Ein Geheimdienstchef steht nicht in der Zeitung.“ Dieser Satz des damaligen Kanzlers Wolfgang Schüssel – dem Vernehmen nach bei Lektüre eines „Presse“-Interviews, in dem Gert-René Polli vor der Terror-Gefahr in Österreich warnte – hatte eine gewisse Logik. Schüssels eigene Interview- und Journalisten-Allergie nahm beim Thema (Un-)Sicherheit immer zu. An anderen Zeitungsschlagzeilen war Polli laut Staatsanwaltschaft aber unschuldig: Peter Pilz hatte ihm de facto Amtsmissbrauch vorgeworfen. Entschuldigt hat sich der Grün-Abgeordnete dafür übrigens nie. (Das würde auch eine gewisse Größe voraussetzen.)
Dass der Verfassungsschützer im Innenressort nicht nur Freunde hatte, spricht nicht gegen ihn. Und wenn man wie er über die Jahre so tief in die Geheimdienst-Szene eintaucht, verändert das den Habitus jedes Spitzenbeamten. Pollis Vertragsverlängerung war jedenfalls alles andere als wahrscheinlich, hörte man zuletzt. Mit seiner Entscheidung kommt er der des Ministers nur zuvor. Sein Nachfolger könnte ein äußerst zurückhaltender Polizist mit einer guten Portion Medienscheu (s. unten) werden. Ganz im Sinne Wolfgang Schüssels also. Und auch Günther Platters. Der gibt Interviews nämlich gerne selber.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2007)















