Der Privatmann als Spekulant

20.12.2012 | 18:14 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Herr Brenner hat viel Geld mit Meinl-Aktien verloren. Na und?

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Was haben wir in den vergangenen vierzehn Tagen wieder gelernt? Spekulation ist böse. Ganz, ganz böse. Wenn sie mit Steuergeld stattfindet, stimmt das sogar.

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Aber wenn nun ein Mann, und sei er Landesrat, mit seinem Lohn – ja, ja, auch dieser stammt gewissermaßen vom Steuerzahler – privat Aktien erwirbt, und dann nicht nur Spott und Hohn, sondern auch Empörung über ihn hereinbricht, dann hört sich der Spaß auf. „Er zockte auch privat“, heißt es dann im Boulevard, als ob dies ein Verbrechen wäre. Laut „Zeit“ soll David Brenner nämlich mit „Meinl European Land“-Scheinen rund 150.000 Euro verloren haben. Häme zwischen den Zeilen auch hier.

Die einzige Pointe an der Geschichte ist: Auch der smarte Herr Brenner ist anscheinend auf den nicht minder smarten Herrn Meinl hereingefallen.

 

oliver.pink@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2012)

 
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6 Kommentare
zeta
21.12.2012 07:13
2

Er zockte auch privat

Es ist schon richtig, dass Herr Brenner auch privat
spekulierte, d. h. die Geschäfte auf seinen Namen
tätigte. Das steht ihm selbstverständlich zu, auch wenn er sich dabei ruiniert. Kriminell wird es erst,
wenn er Geld verspekuliert, das nicht ihm gehört.
Das ist auch die Crux bei der Spekulation im öffentlichen Bereich. Das Geld gehört nicht den Politikern, sondern wurde ihnen von den Steuerzahlern zu treuen Händen anvertraut. Daher stellt sich die Frage, woher er 150.000 €
zum "Spielen" hatte. Sollte er einen Kredit aufgenommen haben, ist das wider nur seine Sache. Es ist legitim, die Frage nach der Herkunft des Geldes zu stellen - noch dazu wo sie sehr leicht beantwortet werden kann und dann kein Grund zu irgend welchen Verdächtigungen besteht.

Oberst Redl
21.12.2012 07:10
1

Gib mir meine Legionen /Taler wieder

oder warum konnte die ReferatsleiterIn aus dem Kuhstall das Geld versenken. ...sie hat uns alle als blöd gesehen....erstaunlich war, dass sie keinerlei Schuldbewußtsein hat.... Um dieses Rätsel aufzuklären, müssen wir uns der Tradingpsychologie zu wenden: http://de.ibtimes.com/articles/20120621/brett-steenbarger-warum-trader-ihre-disziplin-verlieren.htm
Schon allein die Tatsache, dass ihre Vorgesetzten (= Brenner) diese Aspekte NICHT beachtet haben bzw. im EIGENEN PRIVATEN BEREICH verletzt haben, läßt mehr Rückschlüsse auf die Hasadierei zu als den meisten bewußt ist.

numerus clausel
20.12.2012 21:01
2

Höhe des Spekulationskapitals

Ich frage mich nur, woher der "Publizistik-David" eine Summe von über 150.000 für Spekulationen her hat. Mit seinen über 11.000 brutto zu damaligen Zeiten wird das nicht gehen. Natürlich gilt auch hier wieder die Unschulds- und Unwissenheitsvermutung.

Antworten Grummelbart2
21.12.2012 08:47
3

Bitte...

....150.000 Plärrer brinvt man auch so zusammen.

Erbe, Hypothek auf eine Liegenscahft oder gar mit Kredit (wenn möglich gleich mit Fremdwährung!) geht es doch auch, das Spekulieren.

Und auch via Ansparung kann man - bei eiserner Kondition - auf so eine Summe kommen.

Antworten Novak Herbert
20.12.2012 23:53
3

Re: Höhe des Spekulationskapitals

Naja, bei 10.000€ Brutto geht es locker 150.000€ aus. Wenn er ca. 5.000€ Netto im Monat bekommt, plus 13. und 14. Gehalt (steuerermäßigt), geht es locker 150.000€ aus.

Antworten Antworten grazer100
21.12.2012 00:14
4

Re: Re: Höhe des Spekulationskapitals

Seltsame, um nicht zu sagen weltfremde Rechnung, die Sie anstellen..
Es erscheint nämlich in der Tat erstaunlich, woher (mittels Arbeit ???) dieser "Publizistik-David" diese ansehnliche Summer für Veranlagungen übrig hat....

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