Gott schütze Österreich...

...vor Katastrophen 2014. Dass es dann bereits genügend Profis gibt, glaubt Minister Darabos wohl selbst nicht.

Gott schuetze oesterreich
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Gott schuetze oesterreich
(c) APA GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Sicher: Eine Woche vor der Volksbefragung ist nichts anderes zu erwarten, als dass Innenministerin und Verteidigungsminister in der ORF-„Pressestunde“ ihre bekannten Argumente vorbringen. Aber dass Darabos derart hartnäckig betont, er werde das Heer bei einem Ja der Bevölkerung ratzfatz in eine Profitruppe verwandeln, mit der Pummerin 2013/14 quasi, glaubt er wohl selbst nicht: Speziell sein Argument, dass dann auch der Katastrophenschutz durch genügend Profis sichergestellt wäre, scheint unglaubwürdig.

Wo sollen denn all die Profis plötzlich herkommen, wenn es schon beim Pilotprojekt der Profimiliz in Niederösterreich ein Viertel zu wenige (geeignete) Kandidaten gibt? Und: Wer glaubt im Ernst, dass Neulinge von heute auf morgen Aufgaben wie den Brückenbau oder den Schutz vor Hochwasser beherrschen? Entsprechende Schulungen dauern ein halbes Jahr – mindestens.
Dass Darabos derlei im Eifer des (Wahlkampf-)Gefechts einfach so vom Tisch wischt, ist bedenklich. Dass Ministerin Mikl-Leitner nicht viel mehr dazu zu sagen hat, als dass Grundwehrdiener gut Sandsäcke befüllen können, und sie ansonsten mit Reformplänen der ÖVP geizt, ebenso.

Bleibt nur zu sagen: Gott schütze Österreich vor Katastrophen 2014. Eine politische Katastrophe zu dem Thema – eine sinnentleerte Volksbefragung – reicht vorerst.


regina.poell@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)

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