Ein Gewinn für alle

NORBERT RIEF (Die Presse)

Fekter will Selbstständigen das Leben erleichtern – davon profitieren alle.

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Es ist ja grundsätzlich Skepsis angebracht, wenn man Kaufleuten das Rechnen und Bilanzieren ersparen will. Bei Gesprächen mit manchen Kleinunternehmern kommt man eher zur Ansicht, man sollte Selbstständigen Nachhilfe geben, bevor man sie mit Brutto- und Nettobeträgen rechnen lässt.

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Grundsätzlich gar nichts ist aber dagegen einzuwenden, wenn eine Ministerin Bürokratie abbauen, die Verwaltung vereinfachen und das Leben von Selbstständigen leichter machen will. Und genau das ist mit den geplanten Ausgabenpauschalierungen der Fall, die Maria Fekter nun per Verordnung möglicherweise auch gegen den Widerstand der SPÖ umsetzen will.

Man geht damit einen Weg, den die meisten Länder Europas schon gegangen sind – durchaus moderat, weil die geplanten Steuerpauschalierungen in Höhe von 20 Prozent nicht das große „Zuckerl“ sind, als das sie die SPÖ darstellen will (in Tschechien gewährt man beispielsweise ein Betriebsausgabenpauschale in Höhe von 50 Prozent). Mit der Neuregelung und dem Abschied von der Gewinnpauschalierung sind auch Tricks nicht mehr möglich, die es Gaststätten mit einem Umsatz von 150.000 Euro früher ermöglicht haben, nicht einen Cent Steuer zu bezahlen.

Vielleicht helfen die Pauschalierungen gemeinsam mit der GmbHlight, dass mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Das bringt mehr Klein- und Mittelbetriebe – und nur dort werden künftig neue Arbeitsplätze geschaffen. Das sollte die SPÖ bedenken.

 

norbert.rief@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2013)

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11 Kommentare

Bilanzieren abschaffen ...

Wohin das führt, sieht man soeben am Bundesland Salzburg ...

Re: Bilanzieren abschaffen ...

Vergleichen Sie immer Äpfel mit Birnen?

was für die bauern recht ist,

soll für andere selbständige billig sein.

was allerdings im fall der bauern zu einem mega-bashing führte, sollte auch hier .... oder nicht?

"Vielleicht helfen die Pauschalierungen gemeinsam mit der GmbHlight, dass mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen."
klar, die gmbh-light....
wer bei gründung einer gmbh nicht in der lage ist, die aktuell geforderten 17.500 euro aufzubringen, sollte besser die finger ganz davon lassen!
denn "Das bringt mehr Klein- und Mittelbetriebe – und nur dort werden künftig neue Arbeitsplätze geschaffen. " ist unsinn! das schafft (bei manchen ungewollt, bei manchen in voller absicht) hauptsächlich arbeitsplätze am konkursgericht! ansonsten gibt es schaden für staat, kunden und gläubiger.

ideologie statt sachverstand - die wirtschaftsredaktion dieser zeitung.

wieso Herr Rief

sollten in einem Land, in dem Leistung stets als Schipfwort verwendet wird, in dem Unternehmer gesellschaftlich ein nur graduell höheres Ansehen genießen als Zuhälter, ein Beamtenposten für viele immer noch der optimale Arbeitsplatz ist, Arbeitgeber als miese Kapitalisten denunziert werden etc., warum also sollten in einem solchen Land nur wegen einer lächerlichen und halbherzigen Pauschalierungsmöglichkeit mehr Menschen den Weg in die Selbstständigkeit finden? Österreich ist nicht das Land der Unternehmer sonder ein Land von Beamten. Und solange sich dieses Mindset nicht ändernt sondern von linken Politikern im Rahmen ihrer Neidgesellschaft immer noch mehr befödert wird, wird sich daran nichts ändern.

Re: wieso Herr Rief

"sondern von linken Politikern im Rahmen ihrer Neidgesellschaft immer noch mehr befödert wird,"

wem zusätzlich zu 'mindset'-phrasen nur noch das einfällt, sollte besser die finger lassen von der existenz als unternehmer. denn sein agieren und versagen (basierend auf intellektuellen mängeln) ist in der tat kein gutes beispiel für andere.

Re: Re: wieso Herr Rief

ausser sinnentleertem löwelstrassen parteiakademie blabla auch noch was sinnvolles zu posten?

Re: Re: Re: wieso Herr Rief

ausser dumm-phrasen, wie von mir zitiert und wie auch im rest des posts zu finden, irgendwas sinnvolles?

Skepsis angebracht?

Also Hr. Rief, nach meinen Erfahrungen ist Nachhilfe in Brutto-Netto-Rechnung vor allem für Politiker und leider auch Journalisten notwendig. Bei Selbständigen halte ich es (in den meisten Fällen) für eine Unterstellung.

Abgesehen davon gebe ich Ihnen Recht.

Die Frau Fekter soll lieber einmal die Kalte Progression der Lohnsteuertabelle abflechen.

Denn davon, dass Gewerbetreibenden und Wirten etc. dxie Steuerlast entleichtert wird, haben wir Kunden dieser Unternehmen, rein gar nichts. Eine Facharbeiterstunde ist für Normalsterreicher unfass teuer geworden. Und fragt man dann so einen endlich angerückten Facharbeiter, was er pro Stunde bekommt, fragt man sich fassungslos, wo denn das Geld, das wir für die Stunde zahlen müssen, hinkommt.

Re: Die Frau Fekter soll lieber einmal die Kalte Progression der Lohnsteuertabelle abflechen.

Ich glaube, sie würde das eh gern machen.

Wenn wir den arbeitenden angestellten Mittelstand aber nichtmehr ausnehmen, wird der Republik eine wesentliche Finanzierungsgrundlage genommen - glauben die roten zumindest.

Und wenn man das Geld nichtmehr bekommt, kann man seine Klientel, wie (Früh)Pensionisten, Bauern und Landesbedienstete, nichtmehr beschenken. Ausserdem müsste man uU mal effizient wirtschaften, etc.


Re: Die Frau Fekter soll lieber einmal die Kalte Progression der Lohnsteuertabelle abflechen.

hick - ich bin auch dafür, dass die alkosteuer endlich der ihr bestimmten verwendung zugeführt wird. hick

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