Der Parteichef ist Programm

OLIVER PINK (Die Presse)

Frank Stronachs Weltbild: ein liberal-sozialer Mix mit populistischen Untertönen.

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Ende Februar will Frank Stronach sein Parteiprogramm dann zur Gänze präsentieren. Etliches ist schon bekannt, einiges neu hinzugekommen. Nach derzeitigem Stand lässt sich sagen: Das Programm ist in Stronachs aktuellem Landtagswahlslogan „Politik mit Herz und Hausverstand“ ganz gut verdichtet. Nicht mehr ausgeben, als man einnimmt – aber für den kleinen Mann muss gesorgt sein. Eine Mischung aus Wirtschaftsliberalismus amerikanischer Prägung, abgefedert durch den europäischen Solidaritätsgedanken. Angesiedelt irgendwo zwischen Mitt Romney, Jörg Haider und Hannes Androsch.

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Ein Entwurf mit Licht- und Schattenseiten: Auf der einen Seite das hierzulande nicht selbstverständliche Bekenntnis zu strikter Budgetdisziplin, zu Eigenverantwortung und zu einem Rückbau der Verwaltung. Auf der anderen das populistische Herumeiern beim Euro und die „Das Boot ist voll“-Anbiederung bei der freiheitlichen Klientel.

Das Programm jedoch wird möglicherweise ohnehin eine eher untergeordnete Rolle spielen. Denn gewählt wird eine Partei wie diese wegen des Parteiführers – und der Erzählung, die da mitschwingt: Einer von uns, der es in der großen Welt geschafft hat. Und der es den Mächtigen in der kleinen Welt Österreich nun zeigt.

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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5 Kommentare

Ein Schuss..

... Eigenverantwortung würde uns gut tun und auch Abbau der Verwaltung. Allerdings wie will das Stronach erreichen, wenn er gleich die komplexen und überzogenen förderalistischen Strukturen durch die Kanditatur in den Bundesländern akzeptiert? Dabei hat er auch gleich größte Schwierigkeiten bei der Anheuerung der Mandatare, die nicht einmal den Schein von Volksvertretern wahren wollen, sondern sich gleich als "Diener eines Herren" antreten?

Re: Ein Schuss..

Einen gewissen Unterhaltungswert haben jedenfalls die Zeitungsannoncen von Frank Stronach! Mir persönlich am besten gefällt mir jenes, in dem der greise Polit-Neuling Erwin Pröll auffordert, "ein Mann und kein Feigling" zu sein. Sondern sich schon vor der Niederösterreich-Wahl mit ihm zum medialen Duell zu stellen! Das hat schon etwas von echtem Western-Style! Der Schurke kommt die Straße entlang und ruft dem friedlich im Saloon seinen Whiskey schlürfenden Helden zu: Komm heraus, wenn Du Dich traust, oder bist Du zu feige für ein Duell Mann gegen Mann? Tja, die vielen Jahrzehnte in Übersee haben offenbar beim Austro-Kanadier abgefärbt! Ich bin schon gespannt, was da im Laufe der nächste Monate noch alles kommt...

Re: Re: Ein Schuss..

Dieses Duell wird sich Stronach allerdings nicht kaufen können.

Das Programm jedoch wird möglicherweise ohnehin eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Hat das Programm der anderen Parteien jemals eine übergeordnete Rolle gespielt? Wohl kaum. Es ging jedes Mal um die Person oder um ein Schlagthema, das mit dem Programm gar nichts zu tun hatte.

Re: Das Programm jedoch wird möglicherweise ohnehin eine eher untergeordnete Rolle spielen.

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