Vertrauen rechtfertigen

13.11.2012 | 18:22 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

In aller Freundschaft? Das darf es für Österreichs Fußballteam nicht geben.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Österreichs Nationalmannschaft hat mit der Leistung gegen Deutschland und dem Sieg gegen Kasachstan viele Sympathien gewonnen. Man traut der Auswahl von Teamchef Marcel Koller etwas zu, die Erwartungshaltung ist – zum Unterschied zum Klubfußball – gestiegen. Ein Teil der Legionäre schafft es in Deutschland hin und wieder ins Team der Runde, die Kritiker sind von den „Ösis“ recht angetan. Dies alles aber ist eine Verpflichtung, sich auch im heutigen Duell mit der Elfenbeinküste nicht gehen zu lassen, sondern das Team muss das als Auftrag verstehen, auch wenn es sich nur um ein Freundschaftsspiel handelt. Die Koller-Elf hat die Verpflichtung, alles zu geben, um das Vertrauen, das man ihr schenkt, zu rechtfertigen.

Die großen Fußballnationen haben so ihre Probleme mit Testspielen, weil der Terminkalender ohnedies so prall gefüllt ist. In Deutschland sehen es einige Klubchefs gar nicht gern, dass man noch dazu mit den Niederlanden einen starken und ewigen Rivalen als Sparringpartner ausgewählt hat. Viele DFB-Spieler haben abgesagt, Bundestrainer Joachim Löw ist gezwungen, Neues auszuprobieren.

Das will auch Österreichs Marcel Koller, weil er sehen will, auf wen er in Zukunft setzen kann. Gegen die Elfenbeinküste wird der eine oder andere zum Einsatz kommen, der sich bisher übergangen gefühlt hat. Jetzt müssen die Reservisten zeigen, dass sie echte Alternativen sind. Je mehr, umso besser.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.11.2012)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Top-News

  • Kerns große Soloshow am Ballhausplatz
    Als Gastgeber der Wiener Flüchtlingskonferenz inszenierte sich der Kanzler am Samstag als EU-Krisenmanager. Kein Bundespräsident und kein Außenminister störten seinen Auftritt.
    Gibt es Alternativen zur EU-Mitgliedschaft?
    Analyse. Großbritannien sucht nach dem Brexit eine lose Anbindung an die EU, die mehr Souveränität verspricht. Das Problem ist nur, dass die Gemeinschaft den Kontinent längst so stark dominiert, dass niemand an ihr vorbeikommt.
    Stögers Dauerproblem Mindestsicherung
    Wenn der Bezug des Sozialgeldes zum Dauerzustand wird: Die Verschärfung der Lage in Wien durch Asylberechtigte bringt den Sozialminister unter Druck.
    Der Angstgegner aus Amerika
    Große und kleine Händler fürchten die digitale Dominanz von Amazon. Aber sie könnten Glück haben. Wie es aussieht, kommen auch Onlineriesen nicht ohne lokale Partner aus.
    Nostri Bambini statt Alt-Wien
    Die Alt-Wien-Kindergärten gibt es nicht mehr. Drei frühere Mitarbeiterinnen haben nun den Standort in der Lederergasse 20 übernommen und eröffnen bald den Kindergarten Nostri Bambini.
    Niki Fellner: "Es muss nicht in ›ZiB 2‹-Qualität sein"
    Nach zehn Jahren "Österreich" machen die Fellners ab Montag auch Fernsehen: Niki Fellner im Interview über oe24.TV, sein Desinteresse an ATV, das Erbe von Wolfgang Fellner - und über Facebook, das für ihn besser kontrolliert gehört.
AnmeldenAnmelden