Planlos, na und?

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Einen zumutbaren Zeitplan für die Abfahrer zu erstellen, das muss man bei einer WM eigentlich erwarten dürfen. In Schladming aber nicht.

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EINGEFÄDELT

Einige Entscheidungen bei diesen Titelkämpfen sind nicht ganz schlüssig. Einen passenden Zeitrahmen zu erstellen, das war offenbar nicht drinnen. Aber vielleicht haben sich in den vergangenen Monaten einige auch zu viel auf Nazareth, Kevin Costner oder DJ Antoine konzentriert. Das Training der Herren endete am Freitag jedenfalls irgendwo im Nirwana der Planai beim Slalomstart, das Befahren des (ziemlich eisigen) Zielhanges war nicht vorgesehen.

Wenn man bedenkt, dass bei klassischen Abfahrten in Wengen oder Kitzbühel für alle Fahrer drei Trainingsläufe auf dem Programm stehen, dann wirkt das Schladming-Timing verwunderlich. Bei einer WM sind schließlich nicht nur Geschwindigkeitsspezialisten und Top-Piloten am Start. Auch erfahrene Haudegen schüttelten den Kopf. Denn unmittelbar vor dem „Rennen aller Rennen“ wurde noch ein Testlauf eingeschoben. Nach einer durchdachten Aktion sieht das nicht aus. „Schwachsinn“, sagt sogar Klaus Kröll.

Die Verantwortung für das Terminchaos wollte niemand übernehmen. Der Internationale Skiverband nicht – und der ÖSV auch nicht. Die Abfahrtsmedaillengewinner werden sich darüber nicht beklagen. Weil es ja die beste WM aller Zeiten ist. Kritik? Welche Kritik?


E-Mails an: wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2013)

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