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Abschied in Würde

ULRIKE WEISER (Die Presse)

Der Votivkirchen-Protest hat erreicht, was möglich war.

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Der Bürgermeister hätte eigentlich etwas sagen können. Oder Wiens Vizechefin. Stattdessen fand die deutlichsten Worte ausgerechnet einer, der gern umständlich formuliert. Für eine Lösung sei es nötig, die Kirche zu verlassen, schrieb der Bundespräsident also den Protestierenden – ohne zu verschweigen, dass es das, was sie wollen, ein allgemeines Bleiberecht, nicht geben wird.

Der Appell auf Augenhöhe ermöglicht den Streikenden einen Abschied in Würde. Die ersten positiven Reaktionen zeigen auch, dass einige auf diesen Notausgang sehr gewartet haben. Denn es könnte bald hässlich werden: Spätestens wenn der Hungerstreik zur Lebensgefahr wird, wird die Kirche als Hausherr Rettung und/oder Polizei holen müssen.

Jenes Ziel, das möglich war, haben die Protestierenden ohnehin erreicht: eine Debatte über Dinge, über die man reden muss – etwa die Qualität der Asylquartiere. Das ist nicht nichts. Österreich ist ein Land der Anlassgesetzgebung. Wie man an der Fußfessel-für-Sexualstraftäter-Debatte ablesen kann, ist öffentlicher Protest ein effektives Mittel (das jedoch, zugegeben, dem Auslöser selbst oft wenig hilft). Ein Erpressungsversuch, egal, wie verzweifelt, bringt hingegen wenig. Denn einen willkürlichen Daumen-hoch-Daumen-runter-Staat, der sich über Gesetze hinwegsetzt, will keiner. Jene, die den Streikenden anderes vermittelt haben, sind naiv. Oder haben gelogen.


ulrike.weiser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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18 Kommentare

Besser wäre

Abschied in Schwechat

frau weiser, möchten sie nicht

richtig "presse"-mäßige nächstenliebe beweisen und die pforten ihrer redaktion für asyldemonstranten öffnen? vom christlichen selbstverständnis der "presse" aus gesehen muss das geradezu geboten sein, nicht? oder schreiben sie lieber über etwas, statt etwas realiter zu tun?

23 0

Aktivisten

Mir kommt vor, dass in erster Linie die "Aktivisten" die Verantwortung für diesen unsinnigen Hungerstreik und die irrealen Forderungen tragen. Die Asylanten haben sich von diesen Trotteln was vorreden lassen und ihnen geglaubt - sie meinen vermutlich, wenn ihnen diese Österreicher, die ihnen helfen wollen, so was sagen, wird es schon stimmen. Einen Schmarr'n, sie sind auf was reingefallen. Es ist doch klar, dass deretwegen unsere Gesetze nicht geändert werden.

35 0

Augenhöhe

Interessant, wenn man mit einer Bande erpresserischer Kirchenbesetzern auf Augenhöhe verhandeln will, dann muss nach Frau Weisers Meinung schon mindestens der Bundespräsident her. Spricht ja nicht gerade für die Größe unseres HBP.
Und nur so nebenbei: der Bürgermeister hat schon was gesagt, aber wäre ja noch schöner wenn man recherchieren auch noch sollte, bevor man sein von Sympathie für die Besetzer getragenes Geschreibsel in die Tasten klopft.
Erstaunlich, welchen Müll die Presse heutzutage schon abdruckt.

33 0

Der missbrauchte österreichische Staat...

Die Geduld der Menschen und Institutionen auf der Geberseite war/ist in gegenständlicher Angelegenheit mehr als bewundernswert und reicht bereits weit ins Irrationale.
Da kommen angeblich unterdrückte, verfolgte, in ihrer Existenz bedrohte Menschen in unser Land, finden Aufnahme und wissen nichts besseres zu tun, als nun ihrerseits unverschämte Forderungen zu stellen und mit Hungerstreiks Erpressungsversuche zu starten. Wenn ihnen ihr Leben ohnedies nichts wert ist, hätten sie doch gleich in ihren Heimatländern bleiben können.

42 0

Der Votivkirchen-Protest hat erreicht, was möglich war.

