Für den Stronach-Mann in Kärnten, Gerhard Köfer, wird es nicht überraschend gekommen sein, dass er just jetzt wegen der Kilometergeldabrechnung Erklärungsbedarf hat. Am 3.März wird im Land gewählt. Köfer weiß als erfahrener Ex-SPÖ-Politiker, mit welchen Finten unliebsame Konkurrenten in die Zwickmühle gebracht werden können. Für ihn ist das besonders schwierig, weil der Parteigründer, der die Regeln macht, Wahrheit und Transparenz als oberste Grundprinzipien nennt.
Wer das predigt, muss sich gefallen lassen, genau geprüft zu werden. So klingt es bei Politikern, die Gesetze mitbeschließen, nach billiger Ausrede, „aus Mangel an Information“ nur einen „Formfehler“ beim Bezügegesetz zu sehen – selbst wenn rechtlich alles paletti ist.
Köfer sagt, er habe das Kilometergeld an die Stadt Spittal weitergeleitet. Persönliche Bereicherung wird ihm auch nicht vorgeworfen. Aber es hat in Kärnten schon andere Politiker gegeben, die Geld für die Partei oder einen Fußballklub abgezweigt haben. Das Virus des lockeren Umgangs mit fremdem Geld – unter Kärntner Politikern eine Art Volkskrankheit.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)















