24.05.2013 07:52 Merkliste 0

Peanuts für die Politik

OLIVER PINK (Die Presse)

1,8 Prozent mehr? Die Optik ist zwar ungünstig, rituelle Empörung aber fehl am Platz.

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Der Leitsatz „If you pay peanuts, you get monkeys“ gilt für die heimische Politik nur bedingt: Denn Österreichs Politiker verdienen nicht schlecht – vom Bundespräsidenten (22.848 Euro brutto) abwärts über den Minister (16.320) bis zum Nationalratsabgeordneten (8.160). Andererseits heißt das aber noch nicht, dass sie auch in der freien Wirtschaft ähnlich entlohnt würden. Das Arbeitspensum österreichischer Spitzenpolitiker ist zwar unbestritten hoch, das Ansehen und das Vertrauen in ihre Lösungskompetenz sind es aber eher nicht.

Doch bevor nun das rituelle Politiker-Bashing im Blätterwald am Boulevard einsetzt: Eine moderate Gehaltserhöhung – vergleichbar jener der Pensionisten – ist nach vier Nulllohnrunden hintereinander durchaus vertretbar.

Zumal eine solche ja nicht aus Jux und Tollerei vorgenommen wird, sondern es dafür eindeutige gesetzliche Vorgaben gibt: Laut diesen hat sich die Anpassung an der Inflation des Vorjahres oder der Erhöhung der ASVG-Pensionen zu orientieren, wobei der jeweils geringere Wert heranzuziehen ist. Im konkreten Fall also die 1,8 Prozent der Pensionisten.

So weit, so unspektakulär. Wenn es da nicht diese doch ein wenig streng riechende Vorgeschichte gäbe: Erst im Juli 2012 wurde die Parteienförderung erhöht. Sie sollte zudem rückwirkend für das ganze Jahr ausbezahlt werden. Nach einer Schrecksekunde hieß es dann, es handle sich um einen Irrtum, es werde natürlich nur die Halbjahres-Summe von 6,9 Millionen Euro ausgezahlt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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11 Kommentare
Gast: Oktober
02.11.2012 17:34
0 0

Richtig gedacht, nur falsch herum

"Andererseits heißt das aber noch nicht, dass sie auch in der freien Wirtschaft ähnlich entlohnt würden."

Wie wahr.

Gast: nano 2
02.11.2012 15:26
0 0

Schweinerei

Die Staatsbediensteten müssen 2013 eine Nullohnrunde verkraften und die Politiker gönnen sich eine Gehaltserhöhung.

Gast: VictoriaI
02.11.2012 14:21
1 0

Gute Arbeit, gute Bezahlung

Gute Politiker sollen gut bezahlt werden. Keine Frage. Aber das was hier seit Jahren abgeliefert wird, ist grottenschlecht. Nur wenn es um den eigenen Geldbeutel respektive den der Parteien ging, da waren sie gut, die Damen und Herren.
Im Gegenzug wird gespart bei den ASVG-Pensionisten, bei den Bausparverträgen, werden Gebühren laufend erhöht und eine Vermögensteuer das Wort geredet, die bei Umsetzung den Mittelstand - trotz aller Gegenreden - ganz gewaltig treffen wird.

"verdienen" nicht schlecht

"verdienen" ist der falsche begriff.

Sehr geehrter Herr Pink!

Deutschlands Bundespräsident (83 Millionen Einwohner) verdient 200.000 Euro Brutto im Jahr, Österreichs BP 319.872! Das können Sie dann vom Bund über die Länder bis in die Städte herabbrechen. Überall das gleiche Bild: Österreichs Politiker stehen bei den Bezügen an der Spitze aller europäischen Länder!

Sie vergessen, Herr Pink, dass sich diese unverschämt bereichernde Kaste unlängst die Parteienfinanzierung mit Indexanpassung verdoppelt hat, während Bauspar- und Zukunftsvorsorgeprämien halbiert wurden.

