Die Lehren aus dem Drama

ANDREAS WETZ (Die Presse)

Das neue Kinderschutzpaket zeigt, dass Politik auch funktionieren kann. Warum das nicht öfter geht?

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Wenn Kinder ermordet, Frauen vergewaltigt oder Schutzlose bedroht werden, folgt eines so sicher wie das Amen im Gebet: In den Parteizentralen hyperventilieren Vorsitzende und Pressesprecher, fordern mehr Strafen und mehr Polizeibefugnisse oder behaupten das Versagen von Behörden. Basis dafür sind am Reißbrett entworfene Gesellschaftsmodelle der jeweils vertretenen Ideologie. Mit dem Leben der – wie heißt es so schön – Menschen da draußen, hat das wenig zu tun.

Dass es auch anders geht, führen Innen- und Justizministerium mit dem Kinderschutzpaket vor. Wenn blutige Zwischenfälle aufzeigen, dass das komplizierte Regelwerk zwischen Polizei, Gerichten und Jugendwohlfahrt auch Lücken hat, gebietet es der Respekt vor den Opfern, diese Lücken zu schließen. Ruhig und sachlich wurden Schwächen identifiziert und Schritte zur Verbesserung eingeleitet. Was bleibt, ist die Frage: Warum eigentlich nicht immer so?

 

andreas.wetz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2012)

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1 Kommentare

Was Hr. Wetz nur leider übersieht

ist die Tatsache, dass der Anlassfall (Erschießung eines Schülers in St.Pölten) durch diese Neuregelung nicht verhindert worden wäre. Denn ein bewaffneter und zum Töten entschlossener Täter wird sich von einem Betretungsverbot wohl kaum beeindrucken lassen.

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