Auf der Planai werden Vorbilder geboren

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Schladming 2013 soll die beste Ski-WM aller Zeiten werden. Österreichs Verband hofft aber auch auf den Hirscher-Effekt.

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Die Pistenarbeiter waren am Sonntag nicht zu beneiden, es schneite dicke Flocken in einer Tour, auch für Montag war wenig Aussicht auf Wetterbesserung in Sicht. Der Schneemassen auf der Planai versuchen Hunderte von Freiwilligen Herr zu werden, Unterstützung bekommen sie von rund 20 Pistenraupen. Das Bundesheer aber ist bei der Weltmeisterschaft auf den Pisten nicht im Einsatz, Schladming ist eben nicht Baden bei Wien. „Unser Heer“ ist nur durch Zeitsoldaten vertreten – Heeressportler, die in Diensten des Skiverbandes stehen. Bei der Eröffnungsfeier will man auch noch in Erscheinung treten, mit einem Überflug auf sich aufmerksam machen.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der für ein Berufsheer eingetreten ist, hat die Latte wie immer sehr hoch gelegt. „Die beste WM aller Zeiten“ soll Schladming 2013 werden. Ein „Skifest mit Herz“ wird versprochen, noch nie sollen alpine Titelkämpfe so „grün“ gewesen sein. Immer wieder werden nachhaltige Impulse betont, wobei der Skiverband die WM in vielerlei Hinsicht für notwendig erachtet. Der ÖSV, betont Peter Schröcksnadel, investiert stets in die Zukunft. „Denn unser Erfolg liegt in den Händen junger, aktiver Sportler und attraktiver Wintersportorte wie Schladming.“ Es geht dem mächtigen Tiroler also auch um den Nachschub, besser gesagt, um den Nachwuchs. Denn auf der Planai werden neue Vorbilder geboren.

Der Skisport ist der Österreicher liebstes Kind, von goldenen Generationen ist die Rede, von Legenden und Allzeitgrößen. Aber Erfolg ist kein Selbstläufer, die Konkurrenz ist größer und härter geworden. Der ÖSV wird in zwei Wochen an der Anzahl der Medaillen gemessen werden, die Skifans wollen verwöhnt werden. Nicht zu beneiden ist vor allem Marcel Hirscher, der Salzburger wird seit Wochen auf die Goldbank gesetzt. Wenn er auch das wegsteckt, dann dringt er in Hermann Maiers Dimensionen vor.

 

E-Mails an: wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2013)

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