Null Solidarität aus Österreich

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Mehr als ein paar Ausbildner müsste Wien nicht nach Mali schicken. Doch vor der Volksbefragung geht gar nichts.

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Im Norden Malis haben radikale Islamisten das Kommando übernommen. Zwei Gruppen davon stehen in Kontakt mit dem Terrornetzwerk al-Qaida. Zuletzt machten sich die Kämpfer auf den Weg in Richtung der Hauptstadt Bamako. Deshalb sahen sich die Franzosen genötigt, militärisch einzugreifen. Sie wollen dankenswerterweise verhindern, dass vor Europas Toren ein neuer Rückzugsraum für Terroristen entsteht.

Ursprünglich sollten die Schmutzarbeit andere übernehmen. Im Dezember gab die UNO grünes Licht für eine afrikanisch geführte Militärmission. Die EU hat lediglich versprochen, 170 Ausbildner nach Bamako zu entsenden; Zugesagt haben außer Frankreich etwa Deutschland, Spanien, Italien und Schweden. Auch in Österreich wurde informell vorgefühlt. Schließlich hat das Bundesheer 2008 und 2009 Erfahrungen im Tschad gesammelt. Im Generalstab könnte man sich eine Beteiligung vorstellen; mehr als eine Handvoll Militärberater müsste Österreich nicht stellen, um Solidarität zu zeigen und in den Infofluss eingebunden zu sein.

Doch Verteidigungsminister Darabos hat abgewinkt. Und auch Außenminister Spindelegger will vor der Volksbefragung keine Mali-Debatte. Sonst könnte ja allzu konkret diskutiert werden, wofür das Bundesheer gut sein soll. So sieht Österreichs Sicherheitspolitik 2013 aus. Traurig.

 

christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2013)

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16 Kommentare

18 Mrd. EURO für KAUM gedeckte Pensionen/Ruhegenüsse


und noch MEHR für eine IRRE aufgeblasene Mehrfachverwaltung.

Doch kein Geld für Heimatlose im Land oder sonstwo.

Das, werte ÖsterreicherInnen, ist gelebte unSozialpartnerschaft !!!!!

Dieser Artikel zeigt einmal mehr,

daß von der alten "liberalen" Presse nicht mehr viel übrig geblieben ist!

Für französische Interessen in Mali das Leben von Österreichern

in Gefahr bringen?

Kein Zufall, daß gerade die ehemalige Kolonielmacht in Mali einschreitet! Denn die Franzosen haben in Wahrheit dort immer noch das Sagen. Denn Entkolonialisierung ist die Erreichung des gleichen Zieles (Beherrschung fremder Resourcen) mit anderen Mitteln.

Die frz. Interventionen in Mali haben eine lange Tradition. Aber eines ist sicher: Frankreich wurde von den Islamisten nicht angegriffen, jedenfalls bisher nicht!

Warum solidarisch sein?

Mali war früher ein franz. Kolonie. Warum soll Ö. irgendwen nach Mali senden? Die "Grand Nation" wird´s doch alleine schaffen, oder?

Re: Warum solidarisch sein?

Warum beteiligen sich andere Großmächte nicht daran? Ein "Verteidigungsfall", der das Einschreiten der Nato notwendig machen würde, liegt nicht vor. Und für fremde Interessen stirbt es sich nicht gern!

Wir Österreicher könnten Mali ein paar Zivis schicken oder

sie über die Vorteile des "Papamonats" aufklären.

Darin sind wird doch gut, oder nicht, und was anderes können wir eh nicht, oder?

Die Grand Nation

Endlich können Sie wieder einen Krieg gewinnen. Gegen ein paar Bloßfüßige, die mit Gewehren bewaffnet sind. Da werden Düsenbomber mit modernster Elektronik eingesetzt und Frankreich feiert seine Helden. Muß es auch. Denn in Dien Bien Phu, in Algerien(nach ungeheuren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit), Suezkanal etc war Frankreich immer der Loser. Und überhaupt schaut es in Frankreich wirtschaftlich nicht gut aus. Da ist so ein kleiner Krieg doch etwas Gutes, daß die Leute von ihrer Misere ablenkt. Da haben wir Österreicher überhaupt nichts zu suchen.

