04.02.2012 10:58 | Meine Presse Merkliste0

Kein falsches Mitleid mit der PKK

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Die Türkei ist im Recht, wenn sie Terroristen nachsetzt. Aber Vorsicht: Kriegsfalle.

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Die PKK ist, wie auch immer sie sich gerade nennt, eine Terrororganisation. Als solche wird sie seit 2002 sogar von der Europäischen Union eingestuft. Dass diese Charakterisierung zutrifft, beweist die kurdische Untergrundbewegung seit einigen Monaten wieder mit blutrünstiger Verve. Erst die Anschläge auf Touristen, zuletzt die heftigen Angriffe auf türkische Soldaten. Das Rückzugsgebiet der bis zu 5000 unentwegten Kämpfer der PKK liegt im Nordirak. Von den Kandil-Bergen aus plant die Gruppierung ihre verbrecherischen Aktionen – unter dem Schutz der kurdischen Machthaber im Nordirak.

Es fällt unter das Kapitel Selbstverteidigung, wenn die türkische Armee der PKK nun auf irakischem Territorium nachsetzt. Trotzdem ist die Regierung in Ankara gut beraten, die Wahl ihrer Mittel zu dosieren und nicht in die Falle einer Großoffensive zu tappen. Denn genau das bezwecken die Guerilleros. Die PKK, diese krude marxistisch-nationalistische Sekte, steht im Grunde vor ihrem Ende. Das Objekt ihres Führerkults, Abdullah Öcalan, ist seit 1999 in Haft. Und dem kurdischen Volk, das sie zu vertreten vorgibt, werden dank EU-Annäherung der Türkei erstmals greifbare (wenn auch noch ungenügende) Rechte eingeräumt.

Der klägliche militante Rest der PKK braucht deshalb den Krieg wie ein Vampir Blut. Nur so kann sie überleben. Wer die PKK aber aushungern will, muss sie total isolieren. Und das geht nur, wenn endlich Iraks Kurden mitspielen. (Seite 7)


christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2007)

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14 Kommentare
Gast: John Tobisch-Haupt
25.10.2007 23:13
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Es kommt auf den Blickwinkel an ...II

wenn eine dauerhafte friedliche Lösung erzielt werden soll. Dass die PKK schießen kann hat sie in den letzten Tagen zum wiederholten Male bewiesen. Ob sie in der politischen Arena genau so bestehen kann, muss sie erst noch beweisen. Ein Versuch wäre es wert, weshalb man ihr die Chance zu einer gewaltlosen Politik geben sollte. Ihre Polemik, Herr Ultsch, ist jedoch bei einer Lösungssuche nur wenig dienlich. Sie dürfte allenfalls in Ankara auf Beifall stoßen.

Gast: John Tobisch-Haupt
25.10.2007 23:09
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Es kommt auf den Blickwinkel an ...

Herr Ultsch. Innerstaatliche Konflikte hat es schon immer gegeben. Werden diese nicht politisch gelöst, finden sich andere Mittel um sich zu artikulieren. Was gestern ein „Terrorist“ war, ist morgen vielleicht schon ein „Staatsmann“. Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an. Nelson Mandela, Yassir Arafat oder Xanana Guzmao sind hierfür eindrucksvolle Beispiele. Auch die genannten Herren waren nicht zimperlich, geschweige denn der Anwendung von Gewalt abgeneigt. Erst als die Konfliktparteien ermüdeten oder die Konflikte überregionale sicherheitspolitische oder finanzielle Interessen massiv beeinträchtigten, wurden internationale Mechanismen zur Konfliktbewältigung in Gang gesetzt. Dies ist bisher im türkisch-kurdischen Konflikt ausgeblieben. Man mag von der PKK, die in mancher Hinsicht altbackene Vorstellungen vertreten mag, halten was man will. Sie ist dennoch eine maßgebliche Konfliktpartei, die bei einer eventuellen Lösung mit einbezogen werden muss,

Gast: Freies Europa
25.10.2007 18:11
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Einfacher wäre es,

das Selbstbestimmungsrecht der Kurden zu respektieren und die türkische Besetzung kurdischer Gebiete zu beenden.

