04.07.2009 02:06 | Meine Presse Merkliste0

Nur Mittelmaß in Mitteleuropa

ERICH WITZMANN (Die Presse)

Die Detaildaten der Pisa-Studie zeigen einen Reformbedarf auf: in Österreich, aber nicht nur in Österreich.

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Es gibt kein isoliertes Österreich-Problem. Die Pisa-Studie 2006 zeigt jetzt deutlich auf, wie wenig sich die heimischen Schülern von jenen in Deutschland, Schweiz, Tschechien und Ungarn unterscheiden. Ganz Mitteleuropa liegt dicht nebeneinander (nur die Slowakei sackt ab), Frankreich und übrigens auch die USA schneiden in den meisten Disziplinen schlechter ab. Es gibt also einen mitteleuropäischen Gleichklang der Mittelmäßigkeit, wir sind nicht wirklich schlecht, aber dennoch von der Spitze weit entfernt.

Claudia Schmied will, wie sie sagt, keine parteipolitische Polemik. Damit erteilt die SPÖ-Ministerin in erster Linie den Grünen, die schon vor zwei Wochen den Absturz Österreichs bei den Naturwissenschaften – völlig falsch – prophezeit haben, als auch den Bildungspolitikern der eigenen Partei eine Abfuhr. Auch die ÖVP sollte nicht die leichte Verbesserung bejubeln, sondern sich lieber an der Spitze orientieren.

Nicht überraschend wurde Österreich ein Defizit bei Kindern aus Ausländerfamilien und aus bildungsfernen Schichten dokumentiert. Dass hier Handlungsbedarf besteht, ist bekannt. Es wäre aber auch an der Zeit, dass sich die Staaten Europas zusammensetzen, umso mehr, als es um die Wettbewerbsfähigkeit der EU geht. Für die Hochschulen gibt es schon lange EU-Vorgaben, der Schulbereich wurde hingegen bis jetzt sträflichst vernachlässigt. (Bericht: S.4)


erich.witzmann@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.12.2007)

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3 Kommentare
Gast: Burschi-Schreck
06.06.2009 23:22

Martin_01
10.12.2007 19:56

hm

Es gibt auch so etwas wie Wohlstandsverwahrlosung. 3 Stunden Fernsehen, 2 Stunden Videogames, 1 Stunden Chat, 1 Stunden flanieren und Geld am Schädel hauen jeden Tag, zusätzlich Freitag und Samstag sich vollaufen lassen mit Alk, Am Montag in der Schule fehlen, weil übernachtig, am Dienstag nichts gelernt haben, weil man ja so dringend für den Physiktest zu lernen hatte, am Mittwoch keine Zeit für Hausübungen ...

Wenn man diese erschwerenden Umstände einrechnet, sind wir sogar überraschend gut.

Gast: fridi
04.12.2007 21:52

Schlechtes Abschneiden der Migrantenkinder

Lösung ganz einfach - nur hochqualifizierte Ausländer ins Land lassen, dann werden wir auch so gut abschbeiden wie Autralien, Neuseeland, etc.

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