Keine Rede von ehrlicher Reue

18.01.2013 | 18:33 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Armstrong spielt den armen Sünder. Nicht glaubwürdig, sondern durchschaubar.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Lance Armstrong hat also gesprochen, er hat gebeichtet, offen gestanden, was eh schon jeder gewusst hat, sich selbst ein bisserl gegeißelt. Aber der eiskalte Texaner, der so lange betrogen hat, tut nichts ohne Kalkül. Bei einem Gerichtsverfahren wird der gescheiterte Tourheld so nicht davonkommen, da wird er anders in die Mangel genommen werden als im Hotelzimmer in Austin von Oprah Winfrey.

Mehr zum Thema:

Ausweichende Antworten werden da nicht toleriert. Armstrong hat keine Namen genannt, keine Details erzählt. Die konkreten Dinge, auf die es beim Doping ankommt, die sind schön brav unter der Tuchent geblieben. Was fehlte, das war obendrein eine Entschuldigung. Eine Entschuldigung bei seinen Fans, bei all den Menschen, die er in Grund und Boden klagen, denen er das Leben zur Hölle machen wollte. Von echter Reue war bei Armstrong keine Spur, er spielte den armen Sünder nur.

Der ehemalige Superstar redete zwar viel, sagte dann aber letztlich doch wieder nichts Neues. Das kann und darf aber noch lange nicht alles gewesen sein.

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2013)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Top-News

  • EU-Banken bestehen den Stresstest
    Der österreichischen RZB stellen die Bankentester ein schlechtes Zeugnis aus, die Erste Group liegt im guten Mittelfeld. Monte dei Paschi wäre durchgefallen – wurde aber gerettet.
    Italiens Katastrophenbank gerettet
    Knapp vor Veröffentlichung des Bankenstresstests, bei dem italienische Banken besonders schlecht abschnitten, gab es grünes Licht für die Rettung von Monte dei Paschi.
    Das härteste Reisewochenende des Jahres
    Am stärksten Reisewochenende des Jahres, mit Ferienbeginn in Bayern, wird der Karawankentunnel gesperrt – wegen Wladimir Putin. Es drohen massive Staus.
    Pauschalreisen: Frühbuchern droht Nachzahlung
    Eine EU-Richtlinie sieht vor, dass man Preiserhöhungen nach der Buchung hinnehmen muss. Bis 20 Tage vor der Reise kann der Veranstalter die Preise erhöhen, wenn seine Kosten steigen.
    Integration in Uniform
    Hilft der Grundwehrdienst bei der Integration? Diese Frage hat zuletzt Kardinal Christoph Schönborn aufgeworfen. Drei Soldaten erzählen aus ihrem Alltag in der Truppe.
    Mariahilfer Straße: Das neue Gesicht der Einkaufsmeile
    Ein Jahr ist seit Ende der Umbauten vergangen, seither hat sich vieles auf Wiens größter Einkaufsstraße verändert – positiv wie negativ. Ein Überblick in fünf Thesen.
AnmeldenAnmelden