Verteilen allein ist zu wenig

GERHARD HOFER (Die Presse)

In Österreich arbeiten so viele Menschen wie noch nie so wenig wie noch nie.

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Mehr als 400.000 Menschen sind in diesem Land ohne Arbeit bzw. in einer der Schulungen des Arbeitsmarktservice untergebracht. Das ist eine hohe Zahl. Und der Umstand, dass Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern immer noch als Musterschüler dasteht, ist wenig befriedigend. Die Ansprüche sind ziemlich gering geworden in einer Zeit, in der in Ländern wie Spanien oder Griechenland jeder zweite Jugendliche ohne Job ist, in der in Spanien etwa eine Million Menschen von den Pensionen der Großväter oder Großmütter leben. Das ergab zumindest eine Studie. In den spanischen Familien, die vielerorts nach wie vor aus drei Generationen bestehen, füttern die Alten mit ihrer Rente die Jungen durch. Erst Geschichten wie diese führen die Dramatik vor Augen, viel drastischer, als es Zahlen je tun können.

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In Österreich werden die hohen Arbeitslosenzahlen gern mit einem „Aber“ kommentiert. „Aber“ es gab noch nie so viele Beschäftigte. Das ist tatsächlich eine gute Nachricht. 3,4 Millionen Menschen haben Beschäftigung. Ein Viertel davon arbeitet zwar Teilzeit, nicht immer freiwillig. Aber immerhin: Es gibt so viele Jobs wie nie zuvor. Weil wir hierzulande den immer kleiner werdenden Arbeitskuchen an immer mehr Leute verteilen. Noch nie haben so viele Menschen in Österreich so wenig gearbeitet. Es hilft aber nichts, im Verteilen Weltklasse zu sein. Es geht ums Kuchenbacken.


gerhard.hofer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2013)

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7 Kommentare

Cooler Artikel

Mit wenig Zeilen alles gesagt

"Es hilft aber nichts, im Verteilen Weltklasse zu sein. Es geht ums Kuchenbacken."

hier irrt hofer gewaltig:
es gibt weder genügend zutaten, um einen derart großen kuchen zu backen. noch gibt es genügend käufer, die uns diesen monsterkuchen abnehmen würden.

ihr ansatz des unbegrenzten wachstums war schon zum zeitpunkt seines entstehens schwachsinn.
heute, wo wir bereits am eigenen leib zu verspüren beginnen wo unbegrenztes wachstum hinführt, ist es irrsinn, dieses als ultima ratio anzuführen.

ps.: ein menschenwürdiges leben fängt erst dort an, wo mit dem backen eines überdimensionierten kuchens aufgehört wird.
glaubens sie mir das. ich arbeite max 25 stunden und bin mit sicherheit glücklicher als mancher bekannter, der nach regelarbeitszeit und überstunden kaum noch den weg nach hause findet. armer kuchenbäcker!

Re: "Es hilft aber nichts, im Verteilen Weltklasse zu sein. Es geht ums Kuchenbacken."


Lesens "the road to serfdom" von A.F. von Hayek, vielleicht gibt es dann mehr Licht in
ihrer kleinen Welt.

Natürlich gibt es kein UNENDLICHES Wachstum. Trotzdem beruht unser GANZER Wohlstand auf Wertschöpfung u. NICHT auf Umverteilung oder Bürokratie.

100 Jahre Sozialismusversuche mit ca. 100 Mio Toten sind leider nicht genug.

Arbeite im Moment 65 Std die Woche u. füttere mit meinen Steuern sicher einen halben Lehrer, halben Früh-Pensionisten & einen Transferempfänger.


Re: Re: "Es hilft aber nichts, im Verteilen Weltklasse zu sein. Es geht ums Kuchenbacken."

Sie mögen ja sehr viel Geld verdienen,. Das ist aber keine Garantie für den großen Horizont, wie aus dem Kraut und den Rüben, die sie in Ihrem Kommentar ordentlich durcheinandergeschmissen haben doch eindeutig ersichtlich ist.

Vielleicht arbeiten Sie aber einfach nur zuviel?

Re: Re: Re: "Es hilft aber nichts, im Verteilen Weltklasse zu sein. Es geht ums Kuchenbacken."


Wenn sie mit 25 Std pro Woche Ihr Auslangen haben & nicht zu Lasten der Kinder leben, ist das völlig ok !

Wir werden alle unseren Resourcen-"Fussabdruck" verringern müssen. Fahre viel mit dem Rad, woimmer es geht.

Doch Wohlstand entsteht noch immer aus Wertschöpfung durch Leistungsanreiz, was immer auch ökon. Halbgebildete absondern.


"In einer der Schulungen des AMS untergebracht"

Was hier so nebenbei erwähnt wird und recht harmlos klingt, ist ein R i e s e n problem: Die Kosten der AMS-"Schulungen", 1,4 Milliarden im Jahr (wenn nicht mehr), sind enorm. Gelernt wird dort nichts. Im Gegenteil.

Schwach, schwächer, inhaltslos !

Lauter nonablabla !

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