25.05.2013 23:27 Merkliste 0

Verspekuliert, Herr Stronach!

ISABELLA WALLNÖFER (Die Presse)

Puls4 bot eine erfrischende Ergänzung zur ORF-Diskussion, keinen Vorteil für Stronach.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In einem Punkt hat Frank Stronach recht: Politikerdiskussionen im TV haben keinen Sinn. Nicht, wenn sie so geführt werden wie in den ORF-„Pressestunden“ zur NÖ- und Kärnten-Wahl. In Klagenfurt saßen Politiker und Moderator wie Schulbuben (die Mädchen sitzen da noch in einer anderen Klasse) brav an einem Pult, rezitierten Wahlkampffloskeln und Chefredakteur Bernhard Bieche las die Fragen vom Blatt. Fazit: fad und vorhersehbar. In St.Pölten hatte Chefredakteurin Christiane Teschl die Runde zwar souverän im Griff, doch auch hier bleib aus, was man vom Fernsehen erwartet: Spontaneität und Emotion. Klassenprimus Erwin Pröll spendete salbungsvolle Worte, die anderen kriegen ein Plus für rücksichtsvolles Verhalten... Fazit: siehe oben! So staatstragend wie der ORF es angeht, kann man Politiker nicht aus der Reserve locken.

Nur Frank Stronach läuft auf Hochtouren. Puls4 lud ihn zum (vorab kritisierten) Interview, nachdem sich Stronach dem ORF verweigert hatte, weil dort „jeder gegen jeden brüllt“. Falsch gedacht! Auch sonst hat sich Stronach verspekuliert: Statt ihn gefahrlos die Konkurrenz aus der Distanz kommentieren zu lassen, brachte ihn Moderatorin Corinna Milborn mit unbeirrbaren Fragen in die Defensive. Stronachs Performance wurde von Politikberater Thomas Hofer klug und kritisch analysiert. Fazit: Puls4 bot eine erfrischende Ergänzung zum ORF. Stronach hat nicht profitiert – aber der Wähler.

 

isabella.wallnoefer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

42 Kommentare
 
12

Das "Interview" war voll echt peinlich!

Aufgefallen ist mir u.a. dass er fast jede Frage beantwortet mit "das ist doch gar nicht woahr, ich sage es nochamol..."
Er hat das fürchterliche Denglisch drauf wie der Schwarzenegger und der Puck!

Re: Das "Interview" war voll echt peinlich!

Das Deutsch scheint das Problem zu sein. Auf English ist Stronach top-fit, er stottert nicht und seine Gedanken und Argumente sind klar.

https://www.youtube.com/watch?v=EVPVU3qBshM

Re: Das "Interview" war voll echt peinlich!

Das Denglisch ist nicht das Problem. Sie machen ja sicher auch "Downloads" usw.

Ich glaube, dass Stronach bei den echten Sachthemen richtig ins Schleudern gekommen wäre. Sein Programm wird immer wieder verschoben. Seit November gibt es nur Überschriften.
Allerdings reichen die seinen Anhängern offenbar - armes Land.

@ retired: Haben Sie ihn schon mal englisch sprechen hören?

Re: Re: Das "Interview" war voll echt peinlich!

Seine Sprach- und Sprechhaltung ist problematisch. Und seine Denke ebenso!
Er ist immer wieder ein Verkäufer!
Früher hat er Autospiegel verkauft, heute seine politischen "Überzeugungen"!

Re: Re: Re: Das "Interview" war voll echt peinlich!

Das ist schon richtig. Vor allem fehlt es heute bei seinem Team an charismatischen, weitblickenden Leuten, die den Laden führen, so wie es bei der Magna war und noch ist, und die Öffentlichkeit von ihm fernhalten.
Sein Problem ist Wirklichkeitsverlust, der vor allem durch seine Umgebung mit willfährigen, lobhudelnden und Personenkult fördernden Menschen verursacht wird.

frank stronach ist eben ein mann, der auch ....

fließend englisch spricht.

nicht so wie unser bundestaxler oder die fekterin.

