Holocaust und Tierschutz

OLIVER GRIMM (Die Presse)

Ein Sittenbild: In Deutschland ist es verboten, Massentierhaltung der Shoa gleich-zusetzen. In Österreich nicht.

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Darf man KZ-Häftlinge mit Schlachtvieh vergleichen und dies mit „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ quittieren? Nein, befand das deutsche Bundesverfassungsgericht 2004, und verbat eine Kampagne des Tierschutzvereins Peta. Die Instrumentalisierung von ermordeten Juden im Dienste des Tierschutzes verletzte die Persönlichkeitsrechte der Holocaust-Opfer und mache noch ihre Nachkommen verächtlich. Am Donnerstag hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte dieses Urteil bestätigt.

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Ganz anders hat das im Oktober 2006 der Oberste Gerichtshof in Wien gesehen. Er billigte den Vergleich, weil er dem erlaubten Zweck diene, „in einer von Werbung reizüberfluteten Gesellschaft Aufmerksamkeit für ein Anliegen zu erzielen“. Das ist ein utilitaristisches Argument, dessen Monstrosität jedermann leicht erkennt, der den Vergleich umdreht und nicht Schweine mit Juden gleichsetzt, sondern Juden mit Schweinen – wie es in der Nazi-Propaganda gang und gäbe war.


oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2012)

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6 Kommentare

Mich ärgert vor allem, dass es immer moderner wird,

den Nationalsozialismus mit Schwachsinnsvergleichen wie "Zigaretten bringen mehr Menschen um als Hitler" zu verharmlosen und dass solch eine "nichtrassistisch motivierte" Relativierung überhaupt keine Rechtsfolgen hat, während typische Neonazis nach so Behauptungen wie "jüdisch dominierte Ostküsten-USA" seien der "größte Völkermörder aller Zeiten" sehr wohl angeklagt werden.

Hier mangelt es an Ausgewogenheit.

Ja prima.

Am besten, wir verbieten überhaupt jeden Scheiß, besser noch durch Gesetze statt über die Judikatur. Burgenländerwitze z.B. gehen gar nicht. Wann geht da endlich jemand zum OGH?

ich hätte den Vergleich

gequälte Tiere und die von Nikolai Jeschnow's NKWD gequälten Menschen als treffender empfunden

ich mein ja nur

seit wann hat diese zeitung ein problem mit "utilitaristischen argumenten"???



ausgerechnet die zeitung in der geringverdiener, pensionisten und kranke nur als lästige kostenfaktoren vorkommen beschwert sich über "utilitaristische argumente"? selten so gelacht!

ist das dieselbe zeitung
-die rosenkranz gegen fischer unterstützt hat
-die seit jahr und tag der abschaffung des verbotsgesetzes das wort redet
-in der antifasch. als schimpfwort firmiert???

ja, sie ist es!

dieses blatt regt sich aus heiterem himmel über einen ogh-entscheid auf, der ganz dem entspricht, was es jahrelang gefördert und gefordert hat: man soll sich bitte schön nicht so aufregen über das thema, und wers trotzdem tut ist wohl linkslinkser hy.st.eriker oder dergl.

noch schlimmer als dieser üble ogh-entscheid und die tierschützer, die so geschmacklos sind derart für ohre anliegen zu wervben sind nur die gesammelten pr.es.s.e-kommentare zum thema n.s-sowohl die der red., als auch die der lieben forumsteilnehmer.

Re: seit wann hat diese zeitung ein problem mit "utilitaristischen argumenten"???

Werte Leser,
hier sehen Sie am aktuellen Beispiel, dass der Löwelstraßencontainerfake doch noch nicht serienreif ist - bei längeren Absätzen wird die software von Aussetzern heimgesucht und beginnt zu stottern. Aber haben Sie Geduld, die Macher werden auch dies bald in den Griff kriegen ........

Re: Re: seit wann hat diese zeitung ein problem mit "utilitaristischen argumenten"???

ja genau, wir arbeiten noch daran! und wenn es so weit ist, übernehemn wir die presse und überschwemmen sie mit links-linkser propaganda, hähähä!

jedenfalls danke für die konstruktive kritik.

ganz liebe grüße

laura

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