24.05.2013 17:44 Merkliste 0

Erwin Pröll muss doch noch kämpfen

MARTIN FRITZL (Die Presse)

Frank Stronach tritt wohlgezielt ins Fettnäpfchen – und wirbelt Niederösterreichs Politik durcheinander.

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MEINUNG

Wer hätte das gedacht? Erwin Pröll muss nach 20 Jahren als Landeshauptmann tatsächlich noch einmal wahlkämpfen. Die absolute Mehrheit ist keineswegs so fix wie vor einigen Monaten noch geglaubt.

Frank Stronachs Antreten wirbelt auch die niederösterreichische Landespolitik durcheinander. Dabei ist der eigenwillige Milliardär am Wochenende mit seiner Qualifizierung Niederösterreichs als Diktatur wieder einmal ordentlich ins Fettnäpfchen getreten. Bei aller möglichen Kritik am niederösterreichischen Landeschef Erwin Pröll: Diktator ist er selbstverständlich keiner. Aber Stronach geht es ja nicht um politische Korrektheit, sondern darum, mit deftigen Sprüchen aufzufallen.

Für Erwin Pröll wird es diesmal vermutlich nicht ausreichen, Hände schüttelnd und Kinderköpfe streichelnd durch den Wahlkampf zu ziehen. Aber der Landeschef ist auch in der Lage, Konflikte durchzufechten. Und so wird Stronach möglicherweise gar nicht der ÖVP schaden, sondern ganz anderen. Ach ja: Weiß eigentlich irgendjemand, mit welchen Spitzenkandidaten SPÖ, FPÖ und Grüne in die Landtagswahl ziehen?


E-Mails an: martin.fritzl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2012)

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34 Kommentare
 
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Pröll und VP haben NÖ (noch) fest im Griff

Wenn man sich anschaut, wie in niederösterreich Posten im Landesdienst -von der einfachen Sekretärin über Schuldirektoren bis zum höheren Verwaltungsdienst- vergeben werden und wie die Schwarzen in den Gemeinden mit anderen Fraktionen umgehen, dann muss man sagen: Stronach hat (leider) nicht ganz Unrecht. Pröll mag seine Glanzheiten gehabt haben, sicherlich liegen sie aber schon lange zurück. Heute haben er und seine schwarze Truppe unser Bundesland in Geiselhaft, einen riesigen Schuldenberg angehäuft und gebärden sich autoritär mit einem Touch von Ostblock. Ich hoffe daher für unser Niederösterreich, dass die Absolute der ÖVP ab 3.März Geschichte ist!

die rhethorische frage zum schluss...

...finde ich in diesem artikel schon sehr, sehr peinlich. hat sich der herr fritzl überlegt, was damit transportiert wird und dann überbleibt? vermutlich nicht.

das was medial gerade passiert, nämlich, dass die niederösterreichische landtagswahl zu dem duell hochstilisiert wird, das sich strache gegen faymann auf bundesebene wünschen würde, nur mit anderen protagonisten, hat genau zwei effekte:

- erstens: pröll und stronach haben unglaublich viel aufmerksamkeit, also werden die anderen parteien nicht mehr auffallen, weder durch wahlkampfgetöse, noch durch inhaltliche vorschläge.

- zweitens: die protestwählerInnen laufen stronach noch stärker zu und die övp wird in der lage sein ihre kernwählerInnen noch besser zu mobilisieren- auf kosten aller anderen parteien die sich der wahl stellen und nun eben unbeachtet überbleiben.

finde ich persönlich nicht unbedingt sinnvoll, weil die politik hier eher zu einer populistischen schlacht zwischen schwarzer landesgeschäftsführung und altem polternden mann wird, als zu einer auseinandersetzung bezüglich den inhalten, versäumnissen und visionen der wahlwerbenden parteien.

populismus siegt also scheinbar nicht nur bei den wählerInnen oft sondern bekommt auch noch platz in diversen kommentaren und artikeln- ganz toll!

für alle die die spitzenkandidatInnen der anderen parteien nicht kennen: spö- josef leitner, fpö- barbara rosenkranz, grüne- madeleine petrovic (nach stimmenstärke bei der letzten wahl gelistet)

ein "tritt ins fettnäpfchen" ...

... also das wars sicherlich nicht. sondern eine naheliegende provokation.

Re: ein "tritt ins fettnäpfchen" ...