0 1

Re: Das "Interview" war voll echt peinlich!

Richtig: Sie haben das Interview in Apostrophen gesetzt. Mir ist es auch wie ein Verhör vorgekommen.

Was die Sprache anbelangt: der Stronach spricht in einer Fremdsprache, die er in den 40er bis 50er Jahren gelernt hat: steirischer Dialekt auf schuldeutsch.

2 1

meun Kommentar ist der 10sur zum Opfer gefallen.


2 1

Re: meun Kommentar ist der 10sur zum Opfer gefallen.

Issa wieder da

3 0

der Politikberater war nicht klug sondern auf der Politversagerwelle.

Solche Politiker, die der als Maßstab ansetzt, haben die ganze Welt in den Abgrund hinab gelogen. Auch die Medien - ach was...

Allein, dass es für so eine Runde...

...ModeratorInnen braucht, ist schon abartig.
Mal darüber nachgedacht?

Es ist traurig, dass ein 80jähriger die 40jährige Selbstbedienung von SPÖVFP im Sinne der Kinder abschaffen muss !!

Gibt es denn keine normalen Leute in SPÖVFP mehr ???

Re: Es ist traurig, dass ein 80jähriger die 40jährige Selbstbedienung von SPÖVFP im Sinne der Kinder abschaffen muss !!


Nein!
Und schon gar nicht bei den GrünInnen!!!

Das war auf Bild-Zeitungs-Niveau!

Reifnitz, Eurofighter, Stadion Wiener Neustadt....
Dinge, die offenbar die Interviewerin noch versteht...
Als Stronach-Kritiker muss ich ihm zustimmen: das war Zeitverschwendung!
Viel interessanter wäre gewesen, ihn zur Zukunft zu befragen!
Also Stronach-Fans, immer noch weg mit dem ORF? Erwartet ihr Substanz von einem Privatsender?!?

Re: Das war auf Bild-Zeitungs-Niveau!

sollte eigentlich einem Milliardär aus Übersee entgegenkommen,in der dortigen politischen Welt ist alles etwas "flat" und wer das nicht versteht bekommt food stamps
aber einen 80jährigen zur Zukunft zu befragen wäre selbst für Puls 4 eine Herausforderung

Danke

Für das Ansprechen der Tatsache dass die Diskussionsrunden im ORF zu "brav" gehalten werden.

Marsch der Roten durch die Institutionen...

Den Bundespräsidenten, die NR-Präsidentin, den Gouverneur der NR-Bank, den Bundeskanzler und darüber hinaus die Hälfte der Ministerin haben sie mit ihren (fähigen?) Leuten schon erobert... Bei den Landeshauptmann winkt auch bereits die Mehrheit: Wien, Bgld., Steiermark und Salzburg sind bereits rot, was noch fehlt ist der 5.Landeshauptmann und damit die Mehrheit in der Länderkammer ...

Und daß die Roten das Übergewicht in diesem Staat behalten, dafür werden schon die Grünen sorgen!

Und seltsamerweise verbeissen sich jetzt alle Nichtmarxisten in die einzige Partei, die den Roten noch Paroli bieten kann. "Wenn das bloß gut geht..!"


5 8

Re: Marsch der Roten durch die Institutionen...

Sie haben natürlich 100% recht.
Aber Stronach ist nicht die Lösung.
Stronach war einmal.
Der Mann hat großartiges geleistet und gilt zu recht als Ikone "vom Tellerwäscher zum Millionär" - aber - heute ist er ein alter störrischer seniler Mann der sich besser zurückziehen sollte und seinen mehr als verdienten Lebensabend geniessen. Anstatt sich zum Gaudium der Medien a la Lugner öffentlich zum Trot:tel zu machen.

wenn's stimmt: Stronach war einmal.

dann gilt auch: boris ist nie gewesen.