Oder ist das Selbstbestimmungsrecht der Völker einen feuchten Fetzen wert, denn es sich gegen einen Militärstaat mit den richtigen Verbündeten wendet?

Keinesfalls kann es sich Europa leisten, in eine derartige Konfiktzone (siehe auch Zypern, Vertreibung der Armenier, kleinasiatischer Griechen und Unterdrückung der orthodoxen Kirche) hineingezogen zu werden. Ein Grund mehr, die Beitrittsverhandlungen abzubrechen, das Assoziationsabkommen zu kündigen und derartigen Sicherheitsrisiken frenzubleiben.

Gast: Blitzky
25.10.2007 12:25
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Ziemlich vereinfachende Sicht der Dinge..

.... zuletzt hat sich im Kosovo gezeigt, dass der Begriff "Terrorist" ein sehr relativer ist. Nur misst die EU eben mit zweierlei Maß. Als es darum ging, Serbien zu schwächen, wurden aus "Terroristen" in unseren Medien sofort "Unabhängigkeitskämpfer".

Gast: kurti blahowetz
25.10.2007 12:02
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zum wiederholten male:

joseph conrad (1904): 'das ziel des terroristen ist die provokation von überreaktionen.'

und wenn schon die recherche dieser leute nicht so weit zurückreicht: 'krieg gegen terror' hat sich doch als vermutlich dümmster slogan des jahrhunderst von selbst disqualifiziert.

Antworten Ophicus
25.10.2007 16:55
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zum ebenfalls wiederholten male:

Krieg gegen den Terror ist kein so dummer Slogan, das Problem war die Ausführung.
Das Ziel der Terroristen ist die Provokation einer Überreaktion, aber garnicht zu reagieren bringt auch nicht viel. Richtig reagieren wäre gefragt, und da spielt gegen gewalttätige Terroristen die Gewalt eben immer auch eine gewisse Rolle.

Antworten Antworten Gast: kurti blahowetz
26.10.2007 11:20
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Re: zum ebenfalls wiederholten male:

"aber garnicht zu reagieren bringt auch nicht viel. Richtig reagieren wäre gefragt"

richtig.
leider wird 'krieg gegen terror' interpretiert als einsatz militärischer mittel. und das kann (egal welches) militär einfach nicht.
mir fallen jedenfalls nur beispiele ein, wo es nichts gebracht/die situation verschlimmert hat: nordirland, palästina, tschetschenien, afghanistan, irak, und,...

angebracht sind meines erachtens polizeiliche massnahmen, intelligence, beschäftigung mit umfeld der terroristen uä. das wird zwar mit sicherheit auch gemacht, aber leider durch tanks und jets konterkariert. leider...

Gladius
25.10.2007 11:33
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Gleichbehandlung..

Als Israel genau aus den Selben Gründen im Libanon die Hisbollah bombardierte war israel für alle Journalisten der Böse? Warum?? Naja vll weil es nicht der Political correctnes entspricht Israel recht zu geben auch wenn es im recht ist.

Antworten Ophicus
25.10.2007 16:56
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Re: Gleichbehandlung..

Aber Mitleid für die Hisbollah haben die Journalisten auch nicht gerade verlangt.

Gast: Hilmi Oztürk
24.10.2007 21:25
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Einseitige Situationsbetrachtung

Wie wärs mal wenn Sie auch zwei drei Sätze zum Staatsterror der Türkei erwähnen, bei dem 3500 kurdische Dörfer niedergebrannt wurden . Die Türkei erkennt auch heutnoch die Identität der Kurden nicht an. Die Kurden dürfen ihre Sprache nicht gebrauchen, ihre Kultur nicht ausleben. Ich selber bin Türke aber sogar mich stört die einseitige Sichtweise und dass sie kein Wort über die faktische und rechtliche Unterdrückung in der Türkei erwähnen, dass ist einfach mit der Objektivität der Presse unvereinbar. Bitte erwähnen Sie auch mal die verbissene Sturheit der türkischen Generäle und ihren militaristisch nationalen Drang alles Nichttürkische inder Türkei zu bekämfpen auch andere Minderheiten wie die Christen. Warum erwähnen Sie nicht das in der Türkei systematisch gefoltert wird. Sie sollte mal die vergangenheit des amtirenden türkischen Stabschefs untersuchen (Geschehenisse im Semdinli vor 2 jahren und seine Anklage durch einen Staatsanwalt, und das spätere Schicksal dieses Staatsanwaltes

