Strache als Oberministrant

Mein Gott. Wie falsch wurde die FPÖ eingeschätzt. Jetzt fällt es uns wie Schuppen von den Augen. Die FPÖ hat ihr innerstes Wesen geoffenbart.

 

Mein Gott. Wie falsch wurde die FPÖ eingeschätzt. Jetzt fällt es uns wie Schuppen von den Augen. Die FPÖ hat ihr innerstes Wesen geoffenbart. Populistisch, ausländerfeindlich, islamophob, rechtsextrem,... Mit derlei Bezeichnungen gebrandmarkt musste die FPÖ ihr Dasein als politisch Aussätzige fristen. Auch am Freitag mögen manche eine Aussendung von Parteichef Strache falsch verstanden haben: Kardinal Schönborn stelle sich gegen den Staat, gegen den Rechtsstaat, gegen die Gesetze, er schütze Kriminelle, heiße die „Schändung“ einer Kirche durch Muslime gut. So Strache, so eine FP-Aussendung. Tja. Die „Argumentation“ macht sprachlos. Inhaltlich entspricht nichts von allem den Fakten, wie auch Strache wissen könnte. Und der „Stil“ spricht für sich. Aber in einer Formulierung enttarnt sich die FPÖ: Der Kardinal müsse das „mit uns, ihrer Gemeinde, ausmachen“ heißt es da wörtlich. Die FPÖ versteht sich als Gemeinde, gar als Gemeinde des Kardinals! Oberministrant Strache will den verirrten Hirten Schönborn offenbar nur auf den rechten Weg bringen. Kaum zu glauben.

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2013)

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