11.02.2012 09:12 | Meine Presse Merkliste0

ÖBB: Ferien in vollen Zügen genießen

OLIVER GRIMM (Die Presse)

Die Bahn beweist erneut, dass sie den Grund ihres Daseins nicht versteht: nämlich Menschen verlässlich von A nach B zu transportieren.

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Das Talent der ÖBB-Propagandaabteilung für den zielsicheren Sprung in den Fettnapf ist beachtlich. Am Samstag warfen ÖBB-Schaffner 300 Passagiere in Nickelsdorf aus dem überfüllten Zug von Budapest nach Wien. Am Sonntag pfefferte die ÖBB die folgende Erklärung heraus: „Die überzähligen Reisenden mussten nicht allzu lange auf die Weiterreise warten“. Nämlich „nur 40 Minuten“.

An einem Samstag im Advent gibt es ohnehin nichts besseres zu tun, als sich in der pannonischen Tiefebene den Wind um die Ohren pfeifen zu lassen. Der eine oder andere „überzählige“ Fahrgast wird die nebbichen 40 Minuten vielleicht zur inneren Einkehr genutzt und sich ein paar Fragen gestellt haben.

Etwa diese: Was ist ist die Aufgabe der Bahn? Richtig: Ihre Kunden pünktlich und verlässlich von A nach B zu bringen. Natürlich kann da einmal etwas schief gehen. Auch Fluglinien überbuchen regelmäßig ihre Flieger. Nur: Wer aus Platzgründen nicht an Bord eines Flugzeuges kommt, bekommt eine saftige Geldentschädigung. Verprellte ÖBB-Kunden bekommen hingegen den sprichwörtlichen Stinkefinger gezeigt.

Offensichtlich ist der ÖBB die Zufriedenheit ihrer Kunden nicht sehr wichtig. Das ist fatal. Denn noch hat die Bahn im Personenverkehr das Monopol. Doch irgendwann wird auch der in der EU liberalisiert. Dann wird die ÖBB mit dieser Einstellung schwere Probleme haben. Und damit letztlich wir alle – als Steuerzahler und Fahrgäste. (Bericht: S. 10)


oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.12.2007)

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7 Kommentare
Gast: Montagmorgen
17.12.2007 07:53
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"unsere" Bahn....

Als Pendler habe ich wöchentlich Verspätungen (Verkehrsverbond Ostregion), die Züge sind immer überfüllt.

Vor drei Wochen haben die ÖBB gleich drei Fragebögen ausgesandt, wo immer die gleichen Dinge anzukreuzen waren. Klar fühlt man sich da auf die Schaufel genommen!!! Noch dazu wo von Anfang an klar ist, daß das nur Beruhigungspillen sind. Es wird sich NICHTS zum Besseren kehren!!!!

Für Prestigeobjekte und/ oder politische G¿schaftlhuberei ist IMMER Geld da, aber für die Fahrgäste hat sich in den letzten Jahren nichts verbessert.

Politik raus aus der ÖBB!!!!!

dr. philpp
17.12.2007 06:36
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UNSERE BAHN

leistet sich nach Innsbruck/Bregenz eine deutsche CE Garnitur als Prestigeobjekt, hatt aber für den Pendlerverkehr auf der Südbahn nicht ausreichend Wagenmaterial.
Unsere banh baut Wieslel Wagone um und ein Behinderten-WC ein, welches ca 10 Sitzplätze vernichtet . Reines Prestigeobjekt,. Ich habe in 10 Jahre Fahren im Wiesel noch keinen schwerstgebehinderten Passagier endeckt!!!!!!
Und im Sommer fahren wir dann wieder in 50 Grad warmen Wagen weil die Klimaanlage deffekt ist und der Schaffner nichtmal die wunzigen Lüftungsfenster öffnet. Der hat nämlich keine Lust durch den Zug zu gehen und sich auch noch von den Reisenden beschimpfen zu lassen.
Vorschlag ÖBB Direktoren und Abteilungsleiter sollten verpflichtend mid. 10 Werktage im Jahr Schaffnerdienst leisten müssen!!!!!

Gast: Iwan
17.12.2007 02:29
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Der Kunde stört...

Ist man bei den ÖBB wirklich schon so weit, über jeden einzelnen Fahrgast erstaunt zu sein? Man bemüht sich ja ohnehin nach Kräften, den störenden Kunden zu vertreiben. Sollen die Leut’ doch wie vor 200 Jahren zu Hause vor dem Ofen sitzen bleiben, wenn sie frei haben. Was müssen sie auch an Wochenenden und Feiertagen durch die Gegend fahren! Wo es der Bahn doch einerseits am Wagenmaterial fehlt (unbequeme Regionalzugsgarnituren müssen ja jetzt IC-Dienst nach Graz machen) und andererseits kein zusätzlicher Waggon mehr angehängt werden darf, weil dann womöglich noch ein weiterer Schaffner zu bezahlen wäre.

Und zum Erlernen von Feiertagen und Wochenenden stelle ich sofort kostenlos einen Kalender zur Verfügung und erkläre ihn auch noch gerne geduldig bei Bedarf!

Gast: HBR
16.12.2007 22:05
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Vorstand?

Welcher Vorstand in der ÖBB ist dafür verantwortlich, dass an einem Freitag der Zug aus Budapest (20min. Verspätung) mit ca 1h Verspätung von Wien aus nach Linz/Salzburg wieterfährt, weil ca 200 Passagiere in WIEN keine Platz fanden und erst ein paar Wagebn angehängt wurden - obwohl das Chaos vorghersehbar war? Einer wie ich, der beinahe wöchentlich die ÖBB (1Klasse) benutzt und jetzt für die Platzreservierung auch noch zahlen muss, überlegt sich Altenativen(Auto).
Es sit schlichtweg eine Zumutung was sich die ÖBB bei diesen Preisen an Dienstleistung erlaubt!

Gast: marcel
16.12.2007 19:09
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selbst schuld

wer brav arbeitet hat genug geld um sich ein auto zu leisten. und jeder, der ein auto hat fahrt NICHT mit der bahn. da fahren nur leute, die nicht anders können. also die zu arm sind für ein auto.

einen anderen grund gibt es nicht.

Antworten artemis70
17.12.2007 09:32
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Re: selbst schuld

ich arbeite brav, hätte auch genug geld für ein auto - und fahre trotzdem gern(!) mit der bahn. allerdings bin ich keine pendlerin und kann mir fast immer die reisezeit aussuchen, ich kann also spitzenzeiten, z.b. ferienbeginn (grauenhaft, da gebe ich Ihnen recht), vermeiden!

Antworten Gast: Südafrikaner
16.12.2007 20:12
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Re: selbst schuld

Mit einem modernen Auto, das wenig braucht zahlt man mit der Bahn etwa den 2.5-fachen Preis. Wenn man also das Auto schon hat, lohnt sich Bahnfahren nicht mehr.
Inzwischen gibt es Billigflieger, die Innsbruck-Wien billiger - und wesentlich schneller - anbieten als die ÖBB. Der Billigflieger braucht aber Kerosin, das er ankaufen muss. Die ÖBB bekommen ihren Strom praktisch gratis aus Wasserkraft. Ein Paradebeispiel zu Privatwirtschaft gegen Staatswirtschaft.

Es ist schon hart nach ökologischen Gesichtspunkten zu entscheiden wenn Auto und Flugzeug derart billig sind. Es geht ja nicht um lediglich ein paar Prozent Unterschied.

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