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Der Privatmann als Spekulant

20.12.2012 | 18:14 | OLIVER PINK (Die Presse)

Herr Brenner hat viel Geld mit Meinl-Aktien verloren. Na und?

Was haben wir in den vergangenen vierzehn Tagen wieder gelernt? Spekulation ist böse. Ganz, ganz böse. Wenn sie mit Steuergeld stattfindet, stimmt das sogar.

Aber wenn nun ein Mann, und sei er Landesrat, mit seinem Lohn – ja, ja, auch dieser stammt gewissermaßen vom Steuerzahler – privat Aktien erwirbt, und dann nicht nur Spott und Hohn, sondern auch Empörung über ihn hereinbricht, dann hört sich der Spaß auf. „Er zockte auch privat“, heißt es dann im Boulevard, als ob dies ein Verbrechen wäre. Laut „Zeit“ soll David Brenner nämlich mit „Meinl European Land“-Scheinen rund 150.000 Euro verloren haben. Häme zwischen den Zeilen auch hier.

Die einzige Pointe an der Geschichte ist: Auch der smarte Herr Brenner ist anscheinend auf den nicht minder smarten Herrn Meinl hereingefallen.

 

oliver.pink@diepresse.com

 


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