Das Wunder Wettbewerb?

HANNA KORDIK (Die Presse)

Energiekunden werden künftig zuvorkommend behandelt. Danke, EU!

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GLOSSE

An sich ist die Botschaft ja sehr erfreulich: Strom- und Gaskunden werden ab heuer richtig menschlich behandelt. Und das in Österreich, man höre und staune. Jedenfalls ist es so, dass wir Energiekonsumenten an jedem beliebigen Tag(!) unseren Lieferanten wechseln können – und nicht nur dann, wenn es denen gerade in den Kram passt. Außerdem soll es schneller gehen. Vor allem aber: Kommt der Strommann ins Haus, brauchen wir uns keinen Urlaubstag mehr zu nehmen! Das ruppige „Wir kommen zwischen acht und 16 Uhr“ ist Geschichte. Durchaus erfreulich also. An sich.

Wir wollen auch nicht undankbar sein, aber einige Fragen seien dennoch gestattet: Ist der Energiemarkt bei uns nicht schon seit über zehn Jahren liberalisiert? Sollte der freie Wettbewerb – selbst bei ehemaligen Monopolen – nicht zu einem Mindestmaß an Service führen?

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Eine Branche, in der seit vielen Jahren freier Wettbewerb herrscht, muss sich von der EU vorschreiben lassen, wie Konsumenten zu behandeln sind. Nämlich nicht als lästige Bittsteller, sondern als das, was sie tatsächlich sind: zahlende Kunden, die jederzeit das Weite suchen können.

Für die Lieferanten wird's ein harter Umstellungsprozess. Aber wenn sie schon dabei sind: Wäre es möglich, dass sich der Wettbewerb auch bei den Preisen bemerkbar macht? Einfach so?


hanna.kordik@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2013)

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6 Kommentare

böse eu!

die schreibt uns ECHTEN wettbewerb vor. wir lassen uns von den bürokraten in brüssel doch nichts vorschreiben!
böse, böse eu!

anmerkung: 'böse eu' habe ich vorhin auch beim artikel über die hendi-ladegeräte schreiben müssen. denn ohne eu gäbe es noch immer dutzende verschiedene...

BITTE das Ganze auch für die Verwaltung !!


Dann sparen wir uns MILLIARDEN !!

Siehe Schweiz: 8 Pers. im öff. Dienst je 1000 EW, Ösistan 22 ??!!


Frau Kordik, Sie sind wohl naiv genug, sich bei der EU für Schwachsinn zu bedanken.

Die Preise werden steigen und das ist von der EU gewollt um ihren Moloch Euro und EU weiter zu bedienen. Es sei denn, der Moloch verendet, dann werden die Preise sinken und das mit allen Folgen. Das kommt wie das Amen im Gebet.

Re: Frau Kordik, Sie sind wohl naiv genug, sich bei der EU für Schwachsinn zu bedanken.

elisabeth weiss leider nichts. gar nichts.

Re: Frau Kordik, Sie sind wohl naiv genug, sich bei der EU für Schwachsinn zu bedanken.

Die EU hat ihre Fehler. Dennoch, der Wettbewerb bei Strom, Telefon, Gas, Bahn geht auf sie zurück.

Re: Re: Frau Kordik, Sie sind wohl naiv genug, sich bei der EU für Schwachsinn zu bedanken.

Beispiel Lebensmittelhandel in Österreich, dominiert von zwei Ketten von Rewe und Spar. Diese Konzentrationen wurden zugelassen, hat mit Wettbewerb nichts zu tun.

Beispiel Bankenunion wird zu Wettwerbseinschränkungen führen

Die EU (unterwandert von Lobbyisten) fördert "genehme" Fusionen und zerstört den Wettbewerb. Die Auswirkungen werden erst erkennbar sein, wenn es meiner Meinung nach zu spät sein wird.

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