EU-Spitzel an den Börsen?

JAKOB ZIRM (Die Presse)

Eine europäische Steuer soll weltweit eingehoben werden. Ein „ambitioniertes“ Ziel.

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Finanztransaktionssteuer – ein sperriges Wort, das weltweit bei tausenden Globalisierungskritikern, Gewerkschaftern und Politikern Begeisterung auslöst. Denn auf den ersten Blick klingt die Idee wirklich bestechend: Eine minimale Besteuerung auf Transaktionen verhindert böse Spekulationen und erstickt so Finanzkrisen im Keim.

Auf den zweiten Blick gibt es jedoch einige gute Gründe, die bisher gegen die Einführung der Steuer sprachen. Bisher. Denn nun will die EU-Kommission einen entsprechenden Gesetzesvorschlag einbringen.

Und die Brüsseler Beamten haben dabei das Kunststück geschafft, das größte Problem der Steuer zu beseitigen. Nein, nicht den Umstand, dass empirische Studien inzwischen mehrfach bewiesen haben, dass die Besteuerung von Transaktionen die Liquidität auf den Märkten verringert und so – anders als gewünscht – die Volatilität hebt.

Sie haben die Lösung für das Problem, dass eine geografisch begrenzte Steuer leicht durch das Ausweichen in andere Länder umgangen werden kann: So gilt die europäische Steuer einfach auch in Drittländern. Eine chinesische Bank verkauft in Frankreich emittierte Derivate an einen US-Händler? In Paris steuerpflichtig. Ganz einfach.

Details zur Umsetzung sind zwar noch offen: Müssen die Chinesen sich nun selbst beim französischen Fiskus melden oder gibt es künftig weltweite Börsenspitzel der EU? Diese Kleinigkeiten lassen sich aber sicher leicht klären.

 

jakob.zirm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2013)

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4 Kommentare

EU-Spitzel an den Börsen?

Warum Spitzel?
Es kann sich ja um ganz "offizielle" Beobachter handeln. Es ist gut zu wissen, was dort genau abläuft. Immerhin leben wir in einer globalen Welt mit globalen Problemen! In einem alten englischen Song heißt es, die Börse wäre sowas wie ein Kinderspielplatz für junge Männer - also teilw. irgendwie Zurückgebliebene. Und das stimmt ja.

Wie viele der dort Angestellten sind Frauen?
Und: Wie alt sind dort die "Männer"?

Angeblich haben die 99,5% Männer, die an den Börsen arbeiten, ein Durchschnittsalter von 31,7 Jahren, und überwiegend keine Familien.

Außerdem ist es jene Gruppe, die zur hohen Risikogruppe der Autoversicherer gehören. Das sagt schon sehr viel.....

Wenn die EU den Gedanken fasst, sich die Sache auch mal von dieser Seite anzuschauen - und zwar global! - dann finde ich nichts, was drann falsch sein soll :-)

Immerhin ist es ja ein Geschick der Gegenwarts-Zeit, dass ehrliche Menschen mit ihrem Geld zur Weiterinvestition nur dann herausrücken wollen, wenn sie ganz genau wissen, was damit geschieht. Wer will schon eine Firma mit hohen Renditen und Frauen-Sklaven-Arbeit irgendwo auf der Welt mitfinanzieren oder das Abholzen Borneos und das Töten der Orang Utans in diesen Wäldern....


Re: EU-Spitzel an den Börsen?

"Wie viele der dort Angestellten sind Frauen?"

ich möcht nicht ungalant sein .. aber
die frau dr. burgstaller dürfte um die 50 sein, die frau mag. rathgeber ist um die 40, die frau unterrichtsministerin dr schmied ist denke ich einiges über 50 .. und das diese damen zur risikogruppe bei autofahrern gehören oder gott behüte in der innenstadt von wien oder salzburg orang utans jagen, das bezweifle ich ....


den irrsinn kann man ausbauen :-)

ein österreicher kauft in rom ein chinesisches t-shirt und schenkt es seiner englischen freundin, also zahlt er wegen chinabezug, steuer in peking, die mehrwertsteuer zahlt er in rom, und weil er ein österreicher ist, zahlt er in österreich die t-shirttransaktionssteuer ..
und die engländerin ?.. als engländerin zahlt sie gar nichts .....(als österreicherin hätte sie schenkungssteuer zu zahlen gehabt :-)

hand hoch ? . welcher vernünftige mensch kann dem zustimmen ?
also abwählen, bevor die noch mehr schaden anrichten, als sie es ohnehin schon getan haben ....

werden Sie erst einmal erwachsen, Herr Zirm, nichts ist leichter


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