Angesichts des wahren Zustandes dieses Landes (Verschuldung und keine Reformen im öffentlichen Sektor), welche eben immer wieder von Ihrer Zeitung zu Recht angepranngert wird, ist jede Erhöhung für diese Kaste ein Hohn und wird sich hoffentlich mit noch größerer Abscheu gegenüber dieser Kaste manifestieren!

Wir haben diese Politiker so satt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ihre Definition des Begriffes "Arbeit", Herr Pink?


Die wär nämlich wichtig, wenn Sie schreiben: "Das Arbeitspensum österreichischer Spitzenpolitiker ist zwar unbestritten hoch,..."

Die heimischen Berufspolitiker sind süchtig nach ihrer höchstpersönlichen quantitativ hohen Erwähnungsquote in den Medien.

Sie sind süchtig danach, sich zur Bestätigung ihrer defekten psychischen Selbsteinschätzungen mit buckelnden, aus Steuergeldern bezahlten Vasallen zu umgeben.

Sie sind süchtig nach einer Bewunderung, die sie sich aufgrund ihrer in den Negativ-Bereich gerichteten Leistungsprofile niemals verdient hätten.

Sie sind süchtig danach, möglichst viel zu reden, und ihre inhaltsleeren Reden einem möglichst großen Publikum aufzuzwingen.

Sie sind süchtig nach einer verantwortungslosen Macht, die sie gegen die Bevölkerung einzusetzen gewöhnt sind.

Die Befriedigung dieser Süchte nennt die Politiker-Kaste "Arbeit".

Für jeden tatsächlich arbeitenden Menschen stellt diese Suchtbefriedigung als "Arbeits"-Definition einen Schlag ins Gesicht dar.

Wie kann man derartig eitlen Suchtbefriedigern noch trauen, außer ihnen - unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit - ausschließlich das Allerschlimmste zuzutrauen?

leistung

unsere leistungsträger müssten noch geld hergeben u. nicht eins bekommen. lauter unfähige koruppte kasperln, die nichts können.

Gast: PÖHSE
01.11.2012 19:24
0 0

Pfeifst Du auf meine Meinung, brauchst DU



Deine auch nicht zum Besten zu geben !

Gast: nixerix
01.11.2012 19:06
1 0

Wir haben zuviel monkeys, also bitte weniger peanuts

Bin der Meinung dass Politiker sogar mehr verdienen sollten - jedoch variabel anhand von Erfolgsindikatoren. Die aktuelle Truppe müsste nach diesem Modell mindestens 1/3 weniger bekommen.
Bzgl. Peanuts und Monkeys möchte ich nur mal folgenden Gedanken einwerfen: trotz der international betrachtet sehr großzügigen Entlohnung zieht die österr. Politik schon lange keine Highflyer mehr an. Keiner aus der aktuellen Regierung hat vorher in einem Job gearbeitet in dem er/sie annähernd die HÄLFTE vom aktuellen Politikergehalt verdient hätte - kein Wunder das niemand unliebsame Reformen angeht - man will doch weiter verdienen.....

Gast: PÖHSE
01.11.2012 19:03
1 0

Gibt es bei diesem Artikel nur EINE



Meinung, und die ist rosa?

Gast: PÖHSE
01.11.2012 18:51
4 0

Nicht nur eine Frage der Optik,



sondern des Prinzips.
Dieselben Politruks, die Österreichs Volk verpflichten, auf Jahrzehnte den EU-Quatsch inklusive Schulden hoffnungsloser, fremder Länder zu zahlen, und dafür zu sparen und verzichten, genehmigen sich im selben Atemzug eine
'''''''''wohlverdiente''''' Erhöhung der Bezüge .

Und lachen uns aus.
Die Tatsache, daß der SCHADEN, den sie anrichten, um Dimensionen höher ist, als alle Bezüge, macht das nicht besser .

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