Wunder und Realpolitik

22.01.2013 | 22:42 |  Helmar Dumbs (DiePresse.com)

Netanjahus Sieg muss nicht bedeuten, dass der Friedensprozess nun ganz tot ist.

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Was für ein schöner Zufall: Am Montag wird der eine mit großem Pomp in Washington für eine zweite Amtszeit vereidigt, tags darauf gewinnt der andere die Parlamentswahl in Israel. Haben sie einander also wieder, Barack Obama und Benjamin Netanjahu. Man muss auch im Nahen Osten kein Prophet sein um zu wissen, dass bei beiden die Begeisterung darüber überschaubar ausfällt.
Netanjahu hat es Obama nie verziehen, dass der zu Beginn seiner ersten Amtszeit in Sachen Siedlungspolitik Tacheles geredet hat. Umgekehrt ist der US-Präsident wenig erbaut, dass ihm Israels Premier seit Jahren die Iran-Agenda diktieren will.

Es müsste an ein Wunder grenzen, so könnte man meinen, wenn im Nahost-Friedensprozess da etwas vorangeht. Doch kommen Wunder in dieser der Gegend gelegentlich vor, vor allem gibt es aber handfeste realpolitische Gründe, die ein wenig Optimismus erlauben: Erstens muss Barack Obama, frei von Sorgen um seine Wiederwahl, nicht mehr auf pro-israelische Lobby-Organisationen schielen. Zweitens hat sich Israels Lage durch den Arabischen Frühling signifikant verschlechtert: In Ägypten regieren Islamisten, Syrien versinkt im Chaos, Jordanien ist instabil. Da braucht Israel die USA wie einen Bissen Brot. Obama kann also Bedingungen stellen – und versuchen, seinen Friedensnobelpreis nachträglich noch zu verdienen.


helmar.dumbs@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23. Jänner 2013)

 
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6 Kommentare
cs745
23.01.2013 14:34
0

ot werden bald die palästinenser sein denn darauf läuft die netanjahu politik hinaus


buhbuh
23.01.2013 10:00
0

Blödsinn, der ist schon lange tot.


Niederösterreicher
23.01.2013 01:13
0

Wirklich?

Nach den vorliegenden Wahlergebnissen war seltbst der Falke Netajanhu den Israelis noch zu mild, weshalb an Stelle von 11 Likud-Abgeordneten noch 12 weit radikaliere in die Knesset gewählt wurden.

Aus diesem Wahlergebnis eine Friedensbereitschaft herauslesen zu wollen, finde ich ausgesprochen kühn ...

Und US-Präs. Obama spielt den Israelis auch noch in die Hände, in dem er beim traurigen Los der Palis einfach zuschaut: eine seltsamer Christ!

Antworten yehuda
23.01.2013 09:42
0

Re: Wirklich?

niederoesterreich(er) befindet sich auf einem anderen planeten?
Schwach wenn man nur mit reflex reagiert.

Antworten Antworten Niederösterreicher
23.01.2013 18:11
0

Re: Re: Wirklich?

"We shall overcome"

Für mich sind die Palis die "unterdogs" und die Israelis die Unterdrücker!
Dabei sollten die gerade aus der eigenen Geschichte gelernt haben, was es heißt, unterdrückt zu sein!

Und die Zahl der Kritiker der israelischen Siedlungspolitik wird jeden Tag größer!

das haar i.d. suppe
22.01.2013 23:01
1

Wann wurde dieser Beitrag verfasst?

Sicherlich nicht nach dem Wahlausgang..

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