GeldLEXIKON
Wer eine Anleihe zeichnet, tut nichts anderes, als einem (->) Emittenten Geld zu borgen. Dafür erhält man regelmäßige Zinsen und– im Normalfall– am Ende der Laufzeit sein Geld zurück.
Ausfallrisiko
Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihe am Ende der Laufzeit nicht (vollständig) getilgt wird, weil etwa der Emittent pleite geht. Diese Wahrscheinlichkeit bewegt sich bei Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen bekannter Unternehmen normalerweise im Promille- bis einstelligen Prozentbereich, kann im Einzelfall aber auch höher sein. Errechnet wird sie von Ratingagenturen, die sich naturgemäß irren können. Je höher das Ausfallrisiko, desto höher sind meist die Zinsen, die der Emittent bieten muss, damit er Abnehmer für die Anleihe findet. Sehr hohe Zinsen sind oft eine Entschädigung für ein sehr hohes Risiko.
Emittent
Herausgeber der Anleihe, meist ein Unternehmen oder ein Staat, der dem Gläubiger dann Geld schuldet. Wer eine Anleihe erwirbt, trägt ein „Emittentenrisiko“, nämlich jenes Risiko, dass der Schuldner insolvent wird.
Nominalwert
Wert der Anleihe, der am Ende der Laufzeit an den Inhaber zurückgezahlt wird.
Kurs
Preis, zu dem der Käufer die Anleihe vom Emittenten oder auf dem Sekundärmarkt (also von einem anderen Käufer) erhält. Dieser Preis muss nicht identisch mit dem Nominalwert sein. Er kann darunter liegen, weil das Ausfallrisiko höher geworden ist. Oder weil die Zinsen gestiegen sind, es auf dem Markt inzwischen attraktivere Anleihen gibt und der Inhaber der alten Anleihe sie mit Rabatt hergeben muss. Der Kurs kann auch deutlich über dem Nominalwert liegen. Wer die Anleihe vor Laufzeitende verkauft, kann so einen Gewinn einstreifen.
Rendite
Tatsächliche Verzinsung der Anleihe, wenn man den Kaufkurs berücksichtigt. Wer eine mit vier Prozent verzinste Anleihe mit fünfjähriger Restlaufzeit um 110 Prozent des Nominalwerts erwirbt, dessen Rendite liegt bei nicht einmal zwei Prozent.
Spesen
Die Rendite ist leider nicht identisch mit dem tatsächlichen Ertrag, den Anleihen für Kleinanleger abwerfen. Sie wird von Spesen (etwa Kosten bei Kauf und Verkauf oder Depotgebühren) und Steuern (Kapitalertragsteuer auf die Zinsen) deutlich angeknabbert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)















