Geld macht keine Kinder

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Der Staat stellt Familien mehr Geld bereit, als diese haben wollen. Derartige „Probleme“ löst der Staat mit links.

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Es sind Debatten wie diese, die Österreich ausmachen: Das Finanzministerium macht die erfreuliche Entdeckung, dass ein Großteil der Familienförderung nicht abgeholt wird. Die Absetzbarkeit für die Kinderbetreuung kostet den Staat nicht wie erwartet 165 Millionen Euro, sondern nur 36 Millionen Euro. Und der Kinderfreibetrag belastet das Budget nicht mit 175 Millionen Euro, sondern nur mit 76,5 Millionen Euro. Womit der Staat 227,5 Millionen Euro weniger ausgeben muss als veranschlagt.

Nun könnte man sich freuen, weil weniger Geld ausgegeben wird als geplant (kommt ja nicht so oft vor). Man könnte die nicht nachgefragten Gelder auch einfach streichen, weil der Staat in seiner Großzügigkeit übertrieben hat (kommt ja öfter vor). Am besten wäre freilich, die nicht benötigten Mittel jenen zurückzugeben, die offensichtlich zu hohe Steuern und Sozialabgaben abführen.

Stattdessen wird fieberhaft überlegt, wie das Geld andernorts zu verbraten wäre. Für eine nicht vorhandene Nachfrage wird einfach das passende Angebot gesucht. Das ist absurd. Der Grund, warum weniger Geld für die Kinderbetreuung von der Steuer abgesetzt wird, heißt nämlich „Gratiskindergarten“. Und der ist alles, nur nicht „gratis“, wie die Gemeinden wissen.

Hinzu kommt, dass kein Land der Welt Familien mehr Geld zusteckt als Österreich. Und dennoch ist die Geburtenrate im Keller. Weil Geld eben keine Kinder macht. Ein Problem, das die Politik nun mit noch mehr Geld zu bekämpfen versucht. Viel Glück!

 

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2012)

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9 Kommentare

Eltern entlasten - ein nötiger Ausgleich für ihre überhöhte Lohnsteuerpflicht!

Lieber Herr Schellhorn!
Als regelmäßiger Leser Ihrer Analysen war ich recht überrascht, dass Sie die steuerliche Situation für Familien so falsch einschätzen. Eine progressive Besteuerung, die sich auf die größere Leistungsfähigkeit der höher besteuerten Bürger beruft, kann nur das frei verfügbare Einkommen als Grundlage haben. Wenn ein Arbeitnehmer Versorgungspflichten hat (Unterhaltsansprüche von Kindern und Partnern sind auch bei aufrechter Beziehung gerichtlich einklagbar!), ist er nicht gleich leistungsfähig. Die steuerliche Absetzbarkeit ist daher eine grundlegende Frage der Gerechtigkeit! Wenn sie unter den bestehenden bürokratischen Hürden (auch die Oma muss einen Kurs besuchen und Rechnungen schreiben) die Absetzbeträge nicht ausgeschöpft werden, dann muss der Zugang erleichtert werden! Einen interessanten Konter zu Ihrem Kommentar gibt es übrigens hier zu lesen: http://www.leonore.at/2012/11/groszugige-offentliche-hand/

....

Zitat Schellhorn:

"Für eine nicht vorhandene Nachfrage wird einfach das passende Angebot gesucht."

Jetzt kann ich mich doch erinnern, dass das Saysche Theorm besagt: "Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst."

Wenn man also einer angebotsorientierten Logik folgt, muss man sich fragen, warum die gerade dann nicht greift bei dem Hr. Schellhorn, wenn der Staat das Angebot bereit stellt.

Genderismus ist angesagt und das bedeutet wenig Kinder.

Wer Hetero-Familien verteufelt, Hausfrauen an den Pranger stellt, Mütter diskreditiert, Väter in Frauenrollen zwingen will, Homoehe und Homoadoptionen forciert, Konsumismus über alles stellt, Karriere als einzige Form des Selbstentwurfes definiert, darf sich nicht wundern, wenn Kinderlosigkeit das Ergebnis ist.

Wir bekommen nicht nur zuwenig Kinder, es bekommen die Falschen die Kinder, nämlich jene, die Kinder kriegen als Erwerbsmodell betrachten.

PS: Wer sich an falsche Vorstellung gewöhnt, dem wird jeder Irrtum willkommen sein.
Johann Wolfgang von Goethe

Eigentlich ....

.....müssten es die Verantwortungsträger auch schon wissen, dass es nicht an der Familienförderung liegen kann, wenn zu wenige Kinder geboren werden. Aber sie drehen so gerne an irgendwelchen "Schräubchen" anstatt endlich das richtige Werkzeug, sprich die wahren Ursachen zu suchen. Ein kleiner Tip: Mehr Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger in verschiedensten Lebensbereichen.

vielleicht...

Vielleicht, aber nur vielleicht sind Österreichs Männer einfach viel zu desillusioniert aufgrund der desaströsen Finanzpolitik, um (viele) Kinder in die Welt zu setzen.
Vielleicht arbeiten besagte Männer bis spät abends, weil die Steuern/Abgaben so hoch sind.
Vielleicht finden besagte Männer immer weniger Frauen, die eine Familie gründen wollen, weil von allen Seiten Frauen eingetrichtert wird, dass Karriere modern und gut, Mutter sein dagegen reaktionär und böse ist.

Wie gesagt, natürlich nur vielleicht...

Entschuldigung,

aber wenn man einen Absetzbetrag nutzt, gibt deswegen der Staat nicht weniger aus, man holt sich nur einen (kleinen) Teil des Geraubten zurück (zumindest logisch, wie das verbucht wird, weiß ich nicht). Der Staat nimmt also weniger ein, und das ist die einzige richtige Entwicklung!

Gerade der Kämpfer wider die Steuerquote Schellhorn sollte die Unterscheidung zwischen Einnahmen und Ausgaben etwas exakter treffen.

Und im Sinne der auch vielbeschworenen Eigenverantwortung wären eigentlich die Steuerzahler gefordert, hier mehr abzuholen.

Geld macht keine Kinder!

Östrr. Maenner beschaeftigen sich viel mit Patriotismus. Da bleibt natürlich für Kindermachen keine Zeit.

Geld macht keine Kinder!

In der Tat...
Maenner machen Kinder aber diese sind in Österreich nicht erfogreich! Man sollte vielleicht an eine Greencard für Maenner denken! Sie sind auch qualifizierte Kraefte!

Ists Bösartigkeit oder nur Dummheit ??


Es läuft das GRÖSSTE Steuerzahler- u. Kinder-Ausplünderungsprogramm der öst. Geschichte u. KEIN öst. Politiker denkt an SCHULDENABBAU oder Nachhaltigkeit.

JEDER Politiker will seine Vorgänger mit noch grösseren Geschenken auf PUMP übertreffen.

Zusammen mit der "her mit dem Zaster"-Krankheit des öff. Dienstes ist Griechenland nicht weit.

Verantwortungsvolles Wirtschaften sieht so aus:
http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/schweiz-bund-kanton-gemeinde-finanzen-1.15344128

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