Planlos, na und?

08.02.2013 | 18:22 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Einen zumutbaren Zeitplan für die Abfahrer zu erstellen, das muss man bei einer WM eigentlich erwarten dürfen. In Schladming aber nicht.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

EINGEFÄDELT

Einige Entscheidungen bei diesen Titelkämpfen sind nicht ganz schlüssig. Einen passenden Zeitrahmen zu erstellen, das war offenbar nicht drinnen. Aber vielleicht haben sich in den vergangenen Monaten einige auch zu viel auf Nazareth, Kevin Costner oder DJ Antoine konzentriert. Das Training der Herren endete am Freitag jedenfalls irgendwo im Nirwana der Planai beim Slalomstart, das Befahren des (ziemlich eisigen) Zielhanges war nicht vorgesehen.

Wenn man bedenkt, dass bei klassischen Abfahrten in Wengen oder Kitzbühel für alle Fahrer drei Trainingsläufe auf dem Programm stehen, dann wirkt das Schladming-Timing verwunderlich. Bei einer WM sind schließlich nicht nur Geschwindigkeitsspezialisten und Top-Piloten am Start. Auch erfahrene Haudegen schüttelten den Kopf. Denn unmittelbar vor dem „Rennen aller Rennen“ wurde noch ein Testlauf eingeschoben. Nach einer durchdachten Aktion sieht das nicht aus. „Schwachsinn“, sagt sogar Klaus Kröll.

Die Verantwortung für das Terminchaos wollte niemand übernehmen. Der Internationale Skiverband nicht – und der ÖSV auch nicht. Die Abfahrtsmedaillengewinner werden sich darüber nicht beklagen. Weil es ja die beste WM aller Zeiten ist. Kritik? Welche Kritik?


E-Mails an: wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2013)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Top-News

  • Roter Rückzieher bei Pensionsreform
    Die Entwürfe Sozialminister Stögers sind fertig: Neue Zuverdienstregeln in der Pension fehlen, Boni für längeres Arbeiten ebenso. Die Vorlage dürfte für einen Konflikt mit der ÖVP sorgen.
    Hofburg-Wahl: Mann hätte zweimal wählen können
    Ein Salzburger erhielt zwei Wahlkarten – einmal eingeschrieben und einmal auf normalem Postweg. Eine doppelte Stimmabgabe würde zwar kaum auffliegen, wäre aber strafbar.
    Deutschland sucht den Superpräsidenten
    Aus Angst vor der AfD wollen Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel bei der Bundespräsidentenwahl im Februar kein Risiko eingehen. Gefragt ist ein „überparteilicher Kompromisskandidat“. Allein: Man findet keinen.
    Aleppo: „Sie wollen uns alle auslöschen“
    Das Regime und Russland fliegen die schwersten Angriffe seit Kriegsbeginn gegen den Osten Aleppos. Rettungskräfte erreichen Verschüttete nicht mehr. Die Bewohner sind verzweifelt.
    Air Berlin steht vor Zerschlagung
    Diese Woche könnte die angeschlagene Fluglinie zum Teil verkauft werden. Die heimische Tochter Niki soll an Tuifly gehen und zu einem reinen Ferienflieger werden.
    Rätsel um Budapester Bombe
    Immer noch ist unklar, wer der oder die Täter des Budapester Bombenanschlags am Samstag waren. „Die Polizei wollte wissen, ob jemand ,Allahu Akbar‘ rief“, sagt ein Augenzeuge.
AnmeldenAnmelden