Druck? Wo? In Prölls own county?

Man muss sich bisweilen bemühen, die Klischeebilder aus dem Kopf zu bekommen.

Kann man sich das vorstellen? Druck sollen Vertreter der bekannt sanftmütigen niederösterreichischen Volkspartei auf Karin Prokop, die Tochter der ÖVP-Ikone Liese Prokop, ausgeübt haben, damit diese auf eine Kandidatur bei der Landtagswahl verzichtet. Ganz schwer kann man sich das vorstellen. Wobei: Verstehen könnte man das ja irgendwie, schließlich hat der Name Prokop in Niederösterreich einen sehr guten Klang, und wenn sich dieser dann auf einer falschen Liste – wobei selbstredend alle falsch sind außer der richtigen – wiederfindet, dann könnte das den amtierenden Landeshauptmann schon das eine oder andere Prozentpünktchen kosten. Aber dass dieser beliebte, weil von niederen politischen Instinkten weitgehend freie Regent, dann gleich jemanden losschickt oder selbst zum Hörer greift – unvorstellbar.

Den Spitzenkandidaten seiner Liste in Niederösterreich macht ohnehin Frank Stronach selbst. Und dieser ist die weit größere Gefahr für den amtierenden Landeshauptmann. Denn wer Erwin Pröll sympathisch findet, wird Frank Stronach nicht gänzlich unsympathisch finden. Eine gewisse Ähnlichkeit ist unzweifelhaft da. Zwei mehr oder weniger aufgeklärte Patriarchen mit klaren Vorstellungen von sich und der Welt.
Wir dürfen uns also auf ein faires Duell unter Gentlemen und einen Wettstreit der Ideen freuen. Ohne Seitenhiebe und sinistre Sekundanten.

oliver.pink@diepresse.com

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