Wenn es nur um einen alten Mann gehen würde, der sich mit seinen 80 Jahren und ohne jegliche Erfahrung in der Politik oder gar in der Landesverwaltung noch einmal selbst bestätigen will, dann würde ich diese "Provokation" einfach als lächerlich abtun.

In Wahrheit ist der Alte aber nur von Parteistrategen vorgeschoben, die sich keine Chance ausrechnen, den Pröll mit Sachpolitik (und schon gar nicht mit sozialistischer Ideologie) aus dem Sattel des Landeshauptmannes zu heben.

Das eigentliche Ziel dieser Strategen ist nicht, von der Erfahrung eines 80-jährigen Auslandösterreichers zu lernen, sondern durch Abwerbung von ein paar Wählern dem Pröll die "Absolute" zu stehlen und seine Wiederwahl zu vermasseln.

Und wer kommt nach Prüll? Eine Art "Burgstaller"? Soll man als Niederösterreicher den Roten ein weiteres Mal auf den Leim gehen so wie die Salzburger?

Natürlich ist er ein Diktator

Was denn sonst? Nach 20 Jahren an der Macht regiert wahrscheinlich jeder Politiker abgehoben, selbstherrlich, sich im Besitz der absoluten Wahrheit fühlend.

Die Leute haben zunehmend genug von ihm, wollen andere Gesichter sehen. Nur wen? Sobotka hat wahrscheinlich 1 Milliarde Wohnbaugelder verzockt; der Rest der Landesregierung ist noch nicht besonders aufgefallen. Wer also?

Ich an seiner Stelle hätte nach angemessener Zeit nach dem Tod von Liese Prokop ihre Tochter Karin in den Landtag geholt und bald danach in die Landesregierung.

Der Name Prokop hat in Niederösterreich einen guten Klang. Wer weiß, vielleicht hätte sie die politische Begabung ihrer Mutter gehabt. Dazu hätte auch die bündische Ordnung wieder gegolten: nach einem Bauernbündler kommt jemand vom ÖAAB.

Jetzt wird Pröll wegen Karin Prokop an das Team Stronach viele Stimmen abgeben müssen (an andere Parteien natürlich auch). Die Absolute ist jedenfalls futsch!

Re: Natürlich ist er ein Diktator

Nach dem peinlichen Rückzieher der Karin Prokop ziehe ich meinen o.a. Kommentar zurück. Egal, ob es hier Druck seitens Pröll gab oder was auch immer - sie ist für die österreichische Realpolitik nicht geeignet. Da sollte man schon einiges aushalten.

Schwach, Fräulein Prokop!

Herr Stronach, noch mehr so unfähige Pseudokandidaten und ihr Wahlergebnis wird nicht umwerfend!

Re: Natürlich ist er ein Diktator

Und was ist dann mit den Roten, die in den letzten 70 Jahren mehrere Parlamentsperioden die "Absolute" hatten und 60 Jahre davon die "relative Mehrheit" und die wichtigsten Regierungsämter innehaltten?

Ein Landeshauptmann, der von einer anderen Partei gestellt wird, ist immerhin ein gewisses Korrektiv. Und auch den wollen Sie jetzt rot einfärben?

Der Pröll bedroht niemanden. Der geht vermutlich in ein paar Jahren in Pension. Die Roten aber haben sich in Bund und Ländern bereits einzementiert: die werden wir nicht mehr so schnell los!

Und wegen der "Eintagsfliege Stronach" mit seinen 80 Jahren soll ich die Wahl eines weiteren roten "Landesfürsten" wahrscheinlicher machen?

Die Kandidaten

der anderen Parteien zu Praesentieren, waere eigentlich die Aufgabe von Journalisten wie ihnen, aber auch das haben sie verabsaeumt.

erwin pröll

erwin pröll dürfte unerwartet doch gute chancen haben, denn er der sich für s heer einsetzt dürfte recht bekommen. wenn man sich die bomberei knallerei und lärmorgien speziell in den gegenden wo finanziell schlechter gestellte wohnen so anhört, dürfte das interesse am schießen und bombenwerfen recht groß sein, also der facto ein zuspruch fürs heer für alle.

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Kinderstube

Erwin Pröll hat eine gute Kinderstube erlebt und mitbekommen, dass man älteren Menschen einen gewissen Respekt und vor allem sehr viel Nachsicht zukommen lassen muss, einfach aufgrund ihres Alters.......

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Re: Kinderstube

Pröll und Kinderstube ist ungefähr so wie:
Tag und Nacht
Hund und Katz'
Feuer und Wasser
......