Re: Re: Marsch der Roten durch die Institutionen...

Stronach ist schon deswegen nicht die Lösung, weil er zwar den Wahlkampf bestreitet, aber niemals im Landtag arbeiten will. Und die Methoden, wie das Team Str. seine Leute gewinnt, finde ich nicht gerade seriös. Ich halte das Team Stronach für ein trojanisches Pferd der SPÖ, um ÖVP u. FPÖ zu schwachen ... warum sonst zieht die Magna-Konzernzentrale von NÖ nach Wien? Sowas macht man nur, wenn man eine Menge Vorteile davon hat!

warum sonst zieht die Magna-Konzernzentrale von NÖ nach Wien?

Sowas macht man nur, wenn man eine Menge Vorteile davon hat!

vollkommen richtig:

internationale weltstadt
anreise für mitarbeiter
öffentliche verkehrsmittel - u-bahn
restaurants, shopping, entertainment
kultur, oper, theater, ...

aber was hat das mit stronach zu tun? der hat doch magna längst verkauft.

1 8

Glaubwürdigkeit verspielt

Wahrheit Fairness und Transparenz?

Stronach hat den letzten Funken Glaubwürdigkeit verspielt und sich entlarvt...

Auf die Frage wem denn die Magna Zentrale gehöre und an wen da Miete gezahlt wird, die angeblich zu hoch sei antwortet Stronach "Die Magna hat das Gebäude verkauft."
Milborn: "An wen denn?"
Stronach: "Äh, weiß ich jetzt nicht."
Milborn: " Wann ist es verkauft worden?"
Stronach: "Das war... ich glaub vor kurzem amal."
Milborn: "Das heißt sie sind gar nicht involviert drinnen?"
Stronach: "Ich bin nicht involviert."
Milborn: "Es gibt nämlich das Gerücht, dass sie der Besitzer wären."
Stronach: "Ich bin nicht der Besitzer."
Milborn: "Herzlichen Dank, dann wär das geklärt."

Die Fakten:
Fast alle Immobilien von Magna, Werke und Administration, gehören der Granite Real Estate - www.granitereit.com
Erst seit 2012 heißt das Unternehmen so, vorher war es die MI Delevopments Inc.
2003 wurden die Immobilien von Magna in dieses Unternehmen ausgelagert und Vorstandsvorsitzender der MI Developments wurde der CEO von Magna, Frank Stronach. Erst um 2011 ist er aus dem Unternehmen ausgeschieden.
Das kann jeder selbst recherchieren, bei Granite gibts den alten Jahresbericht online auf der Homepage, da stehen auch die Konditionen zu denen Stronach ausgeschieden ist drinnen.

Wie glaubhaft ist der Herr dann jetzt noch?

Glaubwürdigkeit verspielt?

wie kommen sie darauf, daß er nicht glaubwürdig sein soll. sie bestätigen ja, er ist nicht mehr involviert.

den frank stronach interessiert doch nicht, wem irgendeine hütte gehört.

der besitzt als milliardär soviel, daß er gar nicht alles aufzählen kann. die größten pferderennbahnen der welt, die größte edelpferdezucht mit über 5000 pferden, etc.

Re: Glaubwürdigkeit verspielt?

Und weil er so viel hat, ist er glaubwürdig? Ein wenig einfach, diese Weltansicht!

Und weil er so viel hat, ist er glaubwürdig?

nein, nicht deswegen.

sondern weil es stimmt, daß er nicht mehr involviert ist. weder bei magna, noch bei granite real estate. alles klar?

1 0

Re: Und weil er so viel hat, ist er glaubwürdig?

Ob er nicht mehr involviert ist gilt es ja zu klären. Jedoch hat er es nicht so mit der plakatierten Wahrheit wenn er meint er weiß nicht wem das gehört und es wurde erst vor kurzem verkauft.

 
12

Mehr Kommentare:

Top-News