Wegtreten, Herr Paulus!

THOMAS PRIOR (Die Presse)

Warum Salzburgs Landesfinanzchef gehen sollte.

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Wir wollen Norbert Darabos ja nichts unterstellen, aber es könnte schon sein, dass sich der Verteidigungsminister insgeheim auch ein bisschen über die Finanzaffäre in Salzburg gefreut hat. Natürlich nicht, weil ein SPÖ-geführtes Land dem „Casinokapitalismus“ gefrönt hat, als wüssten einige Genossen nicht, was das Wort Opportunismus bedeutet. Sondern, weil ihn Eduard Paulus, nun Präsident der Offiziersgesellschaft in Ruhe, ziemlich sicher nicht mehr zum Rücktritt auffordern wird.

Haupt- oder nebenberuflich leitet Paulus nämlich die Finanzabteilung in Salzburg, er war also Vorgesetzter jener Beamtin, die 340 Millionen Euro verspekuliert haben soll. Der Mann hat derzeit größere Probleme als eine Volksbefragung über die Zukunft des Bundesheeres (und des Ministers).

Die Salzburger Landesregierung hat Paulus am Montag angezeigt – er selbst beteuert seine Unschuld: Die Mitarbeiterin hätte ihn getäuscht. Mag sein. Einem Landesfinanzchef kann durchaus verborgen bleiben, dass in seiner Abteilung hunderte Millionen Steuergeld verzockt werden. Allerdings wirft das neue Fragen auf: Was ein solches Malheur über seine Führungskompetenz aussagt, zum Beispiel. Und ob er dann nicht erst recht zurücktreten sollte. Oder müsste.

 

thomas.prior@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2012)

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41 Kommentare
 
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als offizier und gentleman ..

.. müßte er jetzt wissen, was zu tun ist. keine waffe zur hand? villeicht kann der adjutant behilflich sein ...

ein offizier

der nicht weiß unter seinem kommando geschieht hat keine legitimation. tschüss

Re: ein offizier

Der Paulus stand unter dem Kommando eines roten Landesrates und einer roten Landeshauptfrau und war weisungsgebunden. Die LHF ist bei den Wahlen angetreten, alles besser zu machen hat sich ihren Landesrat für das Finanzressort ausgesucht und redet sich jetzt auf einen weisungsgebundenen Beamten aus. Wozu ließ sich die wohl in ihr politisches Amt wählen? Die ist jetzt rücktrittsreif, ob Paulus Fehler gemacht hat, müssen unabhängige Gerichte und eine - hoffentlich von den roten unabhängige - Disziplinarkommission klären!

So schaut`s aus!

Aufgrund

der neuen Kenntnisse (penible Liste von Brenner, was alles gemacht werden darf), trifft wohl Paulus gar keine Schuld! Eher Brenner!!!

Aus dem 2. BAWAG-Prozess mit seinen Freisprüchen

sollte man aber andere Schlüsse ziehen!

Zunächst sei ein Vergleich mit den Schweizern gestattet: der bieder Schweizer führt niemanden hinters Licht und will auch nicht betrogen werden!

Anders die Situation offensichlich in Salzburg: da wurde zu spät die Finanzverwaltung des Landes "eingebremst" und es ist ein (buchhalterischer, wahrscheinlich sogar effektiver) Schaden von 340 Mill. EUR (= fast 5 Millliarden ATS) entstanden. Das darf ein österr. Politiker/in nicht zugeben, will er wiedergewählt werden, und so kommt es, daß ausgerechnet jene Politiker, die die Veranlagungspolitik in anderen Bundesländern schärfsten kritisieren, ihre eigenen Untaten verschweigen und sich auf weisungsgebundene Beamte ausreden...

Ganz so wie bei der BAWAG, wo - wenn ich mich nicht ihre - die Hauptschuldigen noch immer ihre Funktionen beim Eigentümer ÖGB ausüben ...

Hauptsache ist, man hat einen Sündenbock : das kommt beim Wähler gut an, schließlich sind die Österreicher ja keine Schweizer ....

Irrtum

Ein Beamter ist kein Politiker, daher kann er auch nicht zurücktreten. Er ist nicht gewählt sondern bestellt. Er kann suspendiert werden und er kann ein Disziplinarverfahren ausfassen. Oberste Verantwortung trägt immer der Politiker.

Re: Irrtum

... und vor allem, der Beamte ist WEISUSNGSGEBUNDEN, dh. die Frau LHM od. der Herr Landesrat hätten spekulative Veranlagungen verbieten könnnen, was sie aber nicht getan haben, weil sie diese gebilligt haben, zwar schöne Reden geschwungen aber nichts getan habe...

Und das wäre ganz ohne Spekultationsverbot per Verfassung möglich gewesen ...

Übrigen Faymann ist immer gleich für Radikallösungen. wenn einmal ein Anhänger im Schneechaos hängen bleibt, verhängt er gleich ein Winterreifen-Gebot für ganz Österreich, das interessanterweise nur gilt, wenn es ein Schneechaos gibt: auf diese Weise hat er auf Kosten den Autofahrers immer recht und die Räumpflicht der Straßenverwaltung tritt in den Hintergrund: Chupze?

Paulus ist jener Typ 'Militär' ...

... der mich am 20.Jänner ein Kreuz beim Berufsheer machen läßt.

Über Pflichten und Zwangsarbeit reden, als sei es das natürlichste in einer Demokratie und selbst Pflichten vernachlässigen, zum Schaden von uns aller Steuerzahler.

Ist halt nicht leicht hauptberuflich den Verteidigungsminister anzupatzen und so nebenbei Leiter und damit Kontrollinstanz der Landes-Finanzabteilung zu sein,
zu kontrollieren hatte er halt keine Zeit mehr vor lauter Darabos-Bashing und (Wehr)Pflichten-BlahBlah ....

