23.05.2013 06:49 Merkliste 0

Geht ja doch: In der Kirche spricht man

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Kardinal Schönborn und Laienchefin Schaffelhofer organisieren ein „Zukunftsforum“.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das neue Jahr beginnt mit einer nicht mehr erhofften Überraschung in der leidgeprüften katholischen Kirche. Kardinal Christoph Schönborn will mit der neuen Chefin der Katholischen Aktion Österreich, Gerda Schaffelhofer, also nun doch einen Aufbruch versuchen. Und einen österreichweiten Dialog beginnen, den er bis vor Kurzem noch beharrlich abgelehnt hat. Schnellschuss ist keiner geplant: Erst 2014 soll es so weit sein. „Zukunftsforum“ lautet der unverfängliche Titel des sonst noch undetaillierten Projekts. Genauso unverfänglich mögen aus der Perspektive ausschließlich auf heiße Eisen Fixierter die Themen sein: Neuevangelisierung, Familie, Religion ist keine Privatsache, Laienpartizipation. Schließlich soll niemand verschreckt werden. Schon gar nicht – genau – Rom.

Schönborn ist nicht nur über seinen Schatten gesprungen und hat das „nihil obstat“ (es steht dem nichts entgegen) gegeben. Obwohl auch das schon sehr viel gewesen wäre. Der Wiener Erzbischof hat nicht unberechtigte Bedenken seiner Mitbrüder im Episkopat zu zerstreuen vermocht. Und er nimmt natürlich ein gewisses Risiko in Kauf. Das ist, so schwer dies für mit den katholischen Gepflogenheiten weniger Vertraute zu verstehen sein mag, eine beachtliche Leistung. Man spricht also wieder miteinander. Geht ja doch.

 

E-Mails an: dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

7 Kommentare

Die KA soll ruhig dialogisieren und Papiere produzieren,

dann kommt sie wenigstens nicht auf andere dumme Gedanken und kann sich mit sich selbst beschäftigen, was ja die ureigenste Domäne ist.

Na geht doch

Ihr positiver Kommentar in Gottes Ohr! Bloß ein Gespräch mit einer im kirchennahen Unternehmen tätigen Karrierefrau, die halt jetzt auch KAÖ-Präsidentin wurde (was für diese Wahl sprach weiß Gott allein oder hoffentlich auch Kardinal Schönborn), ist noch lange kein "geht doch" wert. Man kann gespannt sein, wer aller an diesem Gespräch teilnehmen darf. Ob da kirchenkritische Gruppierungen ihre Vertretung schicken dürfen, ist mehr als fraglich.
Und wieso nur das KAÖ-Präsidium, die legitimere
Gruppierung wäre doch der Laienrat. Die Zukunft der Kirche Österreichs liegt nämlich nicht nur der KAÖ und ihrer Präsidentin am Herzen.

man hat die ansicht

bei all den unglücklichen geschehnissen rund um die votivkirche und votivparkbesetzung bekommt man den eindruck, dass die darin einerseits involvierten kirche u karitas nur mehr auf jene kritik agieren würde wenn zehntausende mit begründung den kirchenaustritt erklärten.

1 0

wichtiger ist aber worüber in der kirche nicht gesprochen wird


2 1

Dialog

Wetten, dass der Dialog mit der Feststellung beginnt, dass sich nichts ändern darf, aber über alles Andere könne man reden?

Re: Dialog

Dieser Befürchtung stimme ich voll zu!

8 0

Dialog hängt mir zum Hals heraus!

Man soll bitte vorher klar, offen und ehrlich sagen, was geht und was nicht geht. Einen Dialog mit offenem Ausgang gibt es hier nämlich nicht. Und mich als Laien vertritt sicher nicht die Katholische Aktion, Wir sind Kirche, Laieninitiative oder sonstiges linkslinkes Gemurks.

Mehr Kommentare:

Top-News