Schleppender Islam-Dialog

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Staatssekretär Kurz präsentiert eine Imam-Ausbildung an der Uni Wien.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Details sind nicht jedes Politikers Sache. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz kann sich neben seinen vielen Reisen in die vielen Herkunftsländer von Migranten nun wirklich nicht um alles kümmern. Er wollte offenbar unbedingt noch vor Weihnachten ein Maßnahmenpaket seines Projekts Dialogforum Islam vorlegen. Eine Imam-Ausbildung soll also das Bildungsangebot Österreichs bereichern. An der Universität Wien ab 2015. Alle anderen „Details“ sind noch offen. Wie zum Beispiel jenes der Finanzierung.

Mehr zum Thema:

Dabei war seit Jahresbeginn klar, dass diese Art universitärer Ausbildung jedenfalls geschaffen werden soll. Der Erkenntnisgewinn nach elf Monaten Dialog ist also bescheiden ausgefallen. Noch dazu, wo es weiterhin Moscheevereinen freisteht, wen sie mit welcher Ausbildung als Imam engagieren. Auch sonst gestaltet sich der Dialog schleppend. Zu den kontroversen Themen Geschlechterrollen und Verhältnis Staat zu Islam wurde bisher eher Unverbindliches angekündigt. Ein strukturierter Dialog mit Vertretern des Islams ist ohne Alternative. Nur sollten handfeste(re) Ergebnisse nicht zu viel verlangt sein. Ob Sebastian Kurz nun ein Mann der Details ist oder nicht.

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

ab jetzt gibt es ja eh das saudische dialogzentrum!

da wird nun ja alles besser, da man mit dem salafismus ja immer gut kompromisse finden kann ;-D

herzlichen dank übrigens an diese bundesregierung und ins besondere an herrn spindelegger, dass er uns in österreich mit dem saudischen wahabitismus bereichert, deren oberster mufti ja regelmäßig die zerstörung aller kirchen auf der arabischen halbinsel fordert!

Top-News

  • NMS: Ist die Gesamtschule nun tot?
    Die schlechten Ergebnisse in der Evaluierung der NMS brachten einen kräftigen Dämpfer für das Prestigeprojekt der SPÖ. Platzt damit auch deren Traum von der Einführung der Gesamtschule?
    Standort: Mit Österreich geht es weiter bergab
    Österreich schafft es in internationalen Rankings immer seltener unter die Top 20. Schuld daran sind laut Deloitte der Reformstau und die ideologische Pattsituation in der Regierung.
    Das Ende der Investmentbanken
    Banken. Investmentbanker galten einst als „Masters of the Universe“. Seit der Krise ist aber nichts mehr, wie es einmal war. Die Boni schrumpfen – und zehntausende Stellen werden abgebaut.
    „Spindelegger braucht nicht gewählt werden“
    Interview. Der in Wien festsitzende ukrainische Oligarch Dmitri Firtasch erklärt, warum er Ex-Finanzminister Spindelegger zutraut, mit einem Milliardenfonds Reformen in der Ukraine anzustoßen. Die Sanktionen gegen Russland hält er für „dumm“.
    Frauen: Besser ausgebildet, schlechter bezahlt
    Frauen sind immer stärker auf dem Arbeitsmarkt vertreten – vor allem in Teilzeitjobs. Vergleicht man den Bruttostundenlohn, verdienen sie um einiges weniger. Im EU-Vergleich liegt Österreich dabei besonders schlecht.
    Fall Alijew: „Empfängliche“ Polizei?
    Nach dem Suizid des Ex-Botschafters wird deutlich, wie Kripobeamte sich von Kasachstan mit Informationen füttern ließen.
AnmeldenAnmelden