In kaum drei Wochen haben Truppen aus Frankreich, Mali und anderen Staaten Afrikas die Islamisten, die dabei waren, den Rest Malis samt Hauptstadt zu überrennen, in die Wüste vertrieben. Gewonnen ist der Krieg sicher noch nicht, und die Gefahr, weitere Terroristen aufzuscheuchen, ist groß. Das ändert aber nichts daran, dass jene Flut an Postings und Blogeinträgen, die den internationalen Einsatz verdammen, eine dumme Zumutung ist: Da wird von „Neokolonialismus“ gefaselt und sogar zur Hilfe für die Rebellen aufgerufen.
Ja, Frankreichs Präsident mag der Triumphator sein und politisch davon profitieren, doch er weiß, dass militärischer Ruhm oft kurzlebig ist. Er weiß auch, dass Paris in Mali wirtschaftliche Interessen hat – aber die sind nicht so groß, wie oft behauptet wird. Und dass ein Staat zum Schutz seiner Interessen militärisch agiert, wenn ein bewaffneter Feind sie aktiv bedroht, ist nicht per se verwerflich oder verboten, sondern Staatenpraxis. Noch dazu, wenn der Feind nicht verhandeln will und zu Unterdrückungsmethoden wie Händeabhacken und Verfolgung Andersgläubiger greift. Und wenn sogar die UNO, deren Ziel auch der Kampf gegen Kolonialismus ist, en bloc die Intervention begrüßt, um die Mali selbst ersucht hat, so steht fest: Mit Neokolonialismus hat das nichts zu tun.
E-Mails an: wolfgang.greber@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2013)















