Das neue Jahr beginnt mit einer nicht mehr erhofften Überraschung in der leidgeprüften katholischen Kirche. Kardinal Christoph Schönborn will mit der neuen Chefin der Katholischen Aktion Österreich, Gerda Schaffelhofer, also nun doch einen Aufbruch versuchen. Und einen österreichweiten Dialog beginnen, den er bis vor Kurzem noch beharrlich abgelehnt hat. Schnellschuss ist keiner geplant: Erst 2014 soll es so weit sein. „Zukunftsforum“ lautet der unverfängliche Titel des sonst noch undetaillierten Projekts. Genauso unverfänglich mögen aus der Perspektive ausschließlich auf heiße Eisen Fixierter die Themen sein: Neuevangelisierung, Familie, Religion ist keine Privatsache, Laienpartizipation. Schließlich soll niemand verschreckt werden. Schon gar nicht – genau – Rom.
Schönborn ist nicht nur über seinen Schatten gesprungen und hat das „nihil obstat“ (es steht dem nichts entgegen) gegeben. Obwohl auch das schon sehr viel gewesen wäre. Der Wiener Erzbischof hat nicht unberechtigte Bedenken seiner Mitbrüder im Episkopat zu zerstreuen vermocht. Und er nimmt natürlich ein gewisses Risiko in Kauf. Das ist, so schwer dies für mit den katholischen Gepflogenheiten weniger Vertraute zu verstehen sein mag, eine beachtliche Leistung. Man spricht also wieder miteinander. Geht ja doch.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2013)















