Gut beraten, schlecht beraten

08.02.2013 | 18:22 |  FLORIAN ASAMER (Die Presse)

Voll ausgestattete Ressorts und externe Berater spielt es nicht mehr. Minister werden sich entscheiden müssen.

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Diesmal also das Unterrichtsministerium. Claudia Schmied (SPÖ) hat seit dem Jahr 2007 für externe Berater im SPÖ-Umfeld nach „Presse“-Recherchen 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Erst kürzlich hat das ÖVP-geführte Innenministerium nach Rechnungshof-Kritik Verträge mit einer der Volkspartei nahestehenden Agentur auslaufen lassen.

Das Unterrichtsministerium verweist ausdrücklich auf die eingehaltenen Vergabekriterien. Eh! Wie soll man in einem Land, in dem vom Autofahrerklub bis zum Vorstand jedes und jeder politisch zuordenbar ist, auch eine unabhängige Agentur finden?

Bleibt noch die Frage, ob PR-Agenturen und zugekaufte Experten für Vollministerien überhaupt notwendig sind. Es ist nur schwer vorstellbar, dass mögliche Auswirkungen eines geänderten Lehrerdienstrechts auf die Gehälter nicht zum Beispiel kostengünstig im VP-geführten Finanzministerium berechnet werden könnten. Doch dort war man wahrscheinlich nicht parteinah genug.

Aus dem Unterrichtsministerium heißt es zur Beraterproblematik noch, Externe seien effizienter und Monitoring von außen State of the Art. Klingt einleuchtend. Nur muss man dann eben die Ministerien verkleinern, um Geld für externe Aufträge freizubekommen. Üppige Ministerien und externe Berater werden sich auf Dauer nicht ausgehen.

 

florian.asamer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2013)

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5 Kommentare

Gefälligkeitsexpertisen...

... soweit das Auge reicht...solange sie von den Medien unrecherchiert nachgeplappert werden.

State of the Art

Ich hasse diese Amerikanismen: Noch dazu, wo sich immer wieder herausstellt, daß unsere Politiker ein Englisch sprechen, wenn mans hört, nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Aber solche Ausdrücke sollen "Bildung" vortäuschen, wo keine ist. Sind unsere Politiker bereits CIA Agenten, daß sie nur mehr inglisch schpieken?.

Weiters muß der Österreicher zu dem Schluß kommen, daß in unseren Ministerien nur lauter unfähige, bar jeder Kompetenz, Beamte hackeln (kommt von Hacklerregelung), sonst wären die "Berater" nicht notwendig.

Bekommt eigentlich so ein Berater sein Geld auch dann, wenn er einen solchen Unsinn oder Pfusch abliefert, der nicht zu gebrauchen ist?

Na klar! Er ist doch ein Parteifreund!


Auf der Nudelsuppe...?

"Externe seien effizienter und Monitoring von außen State of the Art" = hat punktgenau die Qualität, mit der diese Polit-Banden argumentieren. In Wahrheit werden jene Teams ausgesucht, die bis in die Wolle parteinahe gefärbt sind und gleichzeitig die Marketing- und Kommunikationstricks beherrschen. Sie müssen aber auch einen Teil des Honorars für parteinützliche Zwecke investieren und verschiedentlich für das Kreuzerl am richtigen Ringerl missionieren.
Daher ein unausgegorener Gedanke: Wenn's hier wirklich eine Demokratie sein soll und kein Schmierentheater, sollen ausschließlich die ParlamentarierInnen der Nichtregierungsparteien über die Auswahl und Beauftragung der Berater entscheiden. Was sonst? Dann werden die Beratungs-Honorare sehr niedrig und die Zahl der Vergaben sehr klein sein. Ob aber dann die versteckten Kosten für die Bestechung exorbitant steigen werden, kann man noch nicht sagen.

Beratung fürs Make-up

Das muss schon drinnen sein, ein sechsstelliger Betrag fürs gute Aussehen ... warum bitte wird das nicht viel mehr publik gemacht?? Lauter schreien bitte, liebe PRESSE!!!!

Re: Beratung fürs Make-up

Und warum schaut`s trotzdem noch so aus, wie sie ausschaut, unsere schultante? (ich liebe die großteils weitaus schöneren zahnputztanten österreichs, die schauen auch viel weiblicher aus als die ministeriumsgroßmutter)

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