Ein Präsident in WM-Form

Peter Schröcksnadel ist der Mister WM. Der ÖSV-Boss verteidigt seine Linie. „Wir Österreicher verkaufen nun einmal Klischees.“

Der Herr Präsident ist im Stress, es ist mehr als das: Er ist im Dauerstress. Er hat Termine ohne Ende, es gibt kaum eine Pressekonferenz, bei der er nicht dabei ist, es gibt unzählige Interview-Anfragen, und er ist einfach allgegenwärtig. Selbst dann, wenn eine neue „Race-Camera“, befestigt an der Skibrille, präsentiert wird, dann ist Peter Schröcksnadel mittendrin statt nur dabei. Ohne ihn geht in Schladming offenbar gar nichts. Und wenn alle Stricke reißen, dann lädt er eben eine kleine Runde Journalisten ins „Haus Ski Austria“ zu sich. Man isst und trinkt, bis der ÖSV-Boss endlich loslegt. Es folgen kurze Fragen – und lange Antworten.


Der Präsident hat längst WM-Form erreicht. „Die Eröffnungsfeier lasse ich mir nicht schlechtreden. Was heißt Klischee? Und was war mit den Indianern bei Olympia in Vancouver 2010? Wenn wir uns so nicht sehen wollen, dann ist das ein anderes Problem. Wir verkaufen Klischees – Schuhplattler und Lipizzaner.“ Sport und Kultur: „Wir haben Nazareth verpflichtet, das ist meine Partie – Flowerpower. Und wir haben die Lesung mit Klaus Maria Brandauer. Der kommt ja aus einer lederhosenbekannten Gegend.“ Die Fans: „Die sollen a Hetz haben. Bringen tut das Rahmenprogramm dem ÖSV nix. Die Industrie braucht das, und wir fühlen uns dazu verpflichtet, ihr zu helfen.“ Medaillen? „Wir müssen gewinnen. Es geht um Kompetenz.“ US-Erfolge? „Das ist doch ÖsterreichII. Die sind nur drüben geboren. Unsere Trainer, unser Geld.“ Ihre Medaillen.

 

E-Mails an: wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2013)

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