch ein guter Spiegel

unserer Gesellschaft. Auf der einen Seite Heinzl, der von Beifall über Kopfschütteln bis zur Ablehnung alles auslöst. Auf der anderen Seite Sido, dem man, warum auch immer, so einiges nachsieht. Der eine ätzt, wie immer und der andere kehrt sein Innerstes nach außen und haut einfach mal drauf. So weit, so gut, so vorhersehbar. Dann passiert aber das, was dieser Gesellschaft mehr schadet, als die beiden infantilen Protagonisten dieses Stücks es je könnten. Der ORF, als Machtinstanz in diesem Fall, reagiert erst empört, ob der Ungehörigkeit seiner Kinder und schickt sie ins Zimmer. Dann protestieren die Freunde der beiden gegen die Ungerechtigkeit der Erziehungsmaßnahme und Mama Zechner knickt ein, zu Gunsten des Schlägers, der die lauteren und auch irgendwie aggressiveren Freunde hat. Er darf, nachdem er Besserung gelobt und versprochen hat nicht mehr öffentlich zu hauen, wieder am Tisch Platz nehmen.
Was lernen wir daraus? Wer laut und unangenehm genug ist und das mit einer noch lauteren und pöbelnden Meute im Rücken, kann sich mehr erlauben.
Schade, um die verpasste Gelegenheit, den vielen Kindern und Jugendlichen, die diese Sendung sehen, zu zeigen, dass Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft hat. So haben sie gelernt, dass die Faust ein super Argument und der absolute Weg zum Erfolg ist.
Im Übrigen, wenn Heinzl die Watschn allein ob seines Formats verdient, dann würde ich mich an Fr. Zechners Stelle ganz schnell wo verstecken.

IMHO ist die "Watschn" nicht Grund genug,

ihn ausgerechnet jetzt NICHT abzusetzen.

Es war ja nicht so, daß er "aus heiterem Himmel" angegriffen worden wäre, sondern im Rahmen der rüpelhaften Ausübung seines Berufs.

Daß Sido ein noch weit größerer Rüpel ist, sollte Heinzl trotzdem nicht zum Vorteil gereichen.

Wenn wir also Beide nicht mehr im ORF sehen müssen hatte diese Watschn wenigstens eine positive Seite.

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Danke

für diesen Artikel. Besser hätte man es nicht sagen können!

Abschaffung der Zwangsgebühren für diesen ORF bitte sofort! Privatisiert ihn, je schneller umso besser.

Gast: Hermann vom Gipfel
31.10.2012 11:38
1 0

Ein Sittenbild für die Zukunft

Wer politisch nicht passt oder einfach nur "keine Eier hat":
Ein Faustschlag ins Gesicht und die finanzielle Schädigung durch den ORF.

Heinzl soll den ORf auf Millionen klagen. Sido drohen mindestens 5 Jahre unbedingt.

Der schwerste Missgriff?

"Die Einführung von „Chili“ war der schwerste Missgriff der an Missgriffen nicht armen Ära Wrabetz."

Challenge accepted. I take your "Chili" and raise you by "Mitten im Achten".

Antworten Gast: Grummelbart2
31.10.2012 09:09
1 0

Re: Der schwerste Missgriff?

Mitten im Achten war kein derartiger finanzieller Griff ins Klo wie der Heinzl.

Der Heinzl hat (um Himmels Willen!) ein eigenes Studio eingerichtet bekommen in Wien auf Kosten des ORF, und auch sonst wird ers dem ORF nicht "billig" gegeben haben.

Mitten im Achten war eine Blamage, ja, aber wohl finanziell nicht so katastrophal wie Chili - und eine eigenproduzierte Sitcom ist noch tausendmal eher mit dem Gedanken eines öffentlich.rechtlichen zu verienbaren als ein Gefudel wie Chili.

Gast: hannking
31.10.2012 08:15
5 0

Weg mit den Zwangsgebühren!!!! ORF ist sowieo schon verschlüsset!

Weg mit der ORF Gebühr. Leider ist Strache der einzige, der das im Programm hat......

Gast: Rössler
31.10.2012 07:47
1 0

Heinzl+Sido=ORF-Programm

Heinzl wie Sido passen hervorragend in das Niveau der ORF-Sender. Unverständlich, diese würdigen ORF-Talente zu verschleudern.

4 0

Ablenkung

Sido und Heinzl interessieren mich nicht!
Mich stört aber, dass in einem angeblich freien Markt Zwangsgebühren kassiert werden. Das ist der eigentliche Skandal!

wer jemanden bepöbelt, anspuckt und beschimpft hat keine Schuld an einer Reaktion

na bumm.

Herr Autor, probieren sie heinzls verhalten aus und warten sie auf die reaktion ihrer Umwelt.

Antworten Gast: Unregistrierter
31.10.2012 09:47
1 0

Re: wer jemanden bepöbelt, anspuckt und beschimpft hat keine Schuld an einer Reaktion

Und genau das hat Heinzl auch nicht getan.
Er wurde grundlos von Sido angegangen - und Gewalt gut zu heißen, ist eine Schande.

Selten so viel

Unsinn gelesen!

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