Gefährlicher Wettbewerb?

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Der Telekom-Markt zeigt, dass Privatisierungen Bedingung für fallende Preise sind.

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Österreich und freier Wettbewerb – das passt ungefähr so gut zusammen wie Weihnachten und Familienfrieden. Entfesselte Märkte führen zwar zu sinkenden Preisen und effizienter Verteilung knapper Ressourcen, vernichten aus Sicht zahlreicher Bürger aber zu viele Arbeitsplätze.

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Das Gegenteil ist freilich der Fall, wie der heimische Mobilfunkmarkt zeigt. Heute beschäftigt die Telekombranche weit mehr Menschen als zu Zeiten des staatsmonopolistischen Vierteltelefons, wobei die Verbraucher nirgendwo in Europa weniger für das Telefonieren bezahlen als in Österreich. Dass dem so ist, verdanken die Konsumenten vor allem einmal der Europäischen Union, die das Staatsmonopol aufgebrochen hat.

Dass fallende Monopole allein noch keine Garantie für fallende Preise sind, demonstrieren die österreichischen Energieversorger. In kaum einem anderen EU-Land steigen die Stromrechnungen seit Jahren so stark wie in Österreich. Wieso? Weil es im Strommarkt nur so von staatlichen Anbietern wimmelt, die wiederum vom Gesetzgeber (also dem Staat) beschützt werden. So wurde der liberalisierte Markt still und leise wieder dichtgemacht, zur Freude der öffentlichen Anbieter.

Womit einmal mehr bewiesen wäre, dass Liberalisierungen nur dann funktionieren, wenn der Markt nicht von öffentlichen Anbietern dominiert wird. Der Gesetzgeber weiß nämlich genau, auf welche Seite er sich zu stellen hat.


franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

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1 Kommentare

Stimmt das,

dass die Telekombranche weit mehr Menschen als zu Zeiten des staatsmonopolistischen Vierteltelefons beschäftigt? Das sind doch alles eher überschaubare Hütten im Vergleich zum alten Postmoloch.

Abgesehen sitzen dort immer noch tausende Beamte Däumchendrehen.

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