Re: Paulus ist jener Typ 'Militär' ...

Der Paulus ist ein weisungsgebundener Beamter,, während es der Frau Landeshauptmann ein Leichtes gewesen wäre, in den 9 Jahren, wo der Schaden allmählich angewachsen ist, diese Art von Veranlagung zu untersagen - ganz ohne Verfassunggebot!!!

ist offenbar ein wirklicher Hofrat.

Einer, der wirklich nichts kann.

Aus meiner Sicht ist er sofort zu suspendieren. Entweder er hat etwas gewusst, dann hat er sich mitschuldig gemacht. Oder er hat nichts gewusst, dann ist er als Führungskraft ungeeignet.

Es sei denn, alle haben etwas gewusst. Auch die Frau Landeshauptmann.

als gut verdienender

steuerzahler in der privatwirtschaft, jahrzehntelang ins system einzahlend, ist man mehr und mehr geneigt die arbeit liegen zu lassen, nur um diesem beamtenpack keinen einzigen euro mehr zukommen zu lassen; soll dieser besch.. staat doch vor die hunde gehen, und diese elenden politfunktionäre und "hofräte" gleich mit.

Re: als gut verdienender

Ich setze genau diese Idee seit zwei Jahren um, und habe es noch keinen Tag bereut.

Dennoch kann man sich nur für die Skandale, die täglich hochkommen genieren.

Politische Verantwortung und Anstand sind heute leider vollkommen aus der Mode gekommen. Und wahrscheinlich ist die Aufteilung der Republik in Rote und Schwarze Hälfte für manche Politdynastien bereits so etwas wie ein "wohlerworbenes Recht", welches es bis zuletzt zu verteidigen gilt.

Auch wenn Skandale beileibe nicht exklusiv in Österreich stattfinden, so fällt es mir doch immer schwerer für Personen, die ausserhalb der Politik wohl von der Sozialhilfe leben müssten, oder bestenfalls Kanzleileiter in einem Amt ohne Parteienverkehr sein dürften, Wertschätzung aufzubringen. Dass sich diese Herrschaften dann großzügige Parteienförderungen, natürlich inflationsgesichert und trotz schwierigster Zeiten auch noch Gehaltserhöhungen genehmigen setzt dem Ganzen nur die Krone auf.

Re: als gut verdienender

da sind Sie genau so ein Tr*ttel wie ich.
Dafür bekomme ich jetzt nach 2 Jahren meine erste Pensionserhöhung von horrenden 1,8%.
Ich will mir gar nicht ausrechnen, wie lange ich leben müsste, um meine Pensionsbeiträge wieder hereinzubekommen.
Und die von mir langjährig eingezahlte Zusatzpension verspricht eine Erhöhung von 0%. Und man sagt mir, ich müsse noch dankbar sein, dass es keine Reduktion gibt.

Verzockt, verzockt, verzockt.....

Re: als gut verdienender

Ganz richtig. Auch ich habe mir schon ein paar mal gedacht, ob es nicht gscheiter wäre, Eremit am Berg zu werden. Tagtäglich nichts anderes zu tun haben, als Wasser schleppen und paar Beeren suchen und daneben schöne Natur zu genießen. Kann doch nicht so viel schlimmer sein, als 60+ Stunden im Büro zu sitzen, nur damit die Hälfte des Bruttolohns in das verkommene österreichische System fließt.

BMS und pfuschen!


dann sind alle weggetreten ...


nur die Rote Gabi bleibt, weil die hat ja so lieb geweint.

Re: dann sind alle weggetreten ...

ist eigentlich der Platter schon zurückgetreten, oder hat er das in der Eile
vergessen ?

Re: Re: dann sind alle weggetreten ...

..der isssssssssssss gerade auf einer einladung.. esssssssssss kannnnnnnn doch nicht sein dassssssss der landeshauptmann nicht zssssssu einladungen gehen darf........

Re: dann sind alle weggetreten ...

ist eigentlich der Platter schon zurückgetreten, oder hat er das in der Eile
vergessen ?

die korrekte 'bestrafung' dieses hofrats:

man muss nur seine arbeitszeiten in den letzten jahren analysieren: wieviel stunden ist er seiner tätigkeit als finanzhofrat nachgedommen und hat sich zb darum gekümmert, was seine mitarbeier so treiben?
und wieviele stunden war er offizier und hat zb an intrigen gegen den minister gearbeitet?

natürlich darf er nur jenes gehalt behalten, das durch seine eigentliche tätigkeit erarbeitet wurde (das gilt auch für künftige pension).
wenn das konsequent durchgezogen würde, hätten wir in salzburg wohl einen neuen kandidaten, der auf dem sozi um die grundsicherung ansuchen muss.

nichts arbeiten - aber ein fettes hofratsgehalt kassieren....

Bei Dienstpflichtverletzungen oder Verdacht von strafbaren Handlungen bestünde auch die Möglichkeit, einen Beamten - und sei es auch ein Hofrat - zu suspendieren, bis die Vorwürfe oder Verdächtigungen geklärt sind.


Gabi ist unschuldig

Und aufgrund des Frustes wieder 5kg schwerer....

Re: Gabi ist unschuldig

Es liegt mir fern die Burgstaller zu schützen, aber Ihr Kommentar mit den 5kg kann nur einem geistig minderbemittelten einfallen.

Re: Re: Gabi ist unschuldig

.... na dünner ist ja net worden...

Re: Re: Re: Gabi ist unschuldig

Anscheinend gehören Sie auch zu dieser Kategorie Menschen.

Re: Re: Re: Re: Gabi ist unschuldig

Mit Augen zum Sehen, und Hirn um solche Politiker richtig einzuschaetzen?

 
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