Antworten Gast: Ibrahim
01.11.2007 16:29
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Re: Einseitige Situationsbetrachtung

ICh finde es stimmt nicht was Hilmi Öztürk berichtet...
Die kurdsichen Mitbürger hatten noch nie soviel rechte wie bisjetzt...
sie sind im parlament...
sie haben ihre eigenen parteien...
und was ist die kultur der Kurden????darf ich ma fragen??
Sie dürfen ihre Kultur nicht ausleben?
die kurdische kultur war die zwangsheirat...ehrenmord...die wurde in der türkei verboten...was is jetz daran schlimm???

Antworten Yeschiil
25.10.2007 07:18
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Re:keine Einseitige Situationsbetrachtung

Wenn wir darauf zurückführen wollen wer wieviele getötet hat, dann töteten Türken immer nach dem Angreiif der PKK: Was hatte nochmals Ocalan getan?? Därfer massakriert.... Männer getötet, Frauen getötet, Frauen die Schwanger waren getötet, Kinder getötet, Babies getötet..........
und so weiter.
Kurden haben kein Recht ihre Sprache(wobei sich die meisten Kurden garnicht verstehen, weil alle 5km sie eine andere "kurdische" Sprache sprechen) zu benützen??
Sicher das sie Türke sind?
Sogar in den bekannten Sender wie Atv oder StarTV kommen immer wieder kurdische Lieder (natürlich auf Kurdisch)
Warum erzählen sie lügen?? ich glaub nicht das sie Türke sind

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Re: Re:keine Einseitige Situationsbetrachtung

was interessiert sie den ob sich die kurden verstehen oder nicht, die türken verstehen sie schon gar nicht, oder wollen sie behaupten das sie alle türkischen Akzente verstehen, außerdem sind die türken schuld das sich so viele verschiedene Akzente gebildet haben, wenn sie kurdisch verbitten und dann noch behaupten das die Akzente so verschieden sind, immerhin haben sie seit 8o jahren versucht die Kurdische Sprache zu leugnen und zu verbieten, durch ein einheitliches kurdisch an den Schulen währe das ganze innerhalb von einer Generation wieder rückgängig gemacht,
außerdem verstehen sich die Schweizer auch nicht, trotzdem ist es ein Land,

außerdem hätten die türken keinen Kultur ohne Kurdische Schriftsteller, Musiker, Intellektuellen, nicht einmal eure schrift hat was mit eurer Vergangenheit zutun alles was ihr habt, habt ihr von anderen Völkern geklaut!

Alle verbrechen die sie aufgezählt haben, wurden von den türken, an Kurden, Armeniern undChristen verübt!!!!!

Antworten Gast: el turco
25.10.2007 03:56
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Re: Einseitige Situationsbetrachtung

Hilmi das ist doch absoluter Bullshit was du von dir gibst. Deine Kernaussage ist also, dass es absolut legitim und gerechtfertigt ist, mit Waffen and Gewalt sich die Recht zu "erkaempfen".

Die Tuerkei hat sehr viel Geduld gehabt, dass weisst Du auch. Kein anderes Land wuerde soviel Geduld mitbringen

Andere Laender wie Israel, greifen direkt und ohne lange zu fackeln mit Kampfhubschraubern an, wenn sie einige ihrer Soldaten sich in den Haenden der Palastinenser befinden.

Mittlerweise sind 20 PKK sympastisanten im Parlament und du redest hier von Unterdrueckung ? aber anscheinend sind die Entwicklungen der letzten jahre so ziemlich an dir vorbeigegangen. Es hat sich einiges in der Tuerkei getan, es gibt sehr hohe kurdische Beamten, kurdische Richter, kurdische Offiziere...

Es ist absolut gerechtfertigt, wenn die Tuerkei der PKK, langsam aber sicher die Raketen in den Arsch schiebt... sorry Hilmi...

Der Beitrag passt wie die Faust auf Auge...!!!

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