Re: Kinderstube

So hat er?

http://www.youtube.com/watch?v=X2MLSZeEoUM

Nach dem Video noch immer der Meinung (der Klassiker wo Pröll den Pfarrer verbal attackiert..)?

Re: Re: Kinderstube

Wie weiter unten schon gepostet, das Video ist etwa 15 Jahre alt. Hat er seitdem keine neuen Fehler gemacht? Oder fällt den Kampfpostern nichts Neues mehr ein?

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Re: Re: Re: Kinderstube

Wer von uns zweien ist da wohl der Kampfposter? Mein Vorschlag in aller Güte: reden wir am 4. März weiter, dann hat der Wähler entschieden, und der Wähler irrt bekanntlich nicht

Re: Re: Re: Re: Kinderstube

Der Wähler irrt bekanntlich nicht? Da haben Sie habe eine sehr gute Meinung vom Volk. Ich nicht. Denn dann müsste es den mündigen Bürger geben. Und den gibt es meiner Meinung nach lediglich in homöopathischen Dosen.

Re: Re: Re: Re: Kinderstube

Hab eigentlich den ständigen poster des alten Videos angesprochen ;-)

Re: Re: Kinderstube

Wahnsinn. Eigentlich unglaublich, dass er das (politisch) überlebt hat, der Pröll.

Auch wenn er angegriffen wurde, war die Retourkutsche unter jeder Kritik.

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wenn man mal die förderungen in nö genauer unter die lupe nehmen würde

dann wäre schnell klar dass hier die wähler gekauft sind

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Re: wenn man mal die förderungen in nö genauer unter die lupe nehmen würde

..und wo sind die Wähler nicht gekauft?

Wallnöfer oder Franz Josef Strauß

es gibt viele Politiker die FREI SCHNAUTZE ihre MEINUNG vertreten.

Die sind mir lieber als Lächler & Fiends.
Als Spindi und der Papa Kohl

Was los mit der ASFINAG - aufmachen !
Was los mit der ÖBB - aufmachen
Was los mit der OMV - nachschauen

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wes Brot ich ess, des Lied ich sing


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. . . links das Parteibuch, rechts der Futtertrog!


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Erwin Pröll: Diktator ist er selbstverständlich keiner.

Wieso sind Sie sich da so sicher Herr Fritzl? Wer darf denn sonst in NÖ überhaupt noch den Mund aufmachen?

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Re: Erwin Pröll: Diktator ist er selbstverständlich keiner.

Wahrscheinlich alle, die in Wien den Mund halten müssen!

Verräterische Füllwörter:


Vor langer, langer Zeit hab ich in der Schule gelernt, dass verschiedene Füllwörter die Funktion haben können, den Gesprächspartner, bzw. den Leser, in die Irre zu führen. Wörter wie "natürlich", "klarerweise", "selbstverständlich" sollen suggerieren, der Rezipient der Botschaft müsse ihr auf jeden Fall zustimmen. Andernfalls verfüge er ja - so der Zweck dieser Wörter - nicht über das ausreichende Wissen, um überhaupt mit diskutieren zu können.

Diese bösen, hinterlistigen Wörter entlarven aber zumeist den Benützer als jemanden, der seine Aussage nicht angezweifelt wissen will, weil er unter einem ausgeprägten Argumentations-Notstand in Hinblick auf seine Behauptung leidet.

Musterbeispiel: "Diktator ist er selbstverständlich keiner" (Zitat über Pröll, siehe oben). Haben Sie über Ihre Aussage jemals mit einem Einwohner Niederösterreichs gesprochen, Herr Fritzl?

Und Ihr "Fettnäpfchen"? Herr Stronach hätte alternativ auch Shakespeares "Julius Cäsar" und die berühmte Rede des Marcus Antonius bemühen können:

"Denn Erwin ist ein ehrenwerter Mann - Das sind sie alle, alle ehrenwert!"
Hätten Sie dann den Sinn der Aussage verstanden, Herr Fritzl? Ich wage es zu bezweifeln.

Re: Verräterische Füllwörter:

Man kann den Satz "Diktator ist er selbstverständlich keiner" auch wohlwollend als "augenzwinkernd" interpretieren. Sollte er allerdings so plain and simple gemeint sein, wie er da steht, dann wäre er zumindest überflüssig "no na" und/oder wirklich, wie Sie wohl meinen, dem Mächtigen nach dem Mund geredet.

 
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