Das Wunder Wettbewerb?

Energiekunden werden künftig zuvorkommend behandelt. Danke, EU!

GLOSSE

An sich ist die Botschaft ja sehr erfreulich: Strom- und Gaskunden werden ab heuer richtig menschlich behandelt. Und das in Österreich, man höre und staune. Jedenfalls ist es so, dass wir Energiekonsumenten an jedem beliebigen Tag(!) unseren Lieferanten wechseln können – und nicht nur dann, wenn es denen gerade in den Kram passt. Außerdem soll es schneller gehen. Vor allem aber: Kommt der Strommann ins Haus, brauchen wir uns keinen Urlaubstag mehr zu nehmen! Das ruppige „Wir kommen zwischen acht und 16 Uhr“ ist Geschichte. Durchaus erfreulich also. An sich.

Wir wollen auch nicht undankbar sein, aber einige Fragen seien dennoch gestattet: Ist der Energiemarkt bei uns nicht schon seit über zehn Jahren liberalisiert? Sollte der freie Wettbewerb – selbst bei ehemaligen Monopolen – nicht zu einem Mindestmaß an Service führen?

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Eine Branche, in der seit vielen Jahren freier Wettbewerb herrscht, muss sich von der EU vorschreiben lassen, wie Konsumenten zu behandeln sind. Nämlich nicht als lästige Bittsteller, sondern als das, was sie tatsächlich sind: zahlende Kunden, die jederzeit das Weite suchen können.

Für die Lieferanten wird's ein harter Umstellungsprozess. Aber wenn sie schon dabei sind: Wäre es möglich, dass sich der Wettbewerb auch bei den Preisen bemerkbar macht? Einfach so?


hanna.kordik@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2013)

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