Kolonialkrieg

Unsere Regierung hat diesmal richtig gehandelt. Warum sollten wir den Kolonialkrieg der Franzosen unterstützen. Es ist schon eine Chuzpe, wenn wegen ein paar Kameltreiber und Tuareg gleich eine ganzes Geschwader eingesetzt wird. Es geht Frankreich um Landgewinn und Macht in Afrika. Die Kolonien wurden nie aufgegeben. Wenn die französiche Marionettenregierung i Mali Paris um Hilfe ruft, dann erinnert mich das an die Anwendung der Breschnjew-Doktrin bei der Zerschlagung des Prager Frühlings. Auch da gab es einen sog. "Hilferuf". Längst haben die Großmächte mit der Neuaufteilung Afrikas begonnen. Frankreich möchte kräftig mitnaschen. Dort gibt es Rohstoffe und in dem relativ dünn besiedelten Mali auch Landreserven für eine spätere Besiedlung durch Franzosen als Flucht aus dem kompelett überbevölkerten Europa. Warum sollte Österreich das unterstützen. Was haben wir den Frankreich schon zu verdanken. Höchstens den Verlust Südtirols.

Die Welt ist komplexer als man glaubt,

liebe Leute von der "Presse".
Versucht es einmal mit Glenn Greenwald unter
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jan/14/mali-france-bombing-intervention-libya

Es muss ja eine Erklärung dafür geben, warum der Westen innerhalb vier Jahren in 8 Ländern Krieg gegen Muslime führt(e).
Warum das so ist, darüber sollten die westlichen Politiker, Militärs und die unabhängigen Medien und Presse den Kopf zerbrechen und nicht sofort nach Unterstützung von kriegsführenden Partner zu rufen.

Nachdenken tut nicht weh.....


Danke für den Link. Sehr guter Artikel!


Re: Die Welt ist komplexer als man glaubt,

Nachdenken würde auch Ihnen nicht Schaden. Hier geht es nicht um einen Krieg gegen den Islam sondern gegen den Krieg gegen Terroristen die auch mitten in Europa speziell in Frankreich, GB und Deutschland und tlw. in Italien operieren. In dem sie nicht nur Anwerben und Waffen kaufen, sondern auch Anschläge Probieren durchzuführen, was aber zum Glück fast immer Missglückt. Noch dazu scheinen Sie des englischen nicht gerade mächtig zu sein sonst würden Sie den Artikel nicht falsch wiedergeben. Die Welt mag zwar Komplex sein aber auch nicht so wie Sie glauben. Die afrik. Staaten selbst sind kaum in der Lage dem Schrecken das die ausufernden Islamisten verbreiten ein Ende zu bereiten also muß das leider so manch westl. Staat (in letzter Zeit verstärkt Frankreich). Rate Ihnen sich wirklich mal gründlich zu informieren über die islamischen Terrorgruppen die in Afrika und von Afrika aus Global aktiv sind. Nicht alles hat mit dem Kolonialerbe zu tun.

Re: Re: Die Welt ist komplexer als man glaubt,

Sie scheinen weder zu denken noch verstehen Sie Englisch, gute Frau.
Für Sie speziell der erste Absatz (an dem Sie bereits scheitern):

As French war planes bomb Mali, there is one simple statistic that provides the key context: this west African nation of 15 million people is the eighth country in which western powers - over the last four years alone - have bombed and killed Muslims - after Iraq, Afghanistan, Pakistan, Yemen, Libya, Somalia and the Phillipines (that does not count the numerous lethal tyrannies propped up by the west in that region).

Ich fürchte, dass Sie einen Übersetzer brauchen.....

Wenigstens einer

Wenigstens hat ein europäischer Staat noch das Durchsetzungsvermögen militärisch etwas zu unternehmen und permanenten Menschenrechtsverstößen Einhalt zu gebieten.
Ebenso der radikal islamischen Ausbreitung, wie auch der chinesischen Imperialisierungspolitik in Afrika.
Die deutschen und wir sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und politisch voller Angst handlungsunfähig.

Ö ist nicht F!

Der Unterschied: Bei uns ist der Kanzler zwar auch ein Sozi, er muss aber aufgrund der fleissigen Bevölkerung nicht von der erfolglosen Wirtschaftspolitik ablenken ... was anderes als Ablenkung ist die Entsendung von französ. Truppen nach Mali nicht!

Eine absurde Weltanschaung!

Wer nicht wie die Europaer denkt und deren System übernehmen möchte, hat schon schlechte Karten. Er kann von Europaern militaerisch angegriffen und getötet werden! Selbst in der Ukraine oder in Georgien müssen Wahlen wiederholt werden bis der von Europaern unterstützte Kandidat die Wahlen gewinnt!

Zum Glück gibt es Russland und China, die den Europaern das Fürchten beibringen!

Re: Eine absurde Weltanschaung!

Vorschlag: einmal nach Russland oder nach China gehen, dort mehr Zeit verbringen als eine Woche gebucht bei Billa Reisen. Dann nochmals nachdenken ueber eine Welt die von diesen Laendern dominiert wuerde... Falls immer noch ueberzeugt, koffer packen und hinziehen. Viel Spass!

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