Der Parteichef ist Programm

Frank Stronachs Weltbild: ein liberal-sozialer Mix mit populistischen Untertönen.

Ende Februar will Frank Stronach sein Parteiprogramm dann zur Gänze präsentieren. Etliches ist schon bekannt, einiges neu hinzugekommen. Nach derzeitigem Stand lässt sich sagen: Das Programm ist in Stronachs aktuellem Landtagswahlslogan „Politik mit Herz und Hausverstand“ ganz gut verdichtet. Nicht mehr ausgeben, als man einnimmt – aber für den kleinen Mann muss gesorgt sein. Eine Mischung aus Wirtschaftsliberalismus amerikanischer Prägung, abgefedert durch den europäischen Solidaritätsgedanken. Angesiedelt irgendwo zwischen Mitt Romney, Jörg Haider und Hannes Androsch.

Ein Entwurf mit Licht- und Schattenseiten: Auf der einen Seite das hierzulande nicht selbstverständliche Bekenntnis zu strikter Budgetdisziplin, zu Eigenverantwortung und zu einem Rückbau der Verwaltung. Auf der anderen das populistische Herumeiern beim Euro und die „Das Boot ist voll“-Anbiederung bei der freiheitlichen Klientel.

Das Programm jedoch wird möglicherweise ohnehin eine eher untergeordnete Rolle spielen. Denn gewählt wird eine Partei wie diese wegen des Parteiführers – und der Erzählung, die da mitschwingt: Einer von uns, der es in der großen Welt geschafft hat. Und der es den Mächtigen in der kleinen Welt Österreich nun zeigt.

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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