Frau Weiser! Der Votivkirchen-Protest hat vor allem erreicht, dass das Ablehnungs-, ja, Hassgefühl vieler Österreicher gegenüber solchen (!) Asylsuchenden den Zenit erreicht hat. Ist ihnen damit wirklich geholfen. Und selbst etliche Menschen, die diesem Thema bisher ohne Emotion oder sogar offen gegenüberstanden, fühlten sich veranlasst, ihre Meinung zu revidieren. Und das war Ziel? Erreicht, würd ich sagen!

20 0

Re: Der Votivkirchen-Protest hat erreicht, was möglich war.

Absolut. Zustimmung. Bis jetzt warns ma wurscht (die Asylwerber!), jetzt fragt ich mich nur was sich die herausnehmen.

31 1

Ein Staat hat unmissverständlich und ohne Ansehen der Person seine Gesetze

und Vorschriften durchzuziehen.

Dabei ist es vollkommen gleichgültig ,ob sein Kontrahent "das Gesicht wahren " kann , oder nicht.

"Auf Augenhöhe" - oder sonstige Verhandlungen über ein Gesetz hat es nicht zu geben und auch keinen kuschelweichen Schmusekurs.
Dieses Nicht-Aussprechen-Können ,dieses angstvolle Lavieren,diese "wasch mich, aber mach mich nicht nass"-Mentalität ---
Das ist es, was diese Regierung den Kopf kosten wird.

lese ich recht? etwa die Qualität der Asylquartiere


was stellen sich denn frau weiser da so vor?
hunderte bürgerwohungen können in unserem land nicht ausreichend beheizt werden, mangels geld...

anscheinend sind unsere asylquartiere noch immer besser als wohnen dort wo d i e herkommen?

und arbeiten wollen die kirchenbesetzer? in welcher sprache?

raus und nach haus!

35 0

Augenhöhe? Habe ich wirklich Augenhöhe gehört?

Wann gibt sich ein Land auf?
Wann werden Gesetze zum Spielball einiger linksradikaler Anstifter und Scheinasylanten?
Wie tief kann ein UHBP sinken, daß er ernsthaft diesen Brief schreibt?

Schön langsam kann man das offizielle Österreich nicht mehr verstehen...

qualität der quartiere

sg frau weiser,

ich würde sie ersuchen, uns die asylquartierqualität, die sie für angemessen halten, darzulegen!
und: welche quartierqualität gilt ihnen als angemessen für obdachlose inländer, studenten, haftentlassende etc.? wäre doch nett, das in relation zu den ansprüchen der besetzer setzen zu können. zahlen werden wir deren quartiere ja auch dürfen, oder?

Re: qualität der quartiere

Oder in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Anstalten aller Art...

23 0

Re: qualität der quartiere

Sie haben Grundwehrdiener vergessen.

Re: Re: qualität der quartiere

Und Landespflegeheime ...

wow

"Appell auf Augenhöhe" - wenn das Augenhöhe bedeutet, merkt man erst wie klein unsere Politiker tatsächlich sind. Danke fürs Augen öffnen.

Wo ist hier Würde?

Das Gastrecht wurde mit Füssen getreten. Wer die Hand beißt die ihn füttert sollte sich nicht wundern wenn sie zurückgezogen wird. Alle Insassen sollten Österreich so schnell wie möglich verlassen - ein Recht auf Asyl haben sie verwirkt.

27 0

"ein Recht auf Asyl haben sie verwirkt."

Es kann nur etwas verwirken, das vorher da war.
Ein Recht auf Asyl hatten diese Schwindler jedoch offensichtlich nie.

Verwirkt ist hingegen etwas anderes, und das schon seit ziemlich langer Zeit:
Die Glaubwürdigkeit von Politikern und Schreiberlingen.

Der Bürgermeister hat doch eh etwas gesagt!

Nämlich das appetitliche Statement, das „es ihm den Magen umdreht“:

http://diepresse.com/home/panorama/wien/1330305/Haeupl_VotivkirchenBesetzer-politisch-missbraucht-?from=suche.intern.portal

Presseleser wissen mehr, offensichtlich jedenfalls mehr als die Redakteure …

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