24.05.2013 11:34 Merkliste 0

Besser als gar nichts

JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Das Steuerabkommen mit Liechtenstein hinterlässt einen schalen Nachgeschmack.

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Das Steuerabkommen mit Liechtenstein ist fürs Budget natürlich erfreulich. Ansonsten ist es zwar besser als nichts, aber auch nicht gerade der große Wurf. Denn die Vermögen der wirklich großen Steuerhinterzieher liegen längst nicht mehr im bergigen Fürstentum. Auch liechtensteinische Banken sind global aufgestellt.

Weil mit der Abschlagszahlung Anonymität verbunden ist, kann man den Weg dieser weiterhin verborgenen Gelder auch nicht nachvollziehen. Die Gelackmeierten sind damit wieder einmal die ehrlichen Steuerzahler.

Schon klar: Österreich kann sich in Sachen Datenaustausch nicht exponieren, ohne das eigene strikte Bankgeheimnis (eines der letzten in Europa) zu gefährden. Andererseits: Auf Dauer zu halten ist die heimische Form der Anonymität ohnehin nicht.

Es bleibt halt der schale Nachgeschmack, dass die österreichische Finanz bei der Verfolgung von großen Steuersündern nun, sagen wir, ein bisschen lax ist. Die Millionen, die dem Staat da entgehen, kann er ja – noch – relativ problemlos den erstaunlich stillhaltenden ehrlichen Steuerbürgern herunterreißen. Ungefährlich ist das aber nicht. Wie es einem Staat gehen kann, der seine Steuergesetze nicht konsequent durchsetzt, kann man gerade live beobachten: in Griechenland.

 

josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2013)

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1 Kommentare

"..ohne das eigene strikte Bankgeheimnis (eines der letzten in Europa) zu gefährden"

meines wissens geht es gar nicht um das gesamte bankgeheimnis.
ö und lux weigern sich 'nur', die information über guthaben von ausländern an deren herkunftsländer weiter zu geben, damit die dortigen behörden feststellen können, ob es sich um versteuertes oder nicht-versteuertes geld handelt.

die definition von ö in diesem zusammenhang: ein land, das nicht bestohlen werden will, das aber für diebe aus anderen ländern gerne den hehler